Stadtsteinach
5. Jahreszeit

Frohsinn kennt keine Altersgrenze in Stadtsteinach

Ein bisschen Spaß darf immer sein: Dies bewiesen die Senioren beim Fasching in der Steinachtalhalle
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Lisbeth Kändler war mit 96 Jahren die älteste Besucherin beim Seniorenfasching, Ludwig Ploner mit 90 Jahren der älteste männliche Besucher. Beide wurden zum Senioren-Prinzenpaar für einen Nachmittag gekürt.Sonny Adam
Lisbeth Kändler war mit 96 Jahren die älteste Besucherin beim Seniorenfasching, Ludwig Ploner mit 90 Jahren der älteste männliche Besucher. Beide wurden zum Senioren-Prinzenpaar für einen Nachmittag gekürt.Sonny Adam
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Einmal im Jahr ein bisschen närrisch sein: Das macht Lisbeth Kändler auch im Alter von 96 Jahren richtig Spaß. Wenn sie noch einigermaßen rüstig ist, dann wird sie auch in den nächsten Jahren zum Stadtsteinacher Fasching gehen, hat sie sich vorgenommen. Vielleicht feiert sie auch noch mit 100. "Früher waren wir auch beim Fasching", erklärt die 96-Jährige. Sie wurde beim Seniorenfasching in der Steinachtalhalle zur ältesten Besucherin gekürt. Das Prinzenpaar überreichte ihr den Orden - und die Seniorin durfte für einen Tag lang Seniorenprinzessin sein.

An ihrer Seite "regierte" ein echter Stadtsteinacher: Ludwig Ploner. Er war mit 90 Jahren der älteste männliche Besucher im Saal. Ludwig Ploner ist sehr rüstig und hakte sich bei "seiner Prinzessin" resolut unter. "Ich war immer beim Fasching. Das gehört in Stadtsteinach dazu", sagt er. Die Senioren vergaßen bei die Zipperlein des Alltags und bestaunten die farbenfrohen Kostüme, die tollen akrobatischen Leistungen der Tänzerinnen. Und natürlich feierten auch Bürgermeister Roland Wolfrum, Bürgermeisterstellvertreter Franz Schrepfer und die Seniorenbeauftragte Marga Schramm mit.

Die jüngste Solo-Tänzerin war Emma Stäsche. Emma ist erst fünf Jahre alt. Doch sie wirbelte als Tanzmariechen ganz allein über die Bühne - und begeisterte nicht nur die älteren Herrschaften, sondern auch alle anderen. Der Präsident der Faschingsgesellschaft, Andy Sesselmann, prophezeite der Fünfjährigen eine große Karriere.

Auch Tanzmariechen Julia Limmer kam beim Publikum an. Doch am allerbesten gefielen den Senioren die bunten Garden. Die Purzelgarde hatte sich als Wecker verkleidet, um ihren Schautanz "Ring, ring - auf geht's" zu präsentieren. Besonders prächtig waren die Kostüme der Minigarde. Peter Pan hatte sich ins Feenland verirrt. Über die Bühne wirbelten viele kleine Feen in glitzernden Jahreszeitenkostümen. Eine echte Augenweide.

Musik der guten alten Zeit

Die Midigarde hat sich das Motto "Swing" gegeben. Die Tänzerinnen trugen schöne blaue Kleidchen, im braven Mädchenlook. Die Senioren fühlten sich in die gute alte Zeiten zurückversetzt. Denn Swing war für viele "ihre" Musik.

Die Näherinnen der Stadtsteinacher Faschingsgesellschaft haben sich bei den Kostümen zu "Picassos Meisterwerke" selbst übertroffen. Die Mädchen tanzten als kunterbunte Farbpaletten über die Bühne. Auf den Kleidern waren moderne Kunstmotive appliziert: natürlich mit Glitzer.

Und beim Weiberballett gab es sogar ein Wildschwein: Die Weiber hatten all die alten Schlager wie "Im Wald, da sind die Räuber" oder "Im Leben geht so mancher Schuss daneben" aus der Mottenkiste geholt.

Beim Seniorenfasching 2019 platzte die Halle aus allen Nähten. Die Seniorenheime waren mit zahlreichen Gästen gekommen, auch die Himmelkroner Heime. Viele hatten sich verkleidet. Manche nur dezent mit Federboa oder Hütchen, andere hatten sich aufwendig geschminkt oder trugen tolle Kostüme. Gerd Jungkuntz (71) kam eigens aus Kulmbach. "Der Seniorenfasching gehört dazu, ein bisschen Verkleidung auch", sagte er. Auch Heinz Schaller (72) und Lotte Schaller (71) haben sich für den Seniorenfasching kostümiert. "Ich bin ja auch im Nähteam. Und jetzt tanzen die Enkel schon wieder mit", freuten sich die beiden.

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