Marktleugast
Stichwahl

Freie Wähler setzen auf den CSU-Kandidaten

Bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Marktleugast am 30. März gegen den CSU-Kandidaten Franz Uome steht das amtierende Gemeindeoberhaupt Norbert Volk mit seiner Wählergemeinschaft Marktleugast (WGM) alleine. FW-Ortsverbandsvorsitzender Michael Schramm kündigte an, dass die Freien Wähler eine Wahlempfehlung für den CSU-Mann Uome geben werden. Eine Überraschung? Für viele Marktleugaster nicht mehr.
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FW-Ortsverbandsvorsitzender Michael Schramm (links) und der amtierende Bürgermeister Norbert Volk: Der Bruch ist nicht mehr zu kitten.
FW-Ortsverbandsvorsitzender Michael Schramm (links) und der amtierende Bürgermeister Norbert Volk: Der Bruch ist nicht mehr zu kitten.
Denn spätestens seit dem 14. Mai des vergangenen Jahres ticken die Uhren bei den Freien Wählern in Marktleugast auch offiziell anders. Der amtierende Bürgermeister Norbert Volk, gerade einmal gut fünf Jahre im Amt, war damals vom FW-Ortsverband verstoßen worden. An seiner Stelle wurde Reiner Meisel auf den Kandidatenschild gehoben.

Norbert Volk ließ sich davon allerdings nicht irritieren und gründete mit der Mehrzahl der damals amtierenden FW-Räte die Wählergemeinschaft Marktleugast. Und ließ sich erneut für das höchste Ehrenamt in der Marktgemeinde nominieren.

Wunschkandidat gescheitert

Die Hoffnung der Freien Wähler, der von ihnen ungeliebte Bürgermeister Volk würde bei der Wahl am 16.
März den Kürzeren ziehen, so dass es zumindest zu einer Stichwahl zwischen ihrem Wunschkandidaten Reiner Meisel und dem CSU-Bewerber Franz Uome kommen würde, haben die Bürger am Sonntag jäh beendet: Meisel flog mit einem Stimmenanteil von nur 20,01 Prozent als Erster aus dem Rennen. Die Stichwahl bestreiten nun Franz Uome und Norbert Volk, die es auf 39,05 beziehungsweise 40,94 Prozent der Stimmen brachten.

Und damit nicht genug: Die Riege der Freie-Wähler-Gemeinderäte im Marktleugaster Rathaus wurde regelrecht zerrissen. Aus ehedem sechs Mandaten wurden für die FW drei Sitze. Die WGM holte auf Anhieb vier Mandate und behielt das bessere Ende sogar für sich.

Dass der Ex-Freie-Wähler Norbert Volk, der zudem auch noch FW-Kreisvorstandsmitglied ist, zumindest in dieser Situation mit der Unterstützung seiner ehemaligen Weggefährten rechnen könnte, hielt bisher kaum jemand für denkbar. Nicht einmal Landrat Klaus Peter Söllner, der zugleich Kreisvorsitzender der Freien Wähler ist. "Eine schwierige Situation im Oberland", befindet Söllner und verweist auf "unzählige Gespräche in den vergangenen eineinhalb Jahren". Gespräche, die das Zerwürfnis in der "Hochburg der Freien Wähler im Landkreis" aber nicht überwinden konnten, wie er feststellen muss.

Heute Sitzung des Vorstands

Was Michael Schramm, seines Zeichens FW-Ortsverbandsvorsitzender, nun auch offiziell bestätigt. "Wir haben damit geworben, dass wir Veränderung wollen. Und diese Veränderung wollen wir nach wie vor", erklärt Schramm drei Tage nach der Wahl. Er kündigt an, dass die Freien Wähler Marktleugast bei der Stichwahl am 30. März den CSU-Bewerber Franz Uome unterstützen werden. "Die Tendenz ist ganz klar", sagt er und verweist darauf, dass der Ortsverbandsvorstand das bei seiner Sitzung am Donnerstag auch klar per Beschluss bekunden wird. Gespräche mit CSU-Vertretern hätten bereits stattgefunden.

Diese Allianz bedeutet rechnerisch die absolute Mehrheit im 16-köpfigen Marktleugaster Gemeinderat für die CSU (sechs Mandate) und die Freien Wähler (drei) - egal, wie der künftige Bürgermeister auch heißen mag.
Michael Schramm kennt diese Rechnung natürlich, setzt allerdings für die Arbeit nach der Stichwahl auf Gemeinsamkeit. "Wir wollen alle ins Boot holen bei der Politik für Marktleugast."

Hohenberg hält sich raus

Und wie stellen sich die beiden weiteren Gruppierungen im Gremium neben CSU, WGM und FW zu dem Thema? Zusammen mit Cornelia Buß wird Clemens Friedrich künftig für die Hohenberger-Bürger-Gemeinschaft (HBG) im Gemeinderat mitarbeiten. Die HBG war auch diesmal keine Listenverbindung eingegangen und hält sich in der Bürgermeisterfrage ebenfalls raus. "In Streitigkeiten der Freien Wähler hängen wir uns nicht rein", kommentiert Clemens Friedrich den aktuellen Sachstand. Will heißen: keine Wahlempfehlung.

Matthias Schramm, einziger Vertreter der Freien Wählergemeinschaft Neuensorg (FWGN), die mit dem FW-Ortsverband eine Listenverbindung geschlossen hatte, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die beiden Kandidaten Norbert Volk und Franz Uome sehen der Stichwahl unterdessen (noch) ruhig entgegen. Keiner von ihnen will mehr eine Wahlversammlung abhalten, lediglich Flyer wollen sie noch unter die Wähler bringen.

"Es ist natürlich wichtig, wie sich die Meisel-Wähler entscheiden", betont Norbert Volk. "Wenn ich von ihnen die Hälfte der Stimmen erwarten könnte und auch noch Stimmen aus dem Lager der 700 Nichtwähler bekäme, dann wäre das eine ordentliche Geschichte."

Was Franz Uome ähnlich sieht: "Ich hoffe natürlich, dass ich aus dem Meisel-Lager Stimmen bekomme. Und natürlich wollen auch wir aus dem Pool der Nichtwähler stimmen mobilisieren."

Zumindest so gesehen, liegen beide Bewerber auf einer Linie...
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