Neudrossenfeld
Wahlanalyse

Freie Wähler: Wundenlecken in Neudrossenfeld

Die Freien Wähler sind die Verlierer vom Sonntag. Während sie mit dem Ergebnis hadern, freut sich die FuG, die auf Anhieb vier Sitze eroberte.
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Bei der Wahl am Sonntag haben sich in Neudrossenfeld deutliche Veränderungen ergeben. Foto: Archiv/Jochen Nützel
Bei der Wahl am Sonntag haben sich in Neudrossenfeld deutliche Veränderungen ergeben. Foto: Archiv/Jochen Nützel
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Die Freien Wähler Neudrossenfeld hadern mit dem Wahlergebnis vom Sonntag: Während sie im Jahr 2008 noch sieben Gemeinderäte und den Bürgermeister stellten, rutschen sie heuer auf drei Sitze ab.

Auf ihrer Homepagegeben sich die Kommunalpolitiker selbstkritisch: "Wir stellen uns natürlich die Frage, warum die Freien Wähler so ,abgewatscht' wurden. Liegt es daran, dass zu viele der alten Gemeinderäte und Bürgermeister Dieter Schaar nicht mehr zur Wahl angetreten sind? Oder liegt es zum Teil mit am neuen Auswertungsverfahren, das mehr die kleineren Gruppierungen bevorzugt? Oder wurden einfach zu viele persönlichen Fehler in den letzten sechs Jahren begangen? An den durchgeführten Projekten kann es ja wohl nicht liegen, die Gemeinde steht so gut da wie nie zuvor!" Die Freien Wähler fordern die Bürger auf, ihre Meinung zu schreiben.

Kein Kandidat zur Verfügung

"Es uns wohl nicht gelungen, rüberzubringen, dass gute Gemeindefinanzen und eine gesunde Gemeindeentwicklung wichtiger sind als wackelnde Pflastersteine und Parkprobleme im Innenort, die es schon immer gegeben hat", sagt FW-Vorsitzender Peter Rösch. Was den Freien Wählern wohl auch krumm genommen wurde, sei der Umstand, dass sie keinen eigenen Bürgermeister-Kandidaten gestellt haben. "Es stand einfach niemand zur Verfügung", betont Rösch.

Nicht zu Lasten der Parteien

Ferner weiß der Kommunalpolitiker, dass eine neue Gruppierung wie die FuG zu Lasten der Wählervereinigungen geht und nicht der Parteien.

Als Hauptgrund für das schlechte Abschneiden sieht er allerdings den Generationswechsel innerhalb der Gruppierung. Neben Bürgermeister Dieter Schaar seien weitere verdiente FWler nicht mehr angetreten. "Die haben uns sonst viele Stimmen geholt, die nun fehlen", sagt Rösch, der einräumt, dass die FW die "klaren Verlierer sind".

Allerdings ist nach der Wahl vor der Wahl: Jetzt habe man sechs Jahre Zeit, das zu ändern. Und man werde dabei beobachten, ob die FuG auch die Erwartungen, die sie bei den Bürgern geweckt hat, erfüllt.

Aus dem Stand vier Sitze

Während die Freien Wähler nach den Gründen für das schlechte Abschneiden suchen, freut sich ein anderer: Björn Sommerer, der mit seiner neuen Gruppierung "Für unsere Gemeinde" aus dem Stand vier Sitze erobert hat. Sollte er am 30. April zum Bürgermeister gewählt werden, würde ein weiterer FuGler nachrücken, und die Gruppierung hätte dann sogar fünf Stimmen.

Sommerer hat die Gründe für das schlechte Abschneiden der Freien Wähler bereits ausgemacht: "Die Neudrossenfelder haben gemerkt, dass aus den Freien Wählern eine Partei geworden ist." Anders als die FuG und die Wählergruppe Waldau (zwei Gemeinderatssitze), die unabhängig seien. (Dem widerspricht Rösch vehement: "Ich weiß nicht, wie er zu dieser Aussage kommt. Wir sind keine Partei, wir werden nie eine sein.")

Sommerer betont weiter, dass "Für unsere Gemeinde" nur drei Monate nach ihrer Gründung 8060 Stimmen geholt habe und damit in Neudrossenfeld nur hinter der SPD (9131) liege. Den Verlust von rund 6000 Stimmen, den die Freien Wähler gegenüber 2008 erlitten hätten (damals hatten sie fast 13 000 Stimmen), wertete Sommerer als ein Zeichen, dass die Bürger "den Stil nicht mehr wollen".

Am 30. März tritt Sommerer gegen Harald Hübner von der CSU in der Stichwahl an. Hübner wird von den Freien Wählern als Kandidat mit getragen.
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