Kulmbach
Hobby

Eine alte Bahnstrecke erwacht zu neuem Leben

Die Eisenbahnfreunde Kulmbach bauen derzeit den Bad Bernecker Bahnhof und die Strecke Himmelkron-Bad Berneck im Kleinformat wieder auf.
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Reinhard Schulz (60) ist mit dem Bahnhof Bad Berneck beschäftigt. Wegen eines Wasserschadens muss der Gleisabschnitt neu aufgebaut werden, aber das Gebäude ist noch zu retten. Fotos: Sonja Adam
Reinhard Schulz (60) ist mit dem Bahnhof Bad Berneck beschäftigt. Wegen eines Wasserschadens muss der Gleisabschnitt neu aufgebaut werden, aber das Gebäude ist noch zu retten. Fotos: Sonja Adam
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Zwischen den Jahren und an den Wochenenden, eben immer dann, wenn ein bisschen Zeit ist, dann ist in der Gößmannsreuther Schule, wo die Eisenbahnfreunde Kulmbach ihr Refugium aufgeschlagen haben, Betriebsamkeit angesagt. Denn die Eisenbahnfreunde möchten den Bad Bernecker Bahnhof auf ihrer Spur 0-Anlage neu aufbauen. "Das ist eine aufwändige Sache", erklärt Reinhard Schulz (60). Der passionierte Lehrer hat schon jede Menge historisches Material zusammengesammelt. Denn schließlich soll alles genau so wie in den guten alten Zeiten werden.

"Wir hatten diesen Streckenabschnitt schon einmal gebaut, aber dann gab es einen Wasserschaden", erzählt der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde Helmut Kortschack. Das Flachdach der Gößmannsreuther Schule war undicht. Und im Lager gab es einiges an Schäden. Immerhin: Das Gebäude des Bad Bernecker Bahnhofes konnte gerettet werden und ist nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.
"Früher habe ich solche Sachen mit den Schülern im Werkunterricht gebaut", erzählt Reinhard Schulz. Doch heute ist das nicht mehr möglich. Da müssen die Eisenbahnfreunde alles selbst machen.

Der Unterbau ist schon fertig

Immerhin der Unterbau des Gleisabschnittes ist schon fertig. Er soll mit einer Doppelweiche ausgestattet werden. Denn genau so eine Weiche gab es auf der Strecke bis in die sechziger Jahre einmal. "Hier geht es weiter nach Neuenmarkt", erklärt Schulz das Konzept.

Die Eisenbahnfreunde wollen gegenüber der einstigen Anlage einige kleine Veränderungen vornehmen. So soll in die Gesamtstrecke, die immerhin zwanzig Meter ist, eine Kurve eingebaut werden. Denn dann ist die Anlage auch leichter aufzubauen. Ansonsten soll alles historisch exakt nachgebaut werden, so Schulz. Und dazu gehören zum Beispiel Funkenschutzgräben entlang der Gleise.

Nach historischem Vorbild

"Ein bisschen Fantasie gehört schon dazu, aber Eisenbahn ist kein Spiel", erklärt Schulz mit einem Schmunzeln. Er sammelt historisches Material, das Aufschluss darüber gibt, wie die alten Bahnhöfe wirklich ausgeschaut haben und kann alles mit Fotos belegen. Vom Bad Bernecker Bahnhof haben die Eisenbahnfreunde sogar einen echten Plan von der Königlichen Eisenbahnsection. "So was ist natürlich viel Wert", sagt Kortschack. Insgesamt soll die Spur 0-Strecke von Himmelkron bis Bad Berneck reichen, doch eine Erweiterung ist jederzeit möglich.
Für die Verkabelung ist Helmut Kortschack zuständig. Die Kabel sind so beschaffen, dass die Eisenbahn auch digital aufgerüstet werden könnte. "Mit so einer digitalen Fernsteuerung können wir sogar die Fahrgeräusche imitieren und die Ansagen", sagt Kortschack. Bisher allerdings ist die Spur-Anlage immer analog betrieben worden.

Eine echte Herausforderung ist die Entwicklung der Landschaft und die Konzeption der Details. Als Unterbau nehmen die Eisenbahnfreunde meist Maschendraht und Styropor oder modellieren mit Gips. Und mit einem eigenen Beflockungsgerät wird dann die Landschaft grün und so gestaltet, dass sie naturgetreu aussieht.
Die Eisenbahnfreunde Kulmbach machen viel selbst. Sie lassen ihre Phantasie spielen, damit alles so wird wie früher, als die Eisenbahnen wirklich noch zwischen Himmelkron und Bad Berneck verkehrten.
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