Presseck
Bauabschluss

Ein neues Dach zum Jubiläum

60 Jahre nach der Einweihung der Sportstätte des TSV Presseck war eine umfassende Generalsanierung insbesondere des Tribünendachs nötig.
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Bei der Sanierung des Tribünendachs packten auch viele TSV-Mitglieder tatkräftig mit an.Gerhard Leinfelder
Bei der Sanierung des Tribünendachs packten auch viele TSV-Mitglieder tatkräftig mit an.Gerhard Leinfelder
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Am 21.Juni 1959, also ziemlich genau vor 60 Jahren, wurde die Alfred-Bodenschatz-Sportstätte des TSV Presseck eingeweiht. Damit ging ein Bauprojekt zu Ende, das oberfrankenweit Beachtung fand. Auf knapp 700 Metern Höhe wurde ein Spielfeld "in den Berg hineingeschoben" und zudem mit einer großen, freitragenden Holztribüne versehen. Diese einzigartige Konstruktion bietet Sitzplätze für rund 400 Besucher.

Jetzt, 60 Jahre nach der Einweihung, besteht wieder Grund zum Feiern: Der TSV lädt am morgigen Samstag ab 16 Uhr zum offiziellen Bauabschluss der Renovierung des Tribünendaches ein, denn nach 60 Jahren war eine Generalsanierung, insbesondere des Daches nötig.

Charakteristisches Ensemble

Doch zurück zum Bau: Es existiert noch die Originalrechnung des damaligen Dampfsägewerkes Gebrüder Seuß aus Helmbrechts aus dem Jahre 1959, das die gesamten Holzarbeiten zum Preis von 21 594,36 DM ausführte. Markanter Bestandteil des Bauwerkes sind zehn große Leimbinder mit Holzstützenfüßen, die von der Firma Kübler aus Stuttgart erstellt wurden. Geplant wurde die Tribüne vom Pressecker Architekten Ottmar Bodenschatz. Zusammen mit dem wenige Meter entfernten Aussichtsturm auf dem Pressecker Knock bildet sie ein Gebäudeensemble, das für Presseck charakteristisch ist.

Im Jahre 2017 mussten die Verantwortlichen aber feststellen, dass die Dacheindeckung trotz zahlreicher Reparaturarbeiten in ihrem bisherigen Zustand nicht mehr zu retten war, es drang Wasser ein. Nach der Konsultation des Architekturbüros Matthias Schmidt aus Kulmbach und dem Statikbüro Hans Spindler aus Stadtsteinach war klar: Wenn eine schnelle Lösung möglich ist, ist das Bauwerk zur retten, andernfalls muss sich der Verein früher oder später mit der Abtragung der

Tribüne beschäftigen.

Viele Unterstützer

Die ersten Kostenvoranschläge wurden eingeholt, doch die große Fläche das Daches machte schnell deutlich: Es werden Mengen von Material benötigt. Am Ende stand die stolze Summe von 30 000 Euro als Kosten fest. Nicht gerade ein Pappenstiel, der Verein ist finanziell immer noch mit den Kosten der Revitalisierung des Sportheimes Schützenhaus belastet. Doch zeigte sich schnell, dass der Erhalt dieses Bauwerkes auch ein Anliegen der Pressecker Bevölkerung war.

Ohne eine groß angelegte Aktion zu initiieren, trafen immer wieder Spenden für das Projekt ein, am Ende waren es etwas mehr als 10 000 Euro. Neben den Mitgliedern und der Bevölkerung unterstützten zahlreiche Firmen und Institutionen das Bauvorhaben. Dazu kam noch ein Zuschuss vom Landratsamt Kulmbach mit 2500 Euro.

Das 125-jährige Bestehen des Vereins ein Jahr vorher hatte auch etwas Gewinn abgeworfen, der für diese Maßnahme eingesetzt wurde. Der Rest musste mit Eigenleistung bestritten werden, das Vorhaben konnte in Angriff genommen werden.

Regenwasser wird genutzt

Die handwerkliche Leitung der Maßnahme stand unter der Leitung von Ralf Jungbauer, Erwin Söll und Herrmann Ziegler, Projektleiter war Gerhard Leinfelder. So ging es bereits kurz vor Wintereinbruch des Jahres 2017 los. Die ersten TSVler stiegen aufs Dach, um die nötigsten Abdichtungen vorzunehmen. Bei der Lattung für die neue Dacheindeckung bekamen die Bauhelfer dann erstmals die Größe der Fläche zu spüren, mehr als 1000 Meter Lattung waren zu befestigen. Eingedeckt wurde das Dach mit einem knapp einem Zentimeter dicken Trapezblech. Dazu wurde eine Außenverschalung angebracht.

Von Anfang an eingeplant war bei der Renovierung auch ein ökologische Komponente: das Fassen des Regenwassers und die Zuleitung in das bestehende Sammelbecken. Aus diesem wird das Wasser für die Berieselung des Spielfeldes auf der Alfred-Bodenschatz-Sportstätte entnommen. So wurden neue Dachrinnen angebracht, und eine rund 80 Meter lange Leitung von der Tribüne zum Wasserbecken gegraben und gelegt.

Eine zweite Idee lies sich leider nicht verwirklichen: Die Verantwortlichen hätten das Tribünendach gerne mit einer Photovoltaikanlage versehen, doch das Bayernwerk stellte keinen geeigneten Einspeisepunkt zur Verfügung. In den vergangenen Tagen bekam das Bauwerk noch einen neuen Anstrich.

Die Sportheimkerwa

Am Wochenende wird im Rahmen der Sportheimkerwa der Bauabschluss gefeiert. Dazu eingeladen sind alle Helfer und Spender, und natürlich die Gesamtbevölkerung aus Presseck.

Samstag: Los geht es um 14.30 Uhr mit Kaffee und Kuchen im Sportheim. Um 16 Uhr stehen sich in einem Bambini-Spiel der TSV Presseck und der VfB Kulmbach gegenüber, um 16.30 Uhr wird der Bauabschluss der Sanierung der Tribüne offiziell gefeiert. Am Sortheim gibt es "Sau vom Spies und um 18 Uhr wird eine neue Fotaausstelllung unter dem Motto"Profi trifft Amateur" eröffnet. Dabei hat der deutschlandweit bekannte Kulmbacher Sportfotograf Wolfgang Behrndt die Tischtennisherrn des TSV Presseck bei einem Punktspiel begleitet und tolle Aufnahmen vom und rund um das Spiel "geschossen". Um 19 Uhr treten die örtlichen Darter "Twenty Sixers" zu ihrem Kerwaheimspiel gegen die "DC Holy Warriors" an. Ab 21 Uhr ist Partystimmung angesagt,

Am Sonntag gibt es dann zwei Fußballderbys auf der Alfred-Bodenschatz- Sportstätte: Um 13 treffen die Reservemannschaften, um 15 Uhr die Kreisligamannschaften der SG Enchenreuth/Presseck und des FC Wüstenselbitz aufeinander. Anschließend bietet die Sportheimküche Kirchweihspezialitäten.

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