Kulmbach
Fridays for Future

Fridays for Future: Junge Klimaschützer demonstrieren auch in Kulmbach.

Auch in Kulmbach haben nun junge Leute für den Klimaschutz demonstriert. Mehr als 200 Menschen nahmen an der Aktion "Fridays for Future" teil.
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Auch in Kulmbach demonstrierten junge Leute am Freitag für den Klimaschutz.Foto: Katrin Geyer
Auch in Kulmbach demonstrierten junge Leute am Freitag für den Klimaschutz.Foto: Katrin Geyer
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Bunte Plakate mit kreativen Sprüchen, bunt bedruckte T-shirts mit Parolen, und zwischendrin immer wieder der Sprechgesang "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut": Mehr als 200 junge Menschen haben sich am Freitag in Kulmbach der Aktion "Fridays for Future" angeschlossen. Unterstützung erhielten sie von zahlreichen Vertretern der Eltern- und Großeltern-Generation und von der örtlichen Politik.

Ein "offenes Mikrofon" sollte es geben, hatten Alina Reinhardt und Laura Meile vom Organisationsteam bekannt gegeben, und viele Rednerinnen und Redner nutzten die Gelegenheit zu kurzen Statements.

"Jeder einzelne von uns muss etwas in seinem Leben ändern", sagte beispielsweise Clara Rief. Öfter Fahrrad zu fahren könne ein Weg sein, meinte sie, aber auch der Verzicht auf Einwegflaschen.

Zu lange weggeschaut

"Wir rasen auf den ökologischen Abgrund zu. Wir müssen laut werden und jetzt etwas ändern", betonte Miklas Rüger, und Sina Lechner warf der Generation der Erwachsenen vor, zu lange weggeschaut zu haben.

Mehrere Redner appellierten an ihre Altersgenossen, am eigenen Verhalten anzusetzen: Nicht so oft neue Kleidung kaufen, bewusster essen und dabei öfter auf Fleisch verzichten: "Auch Kühe pupsen und das ist schlecht für das Klima." Joele Müller schließlich betonte, die Jugend müsse die Fehler ausbügeln, die vorverhige Generationen gemacht hätten.

Unterstützung bekamen die Schüler, die überwiegend von den Kulmbacher Gymnasien und vom Beruflichen Schulzentrum kamen und von Abordnungen aus Nachbarorten unterstützt wurden, von mehreren Seiten. So versicherte unter anderem stellvertretende Landrätin Christina Flauder (SPD): "Wir kämpfen an eurer Seite." Und Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) nannte es beachtlich, dass sich Jugend so zahlreich zu Wort melde. Der katholische Dekan Hans Roppelt, der auch für seinen evangelischen Kollegen Thomas Kretschmar sprach, erinnerte daran, dass es viele Papiere und Studien gebe, in den Kirchen ebenso wie in den Parteien, die bislang nicht viel bewirkt hätten. "Aber ihr bewirkt etwas. Ich wünsche euch viel Erfolg." Die Schülerinnen und Schüler revanchierten sich für die Unterstützung mit Applaus.

Einzig Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig (Freie Wähler) verließ das Podium unter Buh-Rufen. Er hatte zuvor statt eines kurzen Statements ein mehrseitiges Manuskript verlesen, in dem er die Klimaschutzpolitik des Bayerischen Landtags im allgemeinen und der Freien Wähler im besonderen lobte. Teilweise gab es dafür auch Zustimmung. Signale der Organisatoren, doch zum Ende zu kommen, kamen bei Ludwig offensichtlich nicht an - - bis ihm der Ton abgedreht wurde. Nach einer kurzen Diskussion konnte Ludwig seine Ausführungen zwar zu Ende bringen, die Jugendlichen machten aber deutlich, dass sie mit seinem Beitrag nicht einverstanden waren.

"Wir haben jetzt lange genug gehört, was die Politik angeblich alles macht", sagte beispielsweise Laura Meile.

Viel Beifall gab es hingegen für viele weitere Redebeiträge.

Ein dickes Kompliment machte Julian Seifferth, Kreisvorsitzender der Jusos, den Schülern: "Demokratie ist kein Zuschauersport. Es ist toll, dass ihr euch so einbringt."

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