Kulmbach
Burggeflüster

Essen retten via App

Wenn alle ihre Teller leer gegessen hatten und auch in den Töpfen nichts mehr übrig war, hieß es bei meiner Oma immer: Morgen wird's schön! Wir haben Glück, dass diese Vorhersage nicht wirklich zutreffend ist.
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Mit der Too-Good-To-Go-App kann man Lebensmittel vor der Tonne retten und gleichzeitig günstig einkaufen. Foto: Too Good To Go
Mit der Too-Good-To-Go-App kann man Lebensmittel vor der Tonne retten und gleichzeitig günstig einkaufen. Foto: Too Good To Go

Wäre sie es, müsste es in Deutschland eigentlich an 365 Tagen im Jahr regnen. Denn immer noch wandern hierzulande Unmengen an noch genießbaren Lebensmitteln in den Müll. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wirft jeder Deutsche jährlich mindestens 55 Kilogramm an gutem Essen in die Tonne. Zahlen des Umweltbundesamts zufolge sind es sogar rund 80 Kilogramm.

Umso erfreulicher ist es, wenn sich Menschen finden, die der Verschwendung den Kampf ansagen. So geschehen etwa im Kulmbacher Nachbarlandkreis Kronach. Eine junge Frau versucht dort im Moment eine App zu etablieren, die in Großstädten schon wesentlich weiter verbreitet ist als auf dem Land. Too Good To Go - also, zu gut zum Wegwerfen - lauten Name und Motto der App.

Das Funktionsprinzip ist vergleichsweise einfach: Geschäfte, die Essen verkaufen - also zum Beispiel Supermärkte und Restaurants - können Lebensmittel, die übrig geblieben sind, in der App anbieten. Nutzer der App wiederum können die Lebensmittel zu einem günstigen Preis einkaufen und vor der Tonne retten. Zwei Fliegen, eine Klappe.

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In Kronach hat sich mittlerweile ein Supermarkt als Anbieter registriert. In einer Facebook-Gruppe zeigen sich die dortigen App-Nutzer immer wieder begeistert über die von ihnen geretteten Lebensmittel. Da kommt schnell der Gedanke auf: Das will ich jetzt aber auch mal ausprobieren. Mein Blick in die App zeigt jedoch: Noch keine Angebote in Kulmbach. Eigentlich schade, dabei hätte die Stadt doch kulinarisch so einiges zu bieten.

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