Neuenmarkt
Gemeinderat

Gemeinde Neuenmarkt haucht altem Bahnhof neues Leben ein

Die 4,5 Millionen Euro teure Sanierung des Neuenmarkter Bahnhofsgebäudes soll schon 2020 erfolgen.
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Die Sanierung des Bahnhofsgebäudes mit Umgriff ist beschlossene Sache. Werner Reißaus
Die Sanierung des Bahnhofsgebäudes mit Umgriff ist beschlossene Sache. Werner Reißaus

Die Sanierung des Bahnhofs samt ehemaligem Sozialgebäude und historischer Güterhalle nimmt Gestalt an. Bürgermeister Siegfried Decker (NG) sprach in der Gemeinderatsssitzung am Montagabend von einem "ehrgeizigen und lohnenden Projekt", das man mit einem Kostenvolumen von 4,5 Millionen Euro zur Förderung angemeldet habe.

Geschäftsführer Rüdiger Köhler, der das Projekt des Zweckverbands Deutsches Dampflokomotiv-Museum eingehend erläuterte, war zuversichtlich, dass die Arbeiten bereits im kommenden Jahr mit Mitteln der Förderoffensive Nord-Ost-Bayern beginnen werden. Der Zweckverband, dem Landkreis Kulmbach, Bezirk Oberfranken und Gemeinde Neuenmarkt angehören, geht von einer Zuwendung von deutlich über 85 Prozent der förderfähigen Kosten aus.

Neue Fassade

"Der historische Bahnhof soll neu belebt und zusammen mit den Gebäuden des DDM zur Visitenkarte der Gemeinde werden", sagte Decker. "Das Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Gebäude ist beispielhaft für die typisierten Bahnhöfe der Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Die Außenmauern bestehen aus Sandsteinquadern eines ehemaligen Steinbruchs bei Trebgast. Das dreigeschossige, teilunterkellerte und unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude wird saniert und einer neuen Nutzung zugeführt."

Geplant ist nach den Worten von Decker, die komplette Fassade zu überarbeiten und nahezu sämtliche Fenster und Türen auszutauschen. Daneben wird die gesamte Dacheindeckung demontiert und wieder neu aufgebracht. Im Inneren sollen im Erdgeschoss ein Foyer mit Ausstellungsbereich, eine Gastronomie und die neue Heizzentrale entstehen.

Wohnungen und Apartments

In den zwei Obergeschossen sind laut Bürgermeister drei Vier- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen und sieben Kleinapartments geplant. Das Atelier Brückner aus Stuttgart werde jetzt den Bauantrag erstellen, in Kürze werde auch noch eine Abstimmung mit der DB Station und Service stattfinden.

Der Zuwendungsantrag sei am 14. August bei der Regierung von Oberfranken eingereicht worden, wobei die Gemeinde zwar als Projektträger auftrete, der DDM-Zweckverband jedoch Eigentümer und Bauherr bleibe, so der Bürgermeister.

Für das ehemalige Sozialgebäude werde ebenfalls eine neue Nutzung angestrebt. Hier sei eine Vermietung an die Eisenbahnfreunde Kulmbach angedacht, die in enger Zusammenarbeit mit dem DDM auch die große Modellbahnanlage im Museum betreuen sollen.

Die historische Güterhalle wird Decker zufolge weiterhin als Lagerschuppen genutzt. Hier sei im Wesentlichen eine Sanierung der Außenhülle des eingeschossigen und voll unterkellerten Gebäudes vorgesehen.

Rüdiger Köhler stellte anschließend das angedachte Sanierungskonzept detailliert vor. So will man mit einem gastronomischen Betrieb wieder Leben in das Bahnhofsgebäude bringen. Dabei sollen die historischen Elemente erhalten bleiben. Beabsichtigt sei auch, eine direkte Verbindung zum DDM und zum Kernort von Neuenmarkt zu schaffen.

"Großer Wurf"

Köhler sprach von einem großen Wurf, der dem Zweckverband gelungen sei. Bereits jetzt sei man auf der Suche nach einem potenziellen Pächter.

Klaus Zahner (FW) schwärmte von einem "wunderschönen Projekt", wollte aber wissen, ob die geplanten "Betonklötze" für drei Aufzugsanlagen tatsächlich umgesetzt werden. Hier verwies Bürgermeister Decker auf ein Abstimmungsgespräch mit der DB Station und Service. Auch Alfred Faßold (SPD-Offene Liste) und Sonja Promeuschel (NG) sprachen von einem "echten Schmuckstück" für den Ort.

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