Mainleus
Gemeinderat

Feuerwehren Danndorf/Schimmendorf: Eine salomonische Lösung

Im Norden von Mainleus wird ein Feuerwehrfahrzeug benötigt. Doch wer soll es bekommen? Danndorf oder Schimmendorf? Der Rat fand eine salomonische Lösung.
Artikel drucken Artikel einbetten
So sieht ein TSF-W aus. Symbolbild: ADIK
So sieht ein TSF-W aus. Symbolbild: ADIK
Vor einiger Zeit hat der Gemeinderat Mainleus einen sogenannten Feuerwehrbedarfsplan erstellen lassen. In diesem Plan wurde das Löschwesen im Markt genau analysiert, Stärken und Schwächen wurden offengelegt.

Dabei ergab sich, dass im Norden der Gemeinde ein wasserführendes Fahrzeug notwendig ist. Doch wo sollte es stationiert werden? In Danndorf oder Schimmendorf?

In Absprache mit den Feuerwehr-Führungskräften und den örtlichen Kommandanten wurde eine Lösung erarbeitet, die Bürgermeister Robert Bosch (CSU) am Montagabend den Gemeinderäten erläuterte. So erhält die Feuerwehr Danndorf ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) und die Feuerwehr Schimmendorf ein wasserführendes Gefährt (TSF-W). Grund für diese Lösung sei der einsatztaktische Mehrwert.

Die Kosten belaufen sich für das normale TSF auf rund 70 000 Euro und für das TSF-W auf 130 000 Euro. Nach Abzug der Zuschüsse rechnet der Markt Mainleus mit einem Eigenanteil von 45 800 beziehungsweise 82 850 Euro.

So weit, so gut.

Eine Diskussion entwickelte sich dann aber über die Kosten für das Ingenieur-Büro, das die Vergabe begleiten soll. Dafür sind knapp 7000 Euro veranschlagt. Zu viel - wie Michael Marx (SPD) befand. Bürgermeister Bosch erklärte, dass in den Leistungen des Büros nicht nur die Vergabe enthalten ist, sondern beispielsweise auch technische Unterstützung, die Begleitung der Ausschreibung und vieles mehr. "Bei einer 200 000-Euro-Investition sind 6000 Euro Ingenieurkosten nicht überhöht", meinte Bosch.

Gemeinderat Stefan Härtlein - zugleich Kreisbrandrat - verwies zudem darauf, dass das Ingenieurbüro auch darauf achtet, dass die Ausschreibung korrekt durchgeführt wird. "Das muss passen", betonte er.

Aber auch Norbert Erhardt (CSU) hatte Zweifel: "Ist so ein TSF nicht ein standardisiertes Fahrzeug? Warum ist da überhaupt eine Ausschreibung nötig?", fragte er.

Hier verwies Kämmerer Sebastian Kolb darauf hin, dass die Anforderungen der Wehren an so ein Fahrzeug meist völlig unterschiedlich sind und es entsprechend konfiguriert wird. "Das unterscheidet sich dann deutlich davon, wie die Fahrzeuge von den Herstellern gebaut werden." Das unterstrich auch Kreisbrandrat Härtlein: "Fast kein Fahrzeug entspricht dem anderen. Nicht mal im Landkreis."

Erich Luthardt (ABL) erinnerte noch daran, dass mit der Anschaffung der Fahrzeuge auch die Gerätehäuser umgebaut werden müssen. "Das Geld für die Umrüstung müssen wir einplanen."
Dass das bereits im Haushalt so geschehen ist, bestätigte ihm Bürgermeister Bosch.


Der Gemeinderat in Kürze

Breitband Eigentlich wollte sich das Gremium mit dem weiteren Ausbau des schnellen Internets befassen. Nachdem das Auswahlverfahren noch bis in den August läuft, wurde der Punkt in eine der nächsten Sitzungen verschoben.

Rückzugsort Der Waldorfkindergarten darf bei Veitlahm auf einer Wiese oberhalb des Baugebiets Hainbuchen einen Bauwagen als Rückzugsort für die Jungen und Mädchen der Waldgruppe stellen. Obwohl die Verwaltung auf den Standort im Außenbereich und die ungesicherte Erschließung hingewiesen hatte, genehmigte der Gemeinderat den Antrag. Bürgermeister Bosch befürwortete das Projekt, wies aber darauf hin, dass die Ver- und Entsorgung gesichert sein muss und keine Erschließung durch die Gemeinde erfolgt. Erich Schiffelholz (ABL) hielt die Waldkindergarten-Erziehung für "wichtig in der heutigen Zeit".

geMAINsam Die Anrainer des Mains wollen eine "Initiative zur synergetischen Vernetzung und Stärkung der Zusammenarbeit der Akteure am Main" ins Leben rufen. Name: "geMAINsam". Der Markt Mainleus will sich dieser Initiative anschließen. Ziel ist es nach den Worten von Bürgermeister Bosch, den Main nach dem Vorbild von "Unser Neckar" in das Bewusstsein der Bevölkerung und der Touristen zu rücken. Das traf auf Zustimmung von Erich Schiffelholz (ABL): "Wir sind touristisch zwar dem Frankenwald zugeordnet, wir passen aber besser zum Main." Die Schwarzacher Ortssprecherin Bettina Seliger stimmte dem Vorredner zu: "Wir sind schließlich die erste Gemeinde nach dem Mainzusammenfluss." Diese Initiative könne man gar nicht boykottieren.

Friedhof Der neue Friedhof wird umgestaltet. Im Zuge der Arbeiten werden Urnenstelen errichtet. Die Lieferung und Aufstellung der Stelen übernimmt die Mainleuser Firma Wagner zum Angebotspreis von 43 600 Euro.

Bauarbeiten Die Bauarbeiten für die Erneuerung der Heinersreuther Straße haben begonnen Bis jetzt ist nur der Einmündungsbereich der vorbeiführenden Kreisstraße in die Heinersreuther Straße betroffen. Wegen der Arbeiten ist der Besucherparkplatz für das Freibad verlegt worden und befindet sich nun an der rückwärtigen Seite der Einrichtung. Zudem ist der nahe gelegene Stellplatz für Wohnmobile derzeit nicht nutzbar. Die Vollsperrung der Heinersreuther Straße ist ab 16. Juli geplant. Das Freibad bleibt aber auch während dieser Phase erreichbar. Entgegen der ursprünglichen Planung mit zwei Bauabschnitten und einer Fertigstellung im Juli 2019 will die Baufirma noch versuchen, in diesem Jahr fertig zu werden, gab Bürgermeister Bosch bekannt. "Da darf aber nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommen", sagte er zu den ehrgeizigen Plänen.

Schädlinge Der Eichenprozessionsspinner macht auch vor den Mainleuser Bäumen nicht halt. Erich Luthardt (ABL) berichtete von einer Eiche beim alten Feuerwehrhaus in Wernstein, die betroffen ist, und fragte nach dem Vorgehen in dem Fall. Dazu erklärte Bürgermeister Bosch, dass bei betroffenen Bäumen auf Gemeindegrund die Reaktion davon abhängt, wie stark frequentiert der Bereich ist. Dann entscheide man über Hinweisschilder, eine Absperrung oder die Beseitigung der Nester. Er wies noch darauf hin, dass die Kommune den Kauf eines speziellen Saugers für diesen Zweck plane. Hannelore Lindner (FW) ergänzte, dass nahezu jede Eiche in der Gemeinde betroffen sei.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren