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Burggeflüster

Geheimtreffen wurde zum Dorfgespräch

Es sollte ein Geheimtreffen werden - der Redaktionstermin wurde dann aber zum Dorfgespräch.
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Geheim ist das Treffen nicht geblieben. Symbolbild:  Foto: Dorling Kindersley Verlag
Geheim ist das Treffen nicht geblieben. Symbolbild: Foto: Dorling Kindersley Verlag

Unser Job schreibt manchmal doch ganz schräge Geschichten. Eine habe ich erst vor wenigen Tagen erlebt. Er rege sich unendlich über eine Baustelle vor seiner Haustür auf, die müsse er mir zeigen, sagte mir ein Mann aus einem 100-Seelen-Dorf im Landkreis am Telefon. Seiner Bitte bin ich natürlich gerne nachgekommen. Schon am Tag darauf habe ich mich auf den Weg in den kleinen Ort gemacht, in dem ich - das muss ich zu meiner Schande zugeben - in über 25 Jahren Redakteurstätigkeit noch nie gewesen bin.

"Was ist jetzt passiert???"

Gefunden habe ich das Dorf problemlos, das Anwesen aber nicht. Zu unregelmäßig waren die Hausnummern angebracht. Doch heute ist das ja alles kein Problem. Ein Griff zum Handy, und schon hatte ich den Mann am Ohr. Er komme gleich, hole mich ab, sagte er und stand keine zwei Minuten später vor meiner Autotür. Mit ganz, ganz großen Augen. "Oje, was ist jetzt passiert?", habe ich mich gefragt, als ich sah, dass er aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Als er mich zu seinem Haus gelotst hatte, lüftete er das Geheimnis. Er habe sich inkognito treffen wollen, weil er nicht gleich zum Dorfgespräch werden wolle, sagte er.

Der Schriftzug fällt auf

Oh Schreck. Da hatte ich ihn am Telefon wohl falsch verstanden. Den Gefallen konnte ich ihm jedenfalls nicht mehr machen. Der "Bayerische-Rundschau"-Schriftzug war auch schon den Kindern, die an der Ortsdurchfahrt spielten, aufgefallen. Ich war nämlich nicht dem privaten Pkw, sondern mit dem Redaktionsauto zum Außentermin gefahren - und so wurde aus dem Geheimtreffen dann wohl doch ein Dorfgespräch.

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