Untersteinach
Zwist

Fernwasserversorgung Oberfranken geht auf Fragen aus der Bürgerversammlung in Untersteinach ein

Die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) hat gegenüber der Gemeinde Untersteinach zu Fragen aus der Bürgerversammlung Stellung genommen.
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Symbolbild: Archiv/Patrick Seeger, dpa
Symbolbild: Archiv/Patrick Seeger, dpa

In einem Schreiben an den Geschäftsleiter der Gemeinde Untersteinach, Martin Betz, das der Bayerischen Rundschau vorliegt, nimmt die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) zu einer Thematik Stellung, die Tobias Eichner in der Bürgerversammlung am 9. Oktober angesprochen hatte. In seinen Fragen ging es um die Belastung von Wasser mit Aluminium.

Eichner hatte bis zum vergangenen Jahr die Internet-Seite "Untersteinach transparent" betrieben und dort immer wieder kritische Fragen zur Gemeindepolitik gestellt. Er trat auch gemeinsam mit der Interessengemeinschaft "Pressecklein darf nicht sterben" gegen einen Anschluss an die FWO ein.

Die FWO schreibt nun aktuell an die Gemeinde: "Aluminium ist ein chemisches Element, welches in der Natur vorkommt. Trink- und Mineralwässer weisen generell im Gegensatz zur Nahrung geringe Gehalte von Aluminium auf. Je nach Vorkommen gibt es bei den verschiedenen Wässern eine Bandbreite an Inhaltsstoffen, so auch von Aluminium. Da es natürlich vorkommt, ist Aluminium auch im Wasser des Brunnens Pressecklein zu messen. Aktuell liegt der Wert dort zwischen 0,02 und 0,19 Mikrogramm pro Liter."

Weiter heißt es: "Der Grenzwert für Aluminium gemäß der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) liegt bei 200 Mikrogramm pro Liter oder 0,2 Milligramm pro Liter. Die bei der FWO permanent durchgeführten Untersuchungen bezüglich des Rohwassers aus der Talsperre und des Reinwassers (Trinkwasser) ergeben folgendes Bild: Im Durchschnitt liegt der Wert für das Talsperrenwasser bei 24 Mikrogramm pro Liter, der für Trinkwasser der FWO im Wasserwerk Rieblich bei nur 7 Mikrogramm pro Liter."

Das von Verbandsdirektor Markus Rauh unterzeichnet Schreiben fährt fort: "Möglicherweise wurde das Thema in der Bürgerversammlung in der Absicht angesprochen, die Qualität des Trinkwassers der FWO in ein negatives Licht zu rücken. Jedenfalls könnte man dies daraus ableiten, wenn Herr Eichner seine Aussagen in den Kontext eines Vorfalls in England stellt, wonach dort 1988 nach einem Chemieunfall rund 20 Tonnen (!) Aluminiumsulfat in ein Wasserwerk und anschließend in das Trinkwasser gelangten. Dieser Vergleich ist in keinster Weise angebracht oder akzeptabel. Bedauerlich dabei ist, dass es nicht zum ersten Mal der Fall ist: Bereits im letzten Jahr hat Herr Eichner völlig haltlose Aussagen über die FWO getätigt und verbreitet. Diese musste er vollumfänglich zurücknehmen."

Abschließend heißt es in dem Brief: "Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die FWO im Wasserwerk sogar das natürlich vorkommende Aluminium deutlich reduziert. Auch das Brunnenwasser Pressecklein weist geringe Mengen von Aluminium auf. Da beide Wässer, sowohl das Wasser des Brunnens Pressecklein als auch das Wasser der FWO, die strengen Anforderungen der deutschen Trinkwasserverordnung umfassend erfüllen, sollte sich ein fortwährender Vergleich der Wässer bzw. derer Qualität erübrigen. Gleichwohl gibt es durchaus Unterschiede bei den Inhaltsstoffen bzw. aktuell gemessenen Parametern, etwa bei Arsen (FWO: 0) oder Nitrat (FWO: 4,7 Milligramm pro Liter)."

Tobias Eichner, mit dem Teil der Stellungnahme der FWO, die ihn unmittelbar betrifft, konfrontiert, erklärte dazu der BR gegenüber schriftlich: "(Die Aussagen entbehren) inhaltlich jeglicher Grundlage. Sie (sind) vielmehr dazu geeignet, meinem Ruf schweren Schaden zuzufügen. Augenscheinlich soll durch die unterschwellige Behauptung, ich würde Ressentiments gegen die FWO hegen, versucht werden, meine Glaubwürdigkeit in der Sache zu unterminieren.

Insofern weise ich die Unterstellungen der Fernwasserversorgung Oberfranken auf das Schärfste zurück. Die ,völlig haltlosen Aussagen', wie die FWO den Vorfall im letzten Jahr bezeichnet, waren lediglich fehlerhafte Zahlenangaben, welche die Interessengemeinschaft Pressecklein von Dritten erhielt und bedauerlicherweise ungeprüft weitergab, was wohl unserer damaligen Naivität geschuldet war."

Auf drei Fragen der BR antwortete Tobias Eichner wie folgt: "War Ziel Ihrer Frage in der Bürgerversammlung, das Trinkwasser der FWO in ein schlechtes Licht zu rücken? - Dies ist selbstverständlich zu keiner Zeit der Fall gewesen. Meine Frage bezog sich lediglich auf einen unklaren Sachverhalt - nämlich, ob und falls ja welche Mengen der Chemikalie Aluminiumsulfat im behandelten Trinkwasser verbleiben. Die Angaben dazu habe ich den Veröffentlichungen der FWO entnommen; diese waren für mich als Laien jedoch nicht in vollem Umfang verständlich."

Weiter schreibt Tobias Eichner: "Das Wasser der FWO entspricht sicherlich sämtlichen gesetzlichen Vorgaben, ebenso wie das Wasser unseres eigenen Brunnens. Allerdings muss das hauptsächlich aus Oberflächenwasser gewonnene Trinkwasser der FWO zuerst in einem komplexen Verfahren aufbereitet werden. Dieser Schritt entfällt bei unserem eigenen Brunnenwasser."

Die zweite Frage lautete: Aus welchem Grund haben Sie den Chemieunfall angesprochen? - Dazu Eichner: "Aluminiumsulfat ist eine Chemikalie, die - falsch eingesetzt - schwere gesundheitliche Auswirkungen nach sich ziehen kann. Die möglichen Langzeitfolgen von Aluminium sind schon seit längerem Gegenstand eines wissenschaftlichen Diskurses. Ich empfehle Ihnen daher, mehrere neutrale Quellen zu Rate zu ziehen, um Ihre Leser sachlich und ohne externe Einflussnahme zu informieren."

Die dritte Frage: Ist die Aussage in den beiden letzten Sätzen (des Ihnen vorliegenden Teils) der FWO-Stellungnahme aus Ihrer Sicht korrekt bzw (wie) wollen Sie sich dazu äußern?- Eichner dazu: "Siehe meine Einleitung zu dieser Nachricht. Im übrigen möchte ich an dieser Stelle erneut darauf hinweisen, dass alle von mir wiedergegebenen Informationen offiziellen und/oder vertrauenswürdigen Quellen entnommen wurden. Sollte die FWO auf den meiner Ansicht nach rufschädigenden Aussagen in ihrer Mitteilung beharren, behalte ich mir ausdrücklich rechtliche Schritte gegen das Unternehmen im Allgemeinen und verantwortlichen Personen im Speziellen vor."

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