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Natur

Wiesenvögel: Wie soll ich mich verhalten?

Wer jetzt in der freien Natur unterwegs ist, kann Wildtiere stören. Der Landesbund für Vogelschutz bittet um Rücksichtnahme.
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Die Feldlerche, der Vogel des Jahres 2019, ist bedroht. Foto: Oskar Jungklaus
Die Feldlerche, der Vogel des Jahres 2019, ist bedroht. Foto: Oskar Jungklaus
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Feiertage, Frühlingssonne, blühende Wiesen. Naturfreunde und Erholungssuchende fühlen sich aufgrund der ungeheuren Farbenpracht und Artenvielfalt momentan besonders von feuchten Wiesen und Mooren angezogen. Aber Bekassine, Kiebitz und andere vom Aussterben bedrohte Vogelarten nutzen diese Feuchtgebiete zur Brut und ziehen dort derzeit ihren Nachwuchs groß. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) bittet deshalb alle Naturfreunde um Rücksichtnahme: Jeder kann im Frühjahr und Sommer mit rücksichtsvollem Verhalten dazu beitragen, dass die gefährdeten Feld und Wiesenvögel ihren Nachwuchs durchbringen - ohne selbst auf Erholung und Naturerlebnis verzichten zu müssen. Denn bereits einige einfache Verhaltensregeln für Spaziergänger können den Konflikt entschärfen.

Hunde anleinen

Kritisch ist vor allem die Zeit bis in den Juli, wenn zahlreiche bodenbrütende Vogelarten in den Wiesen ihre Jungen großziehen. Doch der Feiertagsspaziergang durch eine blühende Wiesenlandschaft und der Schutz der Wiesenbrüter vor Störungen müssen sich nicht ausschließen. Hunde anleinen, auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und sich ruhig verhalten - mit diesen einfachen Regeln kann man Feldlerche und Co. eine ungestörte Brut ermöglichen, ohne selbst auf Erholung und Naturerlebnis verzichten zu müssen.

Flucht aus dem Nest

Aber Achtung: Auch Schleppleinen verhindern zuweilen nicht, dass Hunde etwas in die Nase bekommen, was ihren Jagdtrieb erwachen lässt.

Doch auch schon durch die Wiese laufende Spaziergänger stellen eine Gefahr dar. Brütende Feldvögel wie Rebhuhn, Feldlerche oder Schafstelze verlassen bei Begegnungen mit Spaziergängern, Fahrradfahrern oder Hundebesitzern nur allzu leicht fluchtartig ihr Nest. Das von den aufgeschreckten Elternvögeln schutzlos zurückbleibende Gelege kann auskühlen und Fressfeinden wie Rabenkrähe und Fuchs oder auch freilaufenden Hunden zum Opfer fallen. Auch Fischer und Jäger sollten diese Regeln einhalten.

Allen wiesenbrütenden Vögeln zu Liebe sollten in dieser Zeit in Wiesen, Brachland und extensiv bewirtschafteten Weiden auch Quad- und Motocrossfahrten oder andere lautstarke Aktionen tabu sein.

Feld- und Wiesenvögel haben es schwer bei uns: Von allen heimischen Vogelarten haben sie in den letzten Jahrzehnten die stärksten Rückgänge erlebt. Die Intensivierung der Landnutzung hat ihre Lebensbedingungen drastisch verschlechtert. Nicht nur seltene Arten wie Ortolan, Brachvogel oder Kiebitz sind heute auf dem Rückzug - selbst die Feldlerche, Vogel des Jahres 2019, und andere ehemals häufige und weit verbreitete Arten stehen unter Druck. Umso wichtiger ist es, dass wir alles vermeiden, was ihren Bruterfolg noch mehr schmälert.

Die angesprochenen Verhaltensregeln helfen übrigens nicht nur den gefiederten Wiesenbewohnern. Auch Rehe, die derzeit ihre Kitze absetzen und oft in der hohen Vegetation verstecken, profitieren von Ruhe und Ungestörtheit. red

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