Kulmbach
Burggeflüster

Frei für die, die Sinn der Feiertage ernst nehmen

Wer morgen unterwegs ist, kann wieder zahlreiche Ausflugsgruppen sehen, die mit ihrem Bier- und Schnapsvorrat unterwegs sind.
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Symbolfoto: Archiv/Julian Stratenschulte, dpa
Symbolfoto: Archiv/Julian Stratenschulte, dpa

Inzwischen hat es auch am 1. Mai "Tradition", was zunächst auf den sogenannten Vatertag beschränkt war und nicht selten zu Scherben auf Geh- und Radwegen, Unfällen oder sogar Polizeieinsätzen führt.

Mit dem Hintergrund des "Tag der Arbeit", der gefeiert wird, weil Arbeiter dafür Leib und Leben eingesetzt hatten, damit sie nur noch acht Stunden am Tag arbeiten müssen und seit 1919 auch in Deutschland begangen wird, um auf Arbeitnehmerrechte hinzuweisen, hat all das freilich nichts zu tun.

Umso ärgerlicher sind aus meiner Sicht Diskussionen, die vor Ostern wieder aufgekommen sind, und in denen es darum gegangen ist, ob es denn sein müsse, dass am Karfreitag, einem sogenannten stillen Feiertag, Tanzverbot herrscht. Scheinbar ein riesiges Problem - denn immerhin gibt es nur 50 weitere Freitage in diesem Jahr, an denen das Feiern problemlos möglich ist.

Unterm Strich - und hier sind wir wieder beim "Tag der Arbeit" und bei Christi Himmelfahrt, wie der "Vatertag" eigentlich heißt - geht es stets darum, dass es (immer mehr?) Zeitgenossen gibt, die zwar alle Feiertage gerne "mitnehmen", im Bedarfsfall damit einhergehende Einschränkungen aber am liebsten abgeschafft hätten. Mein Vorschlag: Lassen wir doch einfach die Feiertage nur für die gelten, die sie und ihre Bedeutung ernst nehmen.

Alle, die am 1. Mai der Arbeitnehmerrechte gedacht haben, dürfen anschließend auch feiern - alle, die an Ostern dem Leiden und der Auferstehung Christi gedenken wollen, haben frei - und alle anderen dürfen am Karfreitag arbeiten, dafür dann aber am Karsamstag feiern, wenn's nicht gerade vor der Kirche ist. Dass diese Zweiteilung funktionieren kann, zeigt übrigens der 15. August (Mariä Himmelfahrt): die Katholiken haben da frei, die Protestanten arbeiten.

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