Kulmbach

Familienhistorie aus zweiter Hand

Thomas Frohmader liest in der BR, dass Marianne Müller eine Schülerin seines Großvaters war, den er selbst kaum kannte. Er besucht er die alte Dame.
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So verewigte sich Lehrer Wilhelm Frohmader von der Blaicher Schule 1935 im Poesiealbum seiner Schülerin Marianne Hereth. Foto: Ronald Rinklef
So verewigte sich Lehrer Wilhelm Frohmader von der Blaicher Schule 1935 im Poesiealbum seiner Schülerin Marianne Hereth. Foto: Ronald Rinklef
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Thomas Frohmader stammt aus Kulmbach und lebt heute in Bremen. Für drei Tage ist er zu Besuch bei seiner Mutter und seinen Geschwistern, die in Wernstein leben. Er greift am Dienstagmorgen zur Bayerischen Rundschau, um zu erfahren, was sich so tut in seiner alten Heimat, und traut seinen Augen kaum: In unserer Reportage zum Wochenthema Liebe liest er die Geschichte von Marianne Müller und ihrem Poesiealbum aus den dreißiger Jahren, illustriert mit einer Zeichnung ihres Lieblingslehrers Wilhelm Frohmader. Es handelt sich um Thomas Frohmaders Großvater.

Spontanbesuch im Seniorenheim

Ein Anruf bei uns in der BR-Redaktion, ein zweiter im Heiner-Stenglein-Senioren- und Pflegeheim Am Rasen - und der Kontakt zu Marianne Müller ist hergestellt. Thomas Frohmader und seine Schwester Brigitte Raatsie besuchen die 92-Jährige, um sich den Eintrag ihres Großvaters ins Poesiealbum im Original anzusehen und von Marianne Müller zu erfahren, wie er damals so war, der "Frohmaders Helm" - als Lehrer und als Mensch.

Thomas Frohmader war gerade einmal drei Jahre alt, als sein Großvater starb. "Ich habe kaum eigene Erinnerungen an ihn. Ich sehe mich noch auf seinem Knie sitzen und habe ihn als recht groß gewachsenen Mann in Erinnerung. Aber ich war ja selbst noch klein", sagt der inzwischen 73-Jährige. Vom Gespräch mit der einstigen Schülerin seines Opas erhofft er sich, eine kleine Lücke in der Familienhistorie zu schließen.

Seine ein Jahr ältere Schwester weiß noch, dass ihr Opa dafür bekannt war, "dass er zwölf Instrumente spielen konnte und genauso viele Klöß' essen".

Bei allen Kindern beliebt

Ein großer, stattlicher Mann sei ihr einstiger Lehrer Frohmader gewesen, bestätigt Marianne Müller, eine geborene Hereth, die ihr ganzes Leben in der Blaich verbracht hat und auch dort zur Schule ging. "Wir hatten zwei männliche Lehrer", erzählt sie, "einen sehr strengen und einen lustigeren, der oft mit uns raus in die Natur gegangen ist." Letzterer war Wilhelm Frohmader, und deshalb der Lieblingslehrer der kleinen Marianne. "Er war bei allen Kindern beliebt, eben weil er nicht so streng war. Respekt hatten wir aber trotzdem alle!"

Leidenschaftlicher Imker sei Frohmader gewesen, erinnert sich die einstige Schülerin noch. "Er war sehr naturverbunden."

Es wurde viel gelacht beim Treffen der Frohmader-Enkel mit der einstigen Schülerin ihres Großvaters. "Es war wirklich schön, jemanden zu treffen, der unseren Großvater noch gekannt hat", freut sich Thomas Frohmader. Die 92-Jährige wiederum genoss die nette Gesellschaft und den duftenden Fliederstrauß, den ihr die Überraschungsgäste mitbrachten.

Hier finden Sie die Geschichte von Marianne Müllers historischem Poesiealbum.

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