Neuenmarkt
Wetter

Tornado in Oberfranken: Wirbelsturm schlägt Schneise

Am Dienstag fegte ein Tornado über die Felder zwischen Neuenmarkt und Wirsberg. Auf Nachfrage bestätigte der Deutsche Wetterdienst das Naturspektakel. Selten sind Tornados in Deutschland aber nicht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Tunnelwolke von Himmelkron aus fotografiert. Hier bildet sich der Tornado über dem Kulmbacher Land.  Foto: Screenshot/Feuerwehr Himmelkron
Die Tunnelwolke von Himmelkron aus fotografiert. Hier bildet sich der Tornado über dem Kulmbacher Land. Foto: Screenshot/Feuerwehr Himmelkron
+4 Bilder

Wolkenbruch, Sturm, ein Erdrutsch - und ein Tornado. Das Wetter sorgte am Dienstag für allerlei Aufregung. Hobby-Meteorologen haben es dokumentiert: Was auf vielen Bildern im Internet verbreitet wurde und Grund zu Spekulationen gab, wurde dann vom Deutschen Wetterdienst bestätigt. Zwischen Neuenmarkt und Wirsberg im Kulmbacher Land hat eine Windhose gewütet.

Dieser besonderen Form eines Wirbelsturmes sind sogenannte Stormchaser (Sturmjäger) auf die Spur gekommen. Das sind Menschen, die gezielt auf der Suche nach Unwetter, Stürmen oder Gewittern sind, um sie fotografisch zu dokumentieren. Ein solcher Sturmjäger ist auch der Kulmbacher Christopher Pittrof, der sich nicht nur auf das Bild des (zunächst mutmaßlichen) Tornados beschränkte, sondern der auch das Gelände, über das er gezogen sein könnte, gestern gründlich in Augenschein nahm.

"In einem Feld ein paar hundert Meter westlich der B 303 waren eindeutige Spuren zu finden, die auf einen Tornado schließen lassen", berichtet er auf der Facebook-Seite "Stormchasing Oberfranken - Dem Unwetter auf der Spur". Der Tornado habe eine Schneise geschlagen, die an der breitesten Stelle etwa 100 Meter breit sei.

Deutscher Wetterdienst bestätigt Tornado: 116 Stundenkilometer Geschwindigkeit

Dass es sich tatsächlich um einen Tornado gehandelt hat, bestätigte der Deutsche Wetterdienst (DWD). Andreas Friedrich, der Tornado-Beauftragte des DWD, der die Fotos und ein Video gesichtet hat, sagte auf Anfrage unserer Zeitung: "Da passt alles zusammen - das war ein Tornado." Allerdings einer der schwächeren Sorte, anzusiedeln ganz unten auf der internationalen Fujita-Skala, aber doch stellenweise mit bis zu 116 Stundenkilometern Geschwindigkeit unterwegs.

Glücklicherweise sei das auf unbebautem Gelände passiert. "Sonst hätten schon Dächer abgedeckt werden können und Menschen wären in Gefahr gewesen."

Solche Tornados gibt es nach Aussage des Experten in Deutschland bis zu 60 Mal im Jahr. Die Dunkelziffer sei hoch, weil viele Tornados gar nicht entdeckt würden. Entgegen dem Eindruck, der bisweilen in den Medien erweckt werde, nehme die Zahl der Tornados übrigens nicht zu. "Es wird nur unter anderem in den sozialen Netzwerken mehr dokumentiert."

Lesen Sie auch auf inFranken.de: Dauerregen in Franken vorbei - kommt jetzt endlich der Sommer?

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren