Kulmbach
Justiz

Feuer in Kulmbacher Freizeithalle: Am Dienstag steht der Ex-Pächter vor Gericht

Knapp zwei Jahre nach dem verheerenden Feuer im Kulmbacher Freizeitcenter müssen sich der frühere Betreiber und ein Helfer vor Gericht verantworten.
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Die Freizeithalle am Goldenen Feld ist bei dem Großfeuer im April 2018 völlig ausgebrannt. Foto: Archiv/Jürgen Gärtner
Die Freizeithalle am Goldenen Feld ist bei dem Großfeuer im April 2018 völlig ausgebrannt. Foto: Archiv/Jürgen Gärtner

Knapp zwei Jahre nach dem Großbrand der Freizeithalle am Goldenen Feld findet am Dienstag der Prozess am Bayreuther Amtsgericht statt: Angeklagt sind der damalige Pächter und ein Helfer, die sich wegen Brandstiftung und Versicherungsmissbrauch verantworten müssen. Ihnen droht eine Freiheitsstrafe zwischen einem Jahr und zehn Jahren. Der Pächter ist zudem auch wegen versuchten Betrugs angeklagt.

Stundenlanger Löscheinsatz

Der Brand in der Freizeithalle, in der neben einem Bowlingcenter auch ein Indoor-Kinderspielplatz und ein Restaurant untergebracht waren, hatte für einen der größten Feuerwehreinsätze der jüngsten Vergangenheit in Kulmbach geführt. Gegen 3.30 Uh war in der Nacht zum 23. April 2018 Rauchentwicklung in der Straße "Am Goldenen Feld" gemeldet worden.

Das Feuer setzte in der mit Blech verkleideten Halle nahezu die komplette Inneneinrichtung in Brand. Bis zu 270 Kräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, des Rettungsdienstes und der Polizei waren stundenlang im Einsatz, nachdem sich die Löscharbeiten schwierig gestalten. Glücklicherweise erlitt bei dem Brand niemand Verletzungen. Es stand jedoch ein Schaden in Höhe von drei Millionen Euro.

Das war merkwürdig

Der Verdacht, dass das Feuer gelegt worden ist, hatte sich den Rettungskräften schon bei den Löscharbeiten aufgedrängt: Da die Flammen an mehreren Stellen bekämpft werden mussten, war es naheliegend, dass Brandbeschleuniger eingesetzt worden waren. Was den Helfern noch merkwürdig vorkam: Es gab Kameras, die in der Halle installiert waren. Das Aufzeichnungsgerät war jedoch verschwunden. So lag die Vermutung nahe, dass es sich bei dem Brandstifter um eine Person gehandelt hat, die über Ortskenntnisse verfügt.

Die der 37-jährige Pächter und sein 28-jähriger Helfer natürlich hatten. Der Pächter, der offenbar finanzielle Schwierigkeiten hatte, soll sich Leistungen aus zwei Versicherungen erhofft haben, wie der frühere Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel schon 2019 mitgeteilt hatte.

Das Geständnis widerrufen

Der Mann hatte demnach eine Betriebsausfallversicherung abgeschlossen sowie eine Absicherung des Inventars der Halle vorgenommen. Der Pächter hat die Tat zwischenzeitlich gestanden, das Geständnis dann aber widerrufen.

Der Prozess vor dem Schöffengericht, bei dem Richter Daniel Götz den Vorsitz hat, beginnt um 8.30 Uhr.

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