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Kulmbach
Buchpräsentation

Eine Schützen-Saga in drei Teilen

Ehrenschützenmeister Hans-Peter Gäbelein hat die Chronik der Königlich Privilegierten Schützengilde Kulmbach auf den neuesten Stand gebracht.
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Ehrenschützenmeister Hans-Peter Gäbelein (links) übergab an Stadtarchivar Erich Olbrich alle Originalakten, die ihm für die 3. Auflage der Gildechronik als Grundlage dienten. Sie sollen im Stadtarchiv Kulmbach sicher aufbewahrt werden. Foto: Privat
Ehrenschützenmeister Hans-Peter Gäbelein (links) übergab an Stadtarchivar Erich Olbrich alle Originalakten, die ihm für die 3. Auflage der Gildechronik als Grundlage dienten. Sie sollen im Stadtarchiv Kulmbach sicher aufbewahrt werden. Foto: Privat
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Die Königlich Privilegierte Schützengilde Kulmbach von 1511 hat - wie die Jahreszahl schon vermuten lässt - eine lange und ruhmreiche Vergangenheit. Nachdem im Jahre 1911 der damalige Schützenkommissar, Bürgermeister von Kulmbach und Königliche Hofrat Wilhelm Flessa die Geschichte der Gilde zu Papier brachte, führte Ehrenschützenmeister Hans-Peter Gäbelein dieses Werk fort in einem 1991 neu aufgelegten Buch. Nun hat sich Ehrenschützenmeister Hans-Peter Gäbelein erneut mit der Gildechronik befasst. Das nunmehr dritte Werk zur Geschichte der Gildegeschichte stellte Gäbelein nun im Schützenhaus in der Karl-Jung-Straße im Beisein zahlreicher Ehrengäste vor.

In seiner Buchvorstellung machte Hans-Peter Gäbelein deutlich, dass die Kulmbacher Geschichte der letzten 500 Jahre sehr eng mit der Schützengilde verknüpft war und ließ die Geschichte der Gilde in einem kleinen Abriss noch einmal aufleben. "Der Ursprung unserer Schützengilde reicht weit in das 15. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit, begründet in einem wachsenden Selbstwertgefühl, schlossen sich die freien Bürger unserer Städte zusammen, um nicht hilflos den Übergriffen rivalisierender Herrschaftshäuser ausgesetzt zu sein." Im Jahre 1908 wurde eine Kulmbacher Schützenscheibe mit der Jahreszahl 1511 gefunden. Der erste nachweisbare Schießplatz der Gilde befand sich im heute noch so genannten Schießgraben und blieb an dieser Stelle bis zum Jahre 1723. Für das Jahr 1628 gelingt laut Gäbelein der erste Nachweis eines Schützenumzuges. In Bayreuth fand demnach ein großes Festschießen unter persönlicher Teilnahme des Markgrafen Christian von Culmbach-Bayreuth und des Herzogs Casimir von Coburg statt, an dem auch eine Kulmbacher Abordnung teilnahm. Aus einer anschaulichen Schilderung in der Biographie von Hartwig Peetz ist zu entnehmen, über welchen herzlichen Empfang sich die Kulmbacher Schützenkompanie mit ihrer Fahne beim Festzug erfreuen konnte.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde aber auch deutlich, dass mit der zunehmenden Einführung stehender Heere die Aufgabe der Schützen, ihre Städte mit ihren Bürgern zu schützen, an Bedeutung verlor. Ehrenschützenmeister Hans-Peter Gäbelein: "Zwar waren sie offiziell noch für die Verteidigung der Stadt verantwortlich, ihr Aufgabenschwerpunkt verlagerte sich jedoch mehr hin zu polizeilichen Funktionen." 1723 wurde das Schießhaus im Schießgraben abgebrochen und in die "Innere Draht" verlegt. Dies ist der Platz, auf dem heute die AOK-Pflegekasse in der Pestalozzistraße steht. Eine weitere Heimstatt bildete das Gelände, auf dem früher das Kulmbacher Volksfest stattfand (neben dem Kulmbacher Hallenbad). 1928 folgte der Umzug an den Kreuzstein; 1950 fasste die Generalversammlung den Beschluss, die Schießanlage "Am Kreuzstein" an die Stadt Kulmbach für 25 000 Mark zu verkaufen, und fünf Jahre später baute die Schützengilde in der Karl-Jung-Straße eine neue Schießanlage mit Vereinszimmer.

Ehrenschützenmeister Hans-Peter Gäbelein: "Heute liegt der dritte Teil unserer Gildesaga vor und wir sind alle stolz auf unsere Schützenschwestern, unsere Schützenbrüder und auf alle Bürgerinnen und Bürger, auf alle Menschen aus Politik und Wirtschaft, die uns auf diesem Weg begleitet haben. Und nicht zuletzt sind wir stolz, Teil dieser Geschichte zu sein."

Schützenmeister Christian Sembach würdigte das zeitaufwendige Engagement von Hans-Peter Gäbelein für die Chronik und erinnerte daran, dass 2011 erstmals in der Geschichte des Bayerischen Sportschützenbundes nicht eine Gauorganisation die Ausrichtung des Landesschützentages übernommen hatte, sondern mit der Kulmbacher Schützengilde ein Verein. Die politische Prominenz des Freistaates Bayern war damals mit den Staatsministern Joachim Herrmann und Markus Söder vertreten.

Stellvertretende Landrätin Christina Flauder fest, dass das Schützenwesen sehr viele Gemeinsamkeiten mit dem täglichen Leben habe. Sie hielt es für wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben und dies konzentriert zu verfolgen. Bürgermeister Ralf Hartnack lobte die Gilde, die sich sportlich und gesellschaftlich auf hohem Niveau bewege, und dankte Hans-Peter Gäbelein für seine Arbeit, die er - wie seine ganze Familie - in den letzten Jahrzehnten für das Schützenwesen geleistet habe.

Im Anschluss an die Buchpräsentation zeigte Erich Olbrich einen Bildervortrag "100 Jahre Kulmbach".

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