Kulmbach
Kritik

Fall Hossein aus Kulmbach: Landesbischof kritisiert, dass Gerichte über Glauben entscheiden

Kritische Worte fand der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zur aktuellen Praxis, dass Gerichte über den Glauben entschieden.
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Hossein mit seiner Schwester Parnian bei deren Taufe im OktoberArchiv/privat
Hossein mit seiner Schwester Parnian bei deren Taufe im OktoberArchiv/privat

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die Abschiebung von Asylbewerbern kritisiert, die zum Christentum konvertiert sind und in ihrer Heimat daher bedroht werden. "Das ist eine Frage, die uns große Sorgen macht", sagte er, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Aktuell hat der Fall des Iraners Hossein Schlagzeilen gemacht, dessen Asylantrag abgelehnt worden war und über dessen Asylfolgeantrag am Donnerstag eine Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth stattfand, wo jedoch noch keine Entscheidung fiel.

Es sei nicht akzeptabel, wenn Gerichte darüber entschieden, ob Flüchtlinge etwa aus dem Iran sich nur taufen ließen, um in Deutschland bleiben zu können, betonte nun der Landesbischof.

"Da werden abstruse Fragen gestellt, mit denen am Ende bewiesen werden soll, dass die das gar nicht ernst meinen", sagte der bayerische Landesbischof. "So als ob ein Gericht sich an die Stelle der Kirche setzen kann, die am besten beurteilen kann, ob ein Mensch es ernst meint mit dem Glauben und sich deswegen taufen lässt."

Bedford-Strohm betonte: "Es ist ein großes Problem mit vielen tragischen Einzelfällen." Die evangelische Landeskirche Bayern sei deswegen in einem intensiven Gespräch mit der Staatsregierung. "Ich habe im Moment den Eindruck, dass das Problem erkannt wird."

Ob dem Asylfolgeantrag entsprochen wird, entscheidet das Verwaltungsgericht in den nächsten 14 Tagen.

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