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Reaktion

Antisemitismus-Diskussion: Enoch zu Guttenberg gibt "Echo" zurück

Star-Dirigent Enoch zu Guttenberg gibt seinen "Echo"-Preis zurück. Damit reagiert er auf die Vergabe des Preises an die Rapper Kollegah und Farid Bang.
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Enoch zu Guttenberg gibt seinen "Echo"-Preis zurück.Archiv/Franz-Josef Fischer
Enoch zu Guttenberg gibt seinen "Echo"-Preis zurück.Archiv/Franz-Josef Fischer
"Nachdem solch ein Preis nun im Jahr 2018 auch Verfassern von widerwärtigen antisemitischen Schmähtexten verliehen und noch dazu vom 'Ethikrat' Ihres Verbandes bedenkenlos freigegeben wurde, würden wir es als Schande empfinden, weiterhin diesen Preis in unseren Händen zu halten", schreibt zu Guttenberg in einem offenen Brief an den Vorstand des Bundesverbands Musikindustrie.

Der Dirigent hatte die Auszeichnung im Jahr 2008 gemeinsam mit dem Orchester KlangVerwaltung für die Einspielung der vierten Symphonie von Anton Bruckner in der Kategorie "Klassik" erhalten.

"Meine Kolleginnen und Kollegen und ich haben uns über diese Auszeichnung sehr gefreut und haben bis heute in unseren jeweiligen Vitrinen mit Stolz darauf verwiesen", schreib zu Guttenberg weiter.

"Das einstige Symbol für gute künstlerische Arbeit hat sich in ein schmutziges Menetekel für eine Entwicklung in unserem Land verwandelt, die uns mit tiefster Sorge erfüllt."

Am vergangenen Donnerstag waren die Rapper Kollegah und Farid Bang mit dem Musikpreis für ihr Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" ausgezeichnet worden, das als antisemitisch kritisiert wird.
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