LKR Kulmbach
Blaulichtwochen

Ein Pilotprojekt, zwei Ziele

Der Landkreis will Schüler mit Migrationshintergrund für Polizei, Feuerwehr, THW und BRK interessieren. Gleichzeitig soll die Integration gefördert werden.
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Am Landratsamt wurde jetzt der Startschuss für das Pilotprojekt "Blaulichtwochen 2019" gegeben. Der Kreis arbeitet dabei mit dem Beruflichen Schulzentrum, der Polizei, der Feuerwehr, dem THW und dem BRK zusammen.Werner Reißaus
Am Landratsamt wurde jetzt der Startschuss für das Pilotprojekt "Blaulichtwochen 2019" gegeben. Der Kreis arbeitet dabei mit dem Beruflichen Schulzentrum, der Polizei, der Feuerwehr, dem THW und dem BRK zusammen.Werner Reißaus

Der Landkreis Kulmbach wird im November das Pilotprojekt ,,Blaulichtwochen 2019'' für Schüler mit Migrationshintergrund starten. Dieses wird mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege unterstützt. Vom 19. bis 29. November werden dabei Schüler am Beruflichen Schulzentrum über das Thema Notruf und Notsituationen, Ehrenamt, Blaulicht-Institutionen - Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Rettungsdienst - und Erste Hilfe informiert. Ebenso besteht die Möglichkeit, Einblicke in diese Berufsfelder zu bekommen, um sich über Praktika in den verschiedenen Institutionen auszutauschen.

Organisiert werden die "Blaulichtwochen" federführend durch Annekatrin Bütterich, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion Plus, Integrationslotsin Souzan Nicholson und Peter Müller von der kommunalen Bildungskoordination für Neuzugewanderte.

"Zwei Fliegen mit einer Klappe"

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) freute sich, dass das Berufliche Schulzentrum für diese Projekt gewonnen werden konnte und der Freistaat dafür finanzielle Mittel bereitstellt: "Die Idee dazu ist gemeinsam geboren worden, und mit diesem Ansatz können wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn einmal ist es ein wichtiger Beitrag zur Integration und zweitens ist es ganz, ganz wichtig in unserer Zeit, dass wir für die Blaulichtorganisationen Nachwuchs gewinnen. Dass man darauf aufmerksam macht und letztendlich für das Ehrenamt wirbt. Das ist der Sinn der Sache. Wenn wir junge Menschen mit Migrationshintergrund erreichen können, dann ist das eine tolle Geschichte. Ob es klappt, das werden wir sehen."

Wie Souzan Nicholson deutlich machte, ist das Projekt in Zusammenarbeit mit Oberstudiendirektor Alexander Battistella vom Berufsschulzentrum Kulmbach entstanden. "Es geht auch darum, mit dem Projekt berufliche Orientierungswege zu finden oder sich auch ehrenamtlich zu engagieren."

Workshops und Kurse

Als regionale Blaulichtpartner sind mit im Boot der BRK-Kreisverband Kulmbach, die Feuerwehren im Kreisverband Kulmbach, die Polizeiinspektion Kulmbach und das Technische Hilfswerk mit dem Ortsverband Kulmbach. Die Eröffnung der "Blaulichtwochen" erfolgt am 19. November von 8.45 bis 13 Uhr mit dem Markt der Möglichkeiten in der Aula des Beruflichen Schulzentrums. Am 21. November wird sich das THW mit einer Exkursion zum THW-Gebäude präsentieren und am 22. November sind die Feuerwehren mit Workshops im Schulzentrum vertreten. Weiter geht es mit der Polizei am 25. November, der BRK-Kreisverband ist vom 26. bis 28. November mit einem Erste-Hilfe-Kurs gefordert. Die Abschlussveranstaltung findet dann am 29. November von 9.45 bis 12 Uhr mit der Übergabe der Zertifikate im Landratsamt statt.

Battistella betonte, dass er nicht überlegen musste, das Projekt zu unterstützen: "Es hat zwei wesentlich Stärken: Das eine ist, dass Schüler verschiedene Institutionen in ihrem gewohnten Umfeld erleben, nämlich in der Schule. Das ist etwas anderes, als wenn die Schüler auf die Polizeiwache gehen und da Polizei erleben. Wir erhoffen uns, dass die Schüler, die geflüchtet sind, ihre Fragen, Ängste, und was sie bewegt, einmal fallen lassen und mit den Personen auch vertraut sprechen." Der Leiter des Beruflichen Schulzentrums verspricht sich davon einen Mehrwert für die Schüler mit Migrationshintergrund, die dann in Zukunft anders auf uniformierte Personen zugehen.

Teil der Gesellschaft

Auch das Ehrenamt in Feuerwehr, THW und BRK spiele dabei eine wichtige Rolle: "Vielleicht gelingt es uns, über das Ehrenamt in die Integration zu gehen, und das sollte auch Ziel sein, dass die Migranten und Geflüchteten Teil unserer Gesellschaft werden", so Batistella.

Peter Müller verwies seitens der Kommunalen Koordination der Bildungsangebote für Neuzugewanderte darauf, dass im Kreis gegenwärtig rund 900 Personen lebten, die geflüchtet sind. Davon seien 500 anerkannt. Das Berufliche Schulzentrum werde als eine Einrichtung gesehen, an der ein geballtes Potenzial von jungen Geflüchteten auf dieses Projekt angesprochen werden kann.

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