Kulmbach
Schulanfang

Elsbeth ist "die beste Busfahrerin, die es gibt"

Elsbeth Scheibe lässt ihren Bus langsam in den Kulmbacher Omnibus-Bahnhof einrollen. Schon stürmen Dominik Hampel, Fabian Weith und David Wagner in den Bus. "Elsbeth, wer fährt denn am ersten Schultag?" erkundigen sich die drei 14-Jährigen. "Na ich", antwortet die 57-Jährige und muss lachen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Elsbeth Scheibe am Steuer ihres Busses. Jeden Tag fährt sie zwischen Kronach und Kulmbach hin und her, ab Donnerstag hat sie wieder vorwiegend Schulkinder an Bord. "Ich freue mich schon auf den Trubel", sagt die Kulmbacherin.
Elsbeth Scheibe am Steuer ihres Busses. Jeden Tag fährt sie zwischen Kronach und Kulmbach hin und her, ab Donnerstag hat sie wieder vorwiegend Schulkinder an Bord. "Ich freue mich schon auf den Trubel", sagt die Kulmbacherin.
Elsbeth Scheibe fährt seit 34 Jahren Bus, seit 29 Jahren auf der Linie zwischen Kulmbach und Kronach. Und diese drei Pappenheimer kennt sie schon lange. "Ich komme gut mit ihnen aus", lacht sie lauthals auf, als die drei Jungs mit lautem "Jippppiiih"-Geschreie weiterziehen.

"Die Elsbeth ist die beste Busfahrerin, die es gibt. Die ist viel netter als all die anderen", stellt Dominik Hampel der 57-Jährigen ein Super-Zeugnis aus. "Manchmal verteilt sie sogar Kaugummis", verrät er. "Wir kommen super aus mit unserer Elsbeth", bestätigt auch Fabian Weith. " Sie ist einfach cool", konstatiert auch David Wagner.

Elsbeth Scheibe hat kein Problem, dass sie für alle Kids nur "die Elsbeth" ist. Im Gegenteil. "Ich sitze schon so lange am Steuer, dass ich manchmal schon die zweite oder dritte Generation fahre", sagt sie.
Sie müsse jedes Mal schmunzeln, wenn wieder ein Zögling, den sie einst in die Schule kutschiert hat, mit Kinderwagen oder Nachwuchs am Busbahnhof auftaucht.

"Ich fahre auch noch mit 70"

"Wenn ich es gesundheitlich schaffe, dann fahre ich auch noch mit siebzig", sagt Elsbeth Scheibe. Sie findet ihren Job kein bisschen langweilig. Denn jeden Tag gebe es etwas anderes. Für die Kulmbacherin beginnt der Tag um dreiviertel Fünf. Dann startet sie vom Schwedensteg mit dem Bus nach Nauenmarkt. Um 5.10 Uhr beginnt die Linie zwischen Kulmbach und Kronach. Sie führt über Mainleus, Danndorf, Gärtenroth, Wildenroth, Kirchlein, Burkersdorf, Küps, Johannisthal, Neuses bis nach Kronach. "Es sind Berufschüler dabei und Waldorf-Schüler, die von Küps nach Veitlahm fahren", erzählt die Busfahrerin. "Früher hatte ich sogar noch Zeitungen dabei, ich habe sie an den Bushaltestellen abgelegt und dort haben sie die Austeiler dann abgeholt", erzählt Elsbeth Scheibe. Heute liefere sie nur noch eine Rundschau aus - nach Burkersdorf. Die wirft sie einfach aus dem Fenster direkt in den Carport der Familie.

Einmal hat Elsbeth Scheibe ein Mädchen befördert, dem jeden Tag übel wurde, weil es das Busfahren nicht vertrug. "Die hat mir so leid getan, aber wenn sie ganz vorne mitfahren durfte, ging es", erinnert sie sich.
"An den ersten Schultagen ist Schonfrist - da müssen erst die Karten ausgegeben und die Monatspunkte aufgeklebt werden. Das dauert ein bisschen, bis alles passt", kennt Elsbeth Scheibe das Prozedere schon. Auch wenn jemand mal die Karten vergessen hat, ist das kein Malheur. Dann muss derjenige einen Zettel ausfüllen - und wird trotzdem mitgenommen.

Etwas mag Elsbeth Scheibe gar nicht: Gedränge beim Einsteigen. "Wenn jemand mit dem Fuß zwischen Bus und Borsteinkante gerät, ist das einfach gefährlich", sagt sie. Wenn sich mehrere Schüler gleichzeitig durch die Türen drängten, werde zudem immer wieder der Gummi an der Tür abgerissen. "Das muss nicht sein. Es kommt ja jeder rein", sagt sie.

Auch Essen im Bus findet die Busfahrerin nicht in Ordnung. "Manchmal sieht man's nicht, wenn hinten gegessen wird - erst hinterher, wenn dann alles im Bus rumfliegt", sagt Scheibe. Zur Sicherheit habe sie immer Lappen und Putzmittel dabei.

Die meisten Schüler benähmen sich sehr anständig. "Die Jüngeren erzählen auch mal was, auch aus der Familie", weiß Elsbeth Scheibe und fungiert so manches Mal als Kummerkasten. Auch dann, wenn in der Schule etwas vorgefallen ist. Da sie selbst fünf Enkel zwischen drei und 15 Jahren hat, kennt sie all die Sorgen, die die Kids von heute so haben. "Die meisten Geschichten, die ich so zu hören kriege, sind aber eher lustig."

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren