Kulmbach
Enährung

Expertin rät: "Fischverzehr kann Risiko schwerer Erkrankungen mindern"

Fischessen ist gesund, heißt es. Warum das tatsächlich so ist und welche Fische auch noch in Sachen Nachhaltigkeit und Regionalität punkten, erklärt Rosina Püttmann vom Kompetenzzentrum für Ernährung in Kulmbach.
Artikel drucken Artikel einbetten
Fisch ist nicht nur lecker, sondern kann auch das Krankheitsrisiko minimieren. Foto: pixabay.com/nipapun
Fisch ist nicht nur lecker, sondern kann auch das Krankheitsrisiko minimieren. Foto: pixabay.com/nipapun
+1 Bild

Fisch ist gesund, sagt Rosina Rosina Püttmann vom Kompetenzzentrum für Ernährung in Kulmbach. Warum das so ist, erklärt sie im kurzen Interview: Fisch gilt als sehr gesund: Warum ist das so?

Rosina Püttmann: Regelmäßiger Fischverzehr kann zum Beispiel das Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Fettstoffwechselstörungen mindern. Neben hochwertigem Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren liefert Fisch auch Vitamin D, Selen und Jod. Reich an langkettigen Omega-3-Fettsäuren sind besonders die fettreichen Seefische wie Lachs, Makrele oder Hering. Aber auch heimische Süßwasserfische wie Forelle oder Karpfen enthalten die Omega-3-Fettsäuren in ähnlicher Menge wie fettarme Seefische (Seelachs, Seehecht, Scholle oder Rotbarsch).

Wie oft sollten wir Fisch essen - und wie viel?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche, davon im besten Fall 70 g fettreichen Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering und 150 g fettarmen Fisch. In der Realität wird aber deutlich weniger Fisch gesessen.

Auch im Rahmen ihrer Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung empfehlt die DGE z. B. in der Kita- und Schulverpflegung innerhalb von 20 Verpflegungstagen viermal Seefisch (also einmal pro Woche) in den Speiseplan aufzunehmen.

Franken gilt als Fischregion: Welche hiesige Art ist die gesündeste?

Forelle, Saibling und vor allem Karpfen sind in der fränkischen Region am häufigsten auf dem Speiseplan zu finden. Auch diese Süßwasserfische enthalten die genannten Nährstoffe, die Fisch als Lebensmittel so wertvoll machen. Bereits eine wöchentliche Fischmahlzeit von 200 g Forellen- oder Saiblingsfilet können den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren decken.

Auch der in Franken beliebte Karpfen, steht in keiner Weise den Inhaltsstoffen seiner Süßwasserkollegen nach. Der Fettanteil des Karpfens ist abhängig von seiner Fütterung. Der natürliche Fettanteil liegt, ähnlich wie bei der Forelle, bei ca. 4-5 %.

Wie hole ich das Beste aus dem Fisch heraus?

Ob Braten, Backen, Kochen, Pochieren, Grillen, Dünsten oder Dämpfen, alle Garmethoden sind für Fische geeignet. Generell sollten nährstoffschonende Garmethoden wie Dünsten oder Dämpfen bevorzugt werden. Hier kann auf die zusätzliche Zugabe von Fett verzichtet werden.

Zum fettfreien Dünsten können Sie den Fisch mit Kräutern in eine Bratfolie legen und dann im Backofen garen. Zum Fisch passen Kräuter und Gewürze wie Basilikum, Dill, Curry, Thymian, Pfeffer, Senf, Senfkörner, Ingwer und Knoblauch.

Wer den Fisch gerne gebraten und/oder paniert bzw. frittiert isst, sollte sich des höheren Fettgehaltes, der sich dann in der Panade versteckt, bewusst sein.

Stichwort Nachhaltigkeit: Was gibt es für Verbraucher zu beachten?

Immer mehr Fischbestände sind von Überfischung betroffen. Daher ist es wichtig auf eine nachhaltige Herkunft zu achten und Fische aus bestandserhaltender und umweltschonender Fischerei oder Aquakultur auszuwählen. Hilfe beim Einkauf bieten Siegel der verschiedenen Organisationen und Verbände, wie das MSC-Siegel oder das ASC-Siegel. Zur Orientierung gibt es auch Checklisten und Ratgeber zum Fischeinkauf, die zeigen welche Fische eine gute Wahl sind. Heimische Fische wie der fränkische Karpfen punkten bei der Nachhaltigkeit mit kürzeren Transportwegen und ihrer Frische.



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren