Wartenfels
Ausstellung

Enkel des Kulmbacher Malers Max Wild entdeckt über 600 Zeichnungen im Keller

Fast schon vergessene Zeichnungen des Kulmbacher Malers Max Wild präsentieren sein Sohn Günter Wild und sein Enkel Hans Peter Wild jetzt in Wartenfels.
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Der Enkel des bekannten Malers Max Wild, Hans Peter Wild, hat die Zeichnungen seines Opas im Keller gefunden.Sonny Adam
Der Enkel des bekannten Malers Max Wild, Hans Peter Wild, hat die Zeichnungen seines Opas im Keller gefunden.Sonny Adam
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Der Kulmbacher Maler Max Wild, der im Jahr 1988 den Kulturpreis des Landkreises bekommen hat, ist vor allem wegen seiner gefälligen Aquarelle bekannt. Leicht dahingemalte Landschaften, verschwimmende Farben - das ist das Werk, das jeder Kunstfreund mit Max Wild in Verbindung bringt. Doch Max Wild hat auch Zeichnungen hinterlassen.

"Als wir den Keller ausgeräumt haben, habe ich im Keller viele Zeichnungen meines Opas gefunden", erzählte Enkel Hans Peter Wild bei der Vernissage in Wartenfels. Mehr als 600 Handzeichnungen verschiedener Epochen, Zeichnungen, die mit Röthelkreide gefertigt wurden, Grafiken und natürlich auch Aquarelle wurden gefunden. Es handelt sich um ausnahmslos naturalistische Zeichnungen - gefertigt mit Bleistift, Tusche oder verschiedenen Kreidearten. Die Motive konzentrieren sich auf Landschafts- und Naturimpressionen aus den Landkreisen Kulmbach und Kronach.

Max Wild wurde 1911 in Lauenstein geboren, besuchte dann die Realschule in Kronach, die Oberrealschule in Hof. Später studierte er an der TU in München Kunst. 1939 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Er kehrte schwer verwundet aus dem Krieg heim. In den Jahren von 1955 bis 1967 war Max Wild dann als Kunsterzieher am Graf-Münster-Gymnasium in Bayreuth tätig. 2000 ist er in Kulmbach gestorben.

"Er hat ein reiches Werk hinterlassen", erinnerte der akademische Maler Hans-Dieter Ernst an "seinen Kollegen". Ernst referierte bei der Vernissage über die Kunst der Handzeichnung. Er ging auf verschiedene Materialien ein, zeigte wieder entfernbare Reißkohle aus Weidenholz, Röthelkreide, Graphit und Pastellkreiden. Die Vernissagebesucher konnten die verschiedenen Materialien auch ausprobieren.

In seinem Referat beleuchtete Ernst die Bedeutung von Begrenzungs- und Binnenlinien sowie von Zeichnungen im Verlauf der Kunstgeschichte auf. Sein Vortrag stellte die Bilder Wilds in einen Zusammenhang mit Künstlern wie Dürer, van Gogh und Picasso.

Öffnungszeiten Die Ausstellung "Zeichnungen" von Max Wild kann am Ostersonntag von 14 bis 16 Uhr und am Ostermontag von 14 bis 16 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist kostenlos.



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