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Kulmbach
Berufswahl

Feilen, sägen, Roboter bewegen

Bei der 28. Ausbildungsmesse am Samstag blieben keine Wünsche offen. Hunderte von Jugendlichen informierten sich über ihre Berufschancen.
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Vom Tablet-PC aus steuert Lukas Mertel (links) den von Wolfgang Lormes entwickelten Greifroboter.  Fotos: Stephan Stöckel
Vom Tablet-PC aus steuert Lukas Mertel (links) den von Wolfgang Lormes entwickelten Greifroboter. Fotos: Stephan Stöckel
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Sie schrauben, sägen, feilen und lassen Roboter nach ihrer Pfeife tanzen. Die Rede ist von den jungen Leuten, die am Samstag die 28. Kulmbacher Ausbildungsmesse im Beruflichen Schulzentrum besuchen. Mit 123 Ausstellern verzeichnet die "Leistungsschau der heimischen Wirtschaft", von der Landrat Klaus Peter Söllner spricht, eine Rekordbeteiligung.


Motto mitmachen

An vielen Ständen lautet das Motto: "Mitmachen ist angesagt!" Das lässt sich Lukas Mertel aus Lehenthal nicht zweimal sagen. Mit den Händen wischt er über den Tablet-PC, und schon beginnt der Greifroboter sich zu bewegen. "Das ist fast wie Bagger fahren", schwärmt der Jugendliche. Nur die Hebel und Steuereinheiten fehlen. "Ich kann nämlich Bagger fahren", verblüfft der 15-Jährige, für den nur ein handwerklicher Beruf in Frage kommt, Oberstudienrat Wolfgang Lormes, der den Roboter entwickelt hat.

Beide kennen sich vom MGF-Gymnasium. Am Stand der Firma Schwender Energie- und Gebäudetechnik treffen sie sich. Das Thurnauer Unternehmen hatte den Aufbau eines Hightechlabors an der Schule unterstützt - der Lehrer revanchiert sich, indem er seinen Roboter auf der Messe vorführt.


Frauen und Technik

Frauen und Technik - passt das zusammen? "Selbstverständlich", sagt die 13-jährige Celina Schreiber aus Wirsberg, die sich vorstellen könnte, einmal Feinwerkmechanikerin zu werden. "Ich brauche Bewegung und Aktion. Außerdem möchte ich meine Kreativität ausleben können."

Am Stand der Kulmbacher Firma Dörnhöfer stellt sie ihr Können bei der Produktion eines Schlosses unter Beweis. Maryann Jannek, die den Beruf der Metallbauerin erlernt, schaut ihr beim Sägen über die Schulter.


Lehrlinge geben Auskunft

Es sind viele Lehrlinge, die die jungen Messebesucher empfangen. Aus erster Hand erhalten sie von anderen jungen Leuten authentische Informationen über Ausbildung und Berufsalltag.

"Mein Beruf als Fachkraft für Lebensmitteltechnik macht mir Spaß. Diese Freude möchte ich an andere junge Menschen weitergeben, die sich für meinen Beruf interessieren", sagt Dogan Apari vom Kulmbacher Backmittelhersteller Ireks. Einer von ihnen ist der 14-jährige Tom Mücke, der meint: "Dieser Beruf hat Zukunft. Denn essen muss der Mensch immer."

Flanieren, informieren und ausprobieren - Hunderte von Jugendlichen nutzen alle Möglichkeiten der Ausbildungsmesse. Die Vielzahl der Stände lässt so gut wie keine Wünsche offen.


Rekordbeteililgung

In der Rekordbeteiligung spiegelt sich für Michael Pfitzner vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft, der die Messe zusammen mit dem Landkreis ausrichtet, die demografische Entwicklung wider: "In Zeiten einer boomenden Wirtschaft und geburtenschwacher Jahrgänge ist der Wettstreit um den Nachwuchs groß."

Dass sich der Arbeitgebermarkt zu einem Arbeitnehmermarkt gewandelt hat, stellte auch der Chef des Beruflichen Schulzentrums, Alexander Battistella, fest. Nach Ansicht von Landrat Söllner waren die beruflichen Chancen für junge Leute noch nie so gut wie heute.


Entscheidung fürs Leben

Staatsministerin Melanie Huml würdigt die Ausbildungsmesse als Erfolgsmodell. Die Berufswahl sei eine Entscheidung fürs Leben. "97 400 Stunden verbringt der Deutsche in seinem Leben mit der Arbeit. Da muss der Beruf schon richtig Freude machen. Umso wichtiger ist es, den passenden zu wählen", sagt die bayerische Gesundheitsministerin.

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