Kulmbach
Ausbildung

Fachtagung in Kulmbach: Hebammen und Entbindungspfleger werden akademisch

Bei der überregionalen Fachtagung "Bauchgefühl" im Landratsamt Kulmbach stand das Berufsbild der Hebamme und des Entbindungspflegers im Mittelpunkt. Fest steht: In Zukunft wird die Hebammenausbildung akademisiert. Oberfranken soll eine Hochschule bekommen.
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Fachfrauen informierten bei der Tagung im Kulmbacher Landratsamt über die Zukunft des Hebammenberufs.Sonny Adam
Fachfrauen informierten bei der Tagung im Kulmbacher Landratsamt über die Zukunft des Hebammenberufs.Sonny Adam
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Die Sicherung der medizinischen Versorgung auch in ländlichen Regionen ist ein Ziel des Landkreises. Jetzt hatte die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus im Landratsamt Kulmbach, Annekatrin Bütterich, zu einer überregionalen Fachtagung eingeladen. Die Veranstaltung richtete sich an Schüler, Lehrer, Eltern, Interessierte, aber auch an all die Menschen, die möglicherweise noch einen Berufswechsel anstreben. Im Mittelpunkt der Fachtagung stand der Beruf der Hebamme oder des Gesundheitspflegers, wie Männer, die diesen Beruf ergreifen möchten, genannt werden würden.

Durch die geplante Akademisierung des Hebammenberufs erfahre dieses Tätigkeitsfeld eine neue Wertigkeit, merkte Landrat Klaus Peter Söllner an. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die mit Mitteln des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert worden ist, standen Informationsstände.

Die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg, die Katholische Stiftungshochschule München, die Berufsfachschule der Hebammen Bamberg, aber auch das Klinikum Kulmbach, die Hebammen des Landkreises Kulmbach, die Schwangerenberatungsstelle und das KoKi-Netzwerk Frühe Kindheit informierten an Ständen. Emma Schmidt (12) und Hanna Schulze (12) sowie Leni Schmitt (10) stöberten gern in der Hebammentasche. Einfach so. Denn natürlich sind die Mädchen viel zu jung, um schon zu wissen, welchen Beruf sie ergreifen werden. "Aber ich mag Babys. Aber ich schaue noch, ob ich Lehrerin, Hebamme oder Polizistin werden soll", sagt Leni Schmitt.

CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner sprach offen die aktuelle Diskussion über Hebammenmangel und über die Ausbildung der Hebammen an. "Fakt ist, dass wir - gemäß der EU-Richtlinie - den gesamten Hebammenstand akademisieren werden", sagte Zeulner klipp und klar. Das bedeutet, dass Hebammen in Zukunft als Voraussetzung Fachhochschulreife oder Hochschulreife haben müssen. Großen Wert legt Emmi Zeulner darauf, dass auch in Oberfranken so eine Hebamme nausbildungsmöglichkeit angesiedelt wird: "Es darf nicht passieren, dass wir unsere Hebammen erst aus Franken wegschicken und sie dann, weil wir sie brauchen, wieder zurückholen müssen.".

Um den Hebammenmangel nicht noch weiter zu verschärfen, soll bereits während der Ausbildung eine Vergütung erfolgen. Auch auf die Frage, woher die Dozenten kommen sollen, hatte die Bundestagsabgeordnete eine Antwort: Es soll eine Übergangsreglung geben, dass Praktikerinnen mit jahrzehntelanger Hebammenerfahrung auch an die Hochschule berufen werden können.

Susanne Weyherter, stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Hebammen-Landesverbands, stellte den Verband vor. Vorträge von Klaudia Winkler, Vizepräsidentin der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, von Elena Martinez, Fakultätsreferentin Hebammenkunde der Katholischen Stiftungshochschule München, von Frauke Briege, Schulleiterin der Berufsfachschule für Hebammen Bamberg, sowie von Alexandra Gahn, leitende Hebamme in der Frauenklinik des Klinikums Kulmbach, folgten.

Die Kreissprecherin der Hebammen, Anja Maier, betonte, dass mit der Veranstaltung Aufsehen erregt werden und dass der Standort Kulmbach als Ausbildungsort für Hebammen ins Spiel gebracht werden solle.

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