Schwarzach bei Kulmbach
Fasching

Eine total närrische Familie regiert den Mainleuser Carnevals-Club

Die Mainleuser Narren stellten ihr Prinzenpaar vor und gaben schon eine Vorgeschmack auf die kommenden Monate.
Artikel drucken Artikel einbetten
Gitta I.  (Sonntag-Buß) und Stefan I. (Buß) sind das neue Prinzenpaar des MCC.  Tochter Eva-Maria Buß schlug vor lauter Freude ein Rad. Foto: Stephan  Stöckel
Gitta I. (Sonntag-Buß) und Stefan I. (Buß) sind das neue Prinzenpaar des MCC. Tochter Eva-Maria Buß schlug vor lauter Freude ein Rad. Foto: Stephan Stöckel
+9 Bilder

"Wir wollen nur noch froh und lustig sein." Mit diesen Worten sprach Prinzessin Gitta I. ihrem Prinz Stefan I. aus der Seele. Tochter Eva-Maria schlug in der Schwarzacher Mehrzweckhalle vor lauter Freude und voller Schwung ein Rad.

Doch damit nicht genug: Schlagersängerin Franziska Buß, Schwester der jungen Tänzerin, fragte sich zusammen mit "Frankensima" Philipp Simon Goletz augenzwinkernd "Warum habt ihr nicht Nein gesagt?" Eine närrische Familie rockte, wie es neudeutsch so schön heißt, am Samstagabend die Faschingsbühne des Mainleuser Carnevals Clubs (MCC), der auch die Narren im östlichen Landkreis Lichtenfels vertritt.

Das frischgebackene Prinzenpaar freute sich über die Unterstützung ihrer beiden Töchter. "Das zeugt von familiärer Harmonie sowie einem Geben und Nehmen", erklärte Stefan I., der mit bürgerlichem Namen Buß heißt. Seine Tochter Franziska singt seit Jahren mit Gesellschaftspräsident Wolfgang Hartmann die Hymne des MCC.

Auch bei der Proklamation des neuen Prinzenpaares trafen die zwei mit ihrer Feststellung "Nur gute Laune, wohin ich seh", den Nagel auf den Kopf. Stefan Buß (56) und seine Frau Gitta (53), die den Nachnamen Sonntag-Buß trägt, sind Wiederholungstäter im positiven Sinne. Die Faschingsfans aus dem Neuenmarkter Ortsteil Hegnabrunn regierten bereits in der Session 2013/14 die Bindlacher Mainnixen, bei denen Sonntag-Buß schon Mitte der 1980er Jahre Prinzessin gewesen war. "Es tut der Seele gut, einmal aus dem Alltag auszubrechen und in eine andere Rolle zu schlüpfen", meinte die Faschingsprinzessin. Der Prunksitzung in der Weismainer Stadthalle am 14. Januar fiebern die zwei, die Frohsinn verbreiten wollen, mit Vorfreude entgegen.

Tränen des Abschieds dagegen vergoss bei der Proklamation, durch die gekonnt Sitzungspräsidentin Christine Friedlein führte, das scheidende Prinzenpaar aus Kulmbach, Marcus I. und Marina I. (beide Hentschel).

Der Weismainer Reimeschmied Franz Besold schlüpfte in sein fünftes Till-Kostüm, so bunt wie das Gefieder eines Papageis. Er hielt "allen Narren, die rechts entgleisen, in Foren scheints ihr Maul zerreißen", den Spiegel vor. Darin spiegelte sich seine Weltsicht "närrisch bunt und niemals grau".

Nichts und niemand war vor seinem satirischen Rundumschlag sicher, auch nicht die Brüsseler Bürokratie, über die er schadenfroh reimte: "Bananen, Äpfel, Wein und Bier, Büstenhalter Klopapier - für jeden Dreck und Schweinerüssel, sitzt ein Kommissar in Brüssel."

Einen Vorgeschmack auf das, was die Besucher bei der Prunksitzung in Weismain erwartet, gab Doris Motschmann von den "Sumbarcher Waschweibern" vom Faschingsverein Kuckuck Sonneberg. Sie zog das starke Geschlecht durch den satirischen Kakao.

Viele Tanzvorführungen

Das Salz in der närrischen Suppe waren die Tanzdarbietungen, für die Doris Diroll vom gleichnamigen Ballettstudio aus Lichtenfels verantwortlich zeichnete. Einen gelungen Einstand feierte die Jugendgarde, die mit Sprüngen und Rädern glänzten.

Einen Tick rasanter kam dann noch die Prinzengarde daher. Sie führte einen traditionellen Marschtanz auf und entführte das Publikum in ihrem Showtanz mit Charleston-Musik, Hüten und Stock in die wilden 1920er Jahre.

Wie ein Wirbelwind fegte Tanzmariechen Melissa Freitag über das Tanzparkett. Zu den Klängen des Musikduos "Franken Top" schwebte das neue Prinzenpaar beim Prinzenwalzer in den siebten Faschingshimmel.

Die Prunksitzung des MCC steigt am Samstag, 14. Januar, um 19.47 Uhr in der Weismainer Stadthalle. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Verleihung des Sonderordens "Der Goldene Schuh" an die "Sumbarcher Waschweiber" Doris Motschmann und Silvia Otto vom Faschingsverein Kuckuck Sonneberg. Das humorige Putzfrauen-Duo ist aus der Fernsehprunksitzung "Fastnacht in Franken" wohlbekannt.

Karten im Vorverkauf gibt es bei der Tourist Information Weismain im Kastenhof, Telefon 09575/921329, und in der Kulmbacher Buchhandlung "Friedrich", Am Holzmarkt 12, Telefon 09221/4763. stö

Außerdem gab es Ehrungen bei der Prinzenvorstellung des MCC . "Beim MCC gibt es viele helfende Hände, die viele Stunden ihrer Freizeit für das Gemeinwohl opfern", lobte Birgit Dmitrow vom Präsidium des Fastnachtsverbandes Franken (FVF). Gemeinsam mit Günter Fennerl vom FVF ehrte sie einige von ihnen.

Über die Ehrennadel in Silber freuten sich Doris Vokal aus Kulmbach und Lieselotte Stephan aus Bergtheim bei Würzburg. Mit dem Pendant in Gold wurden Sabine Münch aus Kulmbach und Barbara Besold aus Weismain ausgezeichnet.

Anita Münch erhielt der Orden "Till von Franken" für ihre langjährigen Verdienste.

Mit dem Verdienstorden in Gold des Bundes Deutscher Karneval (BDK) wurde Schatzmeisterin und Redenschreiberin Ingeborg Horn geehrt. "Sie ist die First Lady und Mutter des MCC", schwärmte Sitzungspräsidentin Christine Friedlein.

44 Jahre lang hatte der Untersteinacher Philipp Simon Goletz mit seinen launigen Liedern Faschingsveranstaltungen bereichert. Gesellschaftspräsident Wolfgang Hartmann überreichte ihm die Brauchtumsfigur des "Schembartläufer". "Die Schembartläufer zogen zur Faschingszeit maskiert und zotige Lieder singend durch Nürnberg", erläuterte der Laudator.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren