Kulmbach
Kommentar

Für eine bessere Zukunft: Die Jungen haben's drauf!

Junge Leute fallen immer wieder durch unkonventionelle Projekte auf, mit denen sie Verantwortung für die Zukunft übernehmen.
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Symbolfoto: Erwin Scheriau/APA/dpa
Symbolfoto: Erwin Scheriau/APA/dpa

Es ist ein gewagtes Projekt: Eine junge Frau möchte in Kulmbach einen Laden eröffnen, in dem es ausschließlich lose Ware geben wird. Finanziert werden soll das Unternehmen über das sogenannte Crowdfunding (siehe dazu unseren Bericht)

Aber es ist ein Projekt, das typisch ist für unsere Zeit: Außergewöhnlich, unkonventionell, mutig - und jung.

Viel haben wir in den letzten Wochen und Monaten gehört von jungen Leuten, die vom "Weiter so" nicht viel halten, sondern etwas ändern möchten: In der Klimapolitik, im Umweltschutz, in der Lebensmittelwirtschaft.

Schüler gehen für einen aktiven Klimaschutz auf die Straße - und lassen sich dafür als Schulschwänzer tadeln. Junge Leute tun sich zusammen, steigen in Müllcontainer von Lebensmittelläden ein und "retten", was andere weggeworfen haben - weil sie der Meinung sind, dass der Lebensmittelverschwendung in unserem Land endlich Einhalt geboten werden muss. Junge Leute treffen sich zu Kleider-Tauschbörsen, wo manches Stück, das vom Besitzer nicht mehr geliebt wird, aber zu schade ist für die Tonne, einen neuen Eigentümer findet.

Nun also auch ein Unverpackt-Laden für Kulmbach: Ein Signal. Dafür, dass es auch ohne die Flut von Verpackungen geht, die man bisweilen von einem ganz normalen Einkauf mit nach Hause bringt. Ein Signal dafür, dass es Menschen gibt, die nicht einfach den bequemen Weg gehen und Spontankäufe in die Plastiktüte packen, sondern die sich vor dem Einkauf Gedanken machen über die Folgen. Aber auch ein Signal dafür, dass jungen Leuten nicht egal ist, was in Kulmbach passiert. Auch wir haben in den letzten Monaten in das Klagelied eingestimmt, dass es, wenn das "Kaufland" erst einmal geschlossen sei, keine Einkaufsmöglichkeit in der Innenstadt mehr gebe. Das stimmt so nicht ganz: Zwar gibt es dann keinen sogenannten Vollsortimenter mehr - aber durchaus noch kleine Geschäfte, in denen man Gemüse, Brot, Wurst, Käse, Fisch und vieles mehr kaufen kann.

Ab September soll das Angebot nun durch den Unverpackt-Laden ergänzt werden: ein weiterer kleiner Baustein zur Belebung der Innenstadt, ein großer Beitrag zum Schutz unserer Umwelt - und vor allem ein Zeichen dafür, dass "die Jungen", denen man so oft Oberflächlichkeit unterstellt, sich durchaus Gedanken über ihre Zukunft machen und konsequent handeln.

So sieht Verantwortung aus!

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