Kulmbach
Bahnhof

Einfach nicht auf dem Zettel

Mit dem Kulmbacher Bahnhof ist kein Staat zu machen. Aber die Bahn interessiert das offensichtlich wenig.
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Foto: Katrin Geyer
Foto: Katrin Geyer

Neulich auf dem Weg in den Urlaub: Mit einiger Mühe habe ich meinen Koffer im Kulmbacher Bahnhof eine Treppe hinunter und wieder eine hinauf gewuchtet und dabei versucht, möglichst wenig zu atmen, denn in der Unterführung stinkt es wieder einmal wie im Pissoir. Als ich dann endlich im Zug sitze, spricht mich ein Mann an: Im Auftrag der Bahn führe er eine Fahrgastbefragung durch. Ob ich denn bereit sei, da mitzumachen?

Bin ich. Nun will er allerlei wissen: Wie ich mit der Information auf dem Bahnsteig zufrieden bin und mit der Anbindung der Bahn an den übrigen Nahverkehr? Ob ich die Preisgestaltung in Ordnung finde und die Übersicht über die Tarife? Und so weiter... Meine Antworten bewegen sich alle im Bereich von "geht so".

Als er seinen Fragenkatalog durchgearbeitet hat, verabschiedet sich der Mann und will gehen. "Halt", sage ich. "Ich würde gerne noch was sagen zum Zustand des Kulmbacher Bahnhofs...". Da kramt er hektisch in seinen Papieren. Nein, sagt er schließlich. Solche Anmerkungen - die habe er nicht auf dem Zettel.

Warum wundert mich das nicht? Dass die Bahn uns Kulmbacher und unseren Bahnhof nicht auf dem Zettel hat, wissen wir schon lange. Und es wird sich wohl auch so bald nichts daran ändern.

Immerhin weiß ich mittlerweile, welche Vergleiche auf die Kulmbacher Zustände passen. Ich bin nämlich durch Rumänien gereist, ein in manchem noch sehr rückständiges Land. Viele Bahnhöfe dort ähneln unserem.

Aber immerhin: In Rumänien haben sie wenigstens flächendeckend schnelles Internet, ein super Mobilfunknetz - und in jedem größeren Ort eine Kaufland-Filiale.

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