Kulmbach
Heimatgeschichte

Elise-Gleichmann-Buch: Die erste Auflage war sofort weg

Die Nachfrage nach einem Buch mit Texten der Kulmbacher Heimatschriftstellerin Elise Gleichmann ist riesig. Die erste Auflage war sofort ausverkauft.
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Bei der Arbeit an ihrem Buch über Elise Gleichmann erhielt Andrea Senf unter anderen Unterstützung von Burgführer Peter Hofmann. Foto: Archiv/Dagmar Besand
Bei der Arbeit an ihrem Buch über Elise Gleichmann erhielt Andrea Senf unter anderen Unterstützung von Burgführer Peter Hofmann. Foto: Archiv/Dagmar Besand

Das hätte sich Andrea Senf auch in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt: Kaum war ihre Sammlung bislang unveröffentlichter Texte der Kulmbacher Heimatschriftstellerin Elise Gleichmann auf dem Markt, war die erste Auflage schon ausverkauft . Nach dem historischen Stammtisch der Freunde der Plassenburg, bei dem jenes Buch vorgestellt und zum Verkauf angeboten worden war, mussten sich etliche Besucher vertrösten lassen und ohne das Buch nach Hause gehen. "Wir werden nachdrucken", versprach die Herausgeberin.

Alte Kulmbacher als "Übersetzer"

Mit der Vorstellung des Buches ist ein Projekt zu Ende gegangen, das sich über mehr als vier Jahre hingezogen hat, und an dem zahlreiche Menschen beteiligt waren. Von Kreisheimatpfleger Harald Stark war Andrea Senf 2014 auf den Nachlass von Elise Fleischmann aufmerksam gemacht geworden. Allein: Sie konnte damit nicht viel anfangen, waren die zahllosen Blätter doch in deutscher Schrift beschrieben - und die kann Andrea Senf nicht lesen.

Ihre Idee, ältere Menschen als "Übersetzer" zu gewinnen, entwickelte sich zum Selbstläufer. Zunächst stiegen Bewohner des Seniorenheims "Mainpark" ein, dann eine ganze Reihe alter Kulmbacher, die über Monate hinweg lasen, rätselten, schrieben. Nun ist das Werk endlich vollbracht. "Billmesschnitzer und Hulzfraala" heißt das Buch, für das der renommierte Heimatforscher Adrian Roßner das Vorwort geschrieben hat.

Zu finden sind in dem Buch viele Geschichten, teils in Mundart geschrieben. Es geht um die Sagengestalten, allen voran die berühmte Weiße Frau, aber auch um die Drud, das Hulzfraala oder die Wilde Jagd, und um vieles mehr.

Einen ersten Eindruck bekamen die Besucher, die zur Buchvorstellung ins Restaurant "Al Castello" auf die Plassenburg gekommen waren. Die Gastgeber - der Verein Freunde der Plassenburg - waren sichtlich überrascht, auf welch große Resonanz die Einladung gestoßen war. Der eigentliche Veranstaltungsraum war schnell überfüllt; bis auf den Gang hinaus drängten sich die Besucher, darunter etliche, die aktiv mitgewirkt hatten am Zustandekommen des Buches.

Amüsanter Vortrag

Sie alle erfuhren von einer sichtlich überraschten und strahlenden Andrea Senf viel über die Entstehungsgeschichte des Buches, von der guten Zusammenarbeit nicht nur mit Harald Stark und den "Übersetzern", sondern auch mit den Burgführern Peter Hofmann und Jens Partheymüller, die mit Andrea Senf ihr Wissen über die Sagenwelt im Kulmbacher Land geteilt haben.

Amüsant gestaltete sich der Vortrag der Herausgeberin, die einzelne "Gschichtla" vorlas, diese humorvoll kommentierte und damit für viele Lacher sorgte. Sie sei, so sagte sie, froh, das Projekt 2014 in Angriff genommen zu haben, habe man so doch (zusammen mit dem Kulmbacher Literaturverein und dem Verlag "Leben in der Sprache") der Nachwelt einen historisch-literarischen Schatz erhalten können, der irgendwann wohl verloren gegangen wäre, wenn es niemand mehr gibt, der Gleichmanns handschriftliche Aufzeichnungen lesen kann.

Für alle, die bei der Buchvorstellung in dieser Woche leer ausgegangen sind: Am 6. Juni um 19.30 Uhr findet in der Buchhandlung Friedrich in Kulmbach am Holzmarkt eine Lesung statt. Bis dahin soll die zweite Auflage ausgeliefert sein - die Interessenten natürlich auch jetzt schon in der Buchhandlung Friedrich vorbestellen können.

Mehr über das Gleichmann-Projekt lesen Sie hier.

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