Kulmbach
Städtepartnerschaft

Ein Stück Stacheldraht als Geschenk zum Mauerfall-Jubiläum

Aus der Städtepartnerschaft hat sich eine jahrzehntelange Freundschaft zwischen Kulmbacher und Saalfelder Familien entwickelt.
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Ein nicht alltägliches Geschenk hatte Josef Krüger (links) aus Saalfeld für Bürgermeister Ralf Hartnack dabei: ein Stück original Stacheldraht vom Grenzzaun zwischen Bayern und Thüringen. Helmut Zink
Ein nicht alltägliches Geschenk hatte Josef Krüger (links) aus Saalfeld für Bürgermeister Ralf Hartnack dabei: ein Stück original Stacheldraht vom Grenzzaun zwischen Bayern und Thüringen. Helmut Zink
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Als vor 30 Jahren die Grenze zur DDR fiel, hatte Kulmbach bereits seit 1988 auf Betreiben des damaligen Oberbürgermeisters Erich Stammberger eine Städtepartnerschaft mit Saalfeld in Thüringen. Josef Krüger (Bild) war im September 1988 als Saalfelder Stadtrat in Kulmbach zur Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages dabei. Bei dieser Gelegenheit lernte er auch den Kulmbacher Stadtrat Horst Zahr kennen. Als dann im November 1989 die Grenze fiel, stellte Horst Zahr den Kontakt zwischen seinem Parteikollegen Helmut Zink (Mitglied der Katschenreuther Wanderfreunde) und dem Saalfelder Josef Krüger und her. Daraus sollte sich eine jahrzehntelange Freundschaft entwickeln, die bis heute andauert.

Wanderung über den Rennsteig

Unter der Führung des damaligen Vorsitzenden der Wanderfreunde, Herbert Becker beschloss man, anlässlich der Grenzöffnung eine Wanderung nach Saalfeld zu unternehmen. Die Familien Becker, Zink und Krüger erarbeiteten gemeinsam eine Wanderroute von der ehemaligen Grenze über den Rennsteig nach Saalfeld . Josef Krüger erwies sich dabei als hervorragender Organisator.

Die Wanderung endete mit einem Empfang vor dem Saalfelder Rathaus, wo die Wanderer herzlich begrüßt wurden. Anwesend waren bei dem Empfang damals auch Vertreter des Landkreises Kulmbach, der damalige Landrat Herbert Hofmann und CSU-Abgeordneter Bernd Protzner. (Foto).

Die Freundschauft zwischen den Familien Krüger, Becker und Zink hat nun seit 30 Jahren Bestand. Regelmäßig gibt es gegenseitige Besuche und Unternehmungen. Selbstverständlich traf man sich auch zum Jubiläum "30 Jahre Mauerfall", das gemeinsam mit Familie Krüger in Kulmbach gefeiert wurde. Dabei wünschten sich Josef Krüger und seine Frau noch einmal ein Foto vor dem Kulmbacher Rathaus.

Helmut Zink nahm Kontakt mit dem zweiten Kulmbacher Bürgermeister Ralf Hartnack auf, der sich spontan bereit erklärte, für ein Gespräch und ein Foto bereit zu stehen. So traf man sich vor dem Rathaus, plauderte angeregt über die Entstehung und Entwicklung der Partnerschaft und schaute sich "geschichtsträchtige" Fotos an.

Der falsche Stuhl

Josef Krüger erzählte eine kleine Anekdote von den damaligen Befindlichkeiten und den damit verbundenden Schwierigkeiten. So kam er einmal bei einem Kulmbach-Besuch nach einer Besichtigung der Altstadt zu spät ins Rathaus, wo alle schon saßen. Nachdem auf Seite der Saalfelder kein Stuhl mehr frei war, setzte er sich kurzerhand zu den Kulmbacher Räten, was Oberbürgermeister Stammberger zu der Bemerkung veranlasste: "Die Partnerschaft hat begonnen, Herr Krüger ist schon einer von uns." Dieser lustig gemeinte Satz "hat mir daheim sehr geschadet", erinnert sich Josef Krüger. Doch heute kann er darüber lachen.

Josef Krüger übergab Bürgermeister Ralf Hartnack bei dieser Gelegenheit ein Stück original Stacheldraht vom ehemaligen Grenzzaun zwischen Bayern und Thüringen. Er bat Hartnack noch, herzliche Grüße an Oberbürgermeister Henry Schramm und die Kulmbacher Stadträte zu übermitteln und bezeichnete die Partnerschaft zwischen Saalfeld und Kulmbach als Glücksfall der Geschichte.

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