Kulmbach
Großprojekt

Ein Kulmbacher Stadtviertel verändert sich

Der Kaufplatz soll von der Bildfläche verschwinden. Wann das sein wird, und wie die Parkplätze bei der Sanierung der Tiefgarage als Zwischenlösung dienen können, wird derzeit diskutiert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wenn das massige Gebäude des Kaufplatzes abgebrochen ist, wird sich das gesamte Stadtviertel zwischen Fritz-Hornschuch-Straße, Weißem Main und Holzmarkt verändern. Foto: Stephan Tiroch
Wenn das massige Gebäude des Kaufplatzes abgebrochen ist, wird sich das gesamte Stadtviertel zwischen Fritz-Hornschuch-Straße, Weißem Main und Holzmarkt verändern. Foto: Stephan Tiroch
+6 Bilder
Seine besten Zeiten hat das Einkaufszentrum lange hinter sich. Der Kaufplatz - oder auch Bilka, wie der Volksmund sagt - steht seit fünf Jahren leer und gammelt vor sich hin. Ein nutzloser Betonklotz in bester Kulmbacher Lage.

Für die Stadt ein untragbarer Zustand. Sie bemüht sich seit mehr als fünf Jahren, die Bauruine zu kaufen. Doch das Vorhaben erweist sich als ziemlich zähes Unterfangen. "Die Kaufverhandlungen sind überaus kompliziert gewesen", sagt Oberbürgermeister Henry Schramm. Er verweist auf mehrmals wechselnde Eigentümer, auf internationale Immobilienunternehmen und ein Geflecht an Unterfirmen und Zuständigkeiten.


Preis gedrückt

Doch am Montag kann Schramm Vollzug melden. Der Kauf ist perfekt. Die Stadt hat das ehemalige Einkaufszentrum für knapp 2,3 Millionen Euro erworben. "Es ist uns gelungen, den Preis um zirka ein Million Euro zu drücken", so der Oberbürgermeister.

Der Abbruch soll - grob geschätzt - noch mal eine Million Euro kosten. Im Anschluss ist geplant, einen städtebaulichen Wettbewerb für die Gestaltung des Quartiers durchzuführen. Es ist an Wohnbebauung sowie Grün- und Parkflächen gedacht. Das Stadtviertel zwischen Fritz-Hornschuch-Straße und Holzmarkt wird sich (wieder)nachhaltig verändern.

Allein hätte die Stadt das Großprojekt niemals stemmen können, erklärt OB Schramm. Dies nur möglich gewesen durch die Förderung aus dem Industriebrachenprogramm des Freistaats sowie durch die Unterstützung der Regierung von Oberfranken.


Spitzenförderung genehmigt

Laut Regierungspräsident Wilhelm Wenning bekommt Kulmbach den erhöhten 80-prozentigen Fördersatz - 60 Prozent sind Standard. In einer ersten Tranche könnten heuer bereits 1,2 Millionen Euro abgerufen werden. Wenning: "Kulmbach ist sehr engagiert und in den letzen Jahren der Schwerpunkt der Städtebauförderung in Oberfranken gewesen."

Bauabteilungsleiterin Marion Resch-Heckel von der Regierung von Oberfranken spricht von einem zukunftsfähigen Projekt. Kulmbach habe die Chance, hier ein Filetstück der Innenstadt neu zu gestalten. "Wohnen am Wasser, Stadtvilla oder kostengünstige Wohnungen - alles ist machbar."


Ersatz für Zentralparkplatz

Wann der Abbruch beginnen kann, hängt Schramm zufolge von mehreren Faktoren ab. Es sei fraglich, ob das Gebäude - vorher muss eine Ausschreibung erfolgen - im ersten Halbjahr 2016 weggerissen werden kann. Denn ab Sommer, wenn die ein Jahr dauernde Sanierung von Zentralparkplatz und Tiefgarage beginnt, würde das Gelände für eine Übergangszeit als Ersatzparkplatz gebraucht. Andernfalls wolle man den Kaufplatz stehen lassen, die zwei Parkdecks freigeben und den Abbruch erst nach Fertigstellung des Zentralparkplatzes in Angriff nehmen. Schramm: "Das wird derzeit alles geprüft und auch noch mal im Stadtrat diskutiert."



Info: 30 Jahre Kaufplatz

Geschichte Das Einkaufszentrum in der Fritz-Hornschuch-Straße 8 mit 300 Parkplätzen wurde im September 1980 eröffnet. Ankermieter war das Bilka-Kaufhaus, eine Niedrigpreis-Filiale von Hertie, die dem Bau im Volksmund seinen Namen gab. Die Kette verschwand 1996 vom Markt. Im ersten Stock befand sich in der Anfangszeit ein gutgehendes Restaurant. Spätestens seit dem Auszug des Ankermieters Edeka 2008/2009 steckte der Kaufplatz in der Krise. Ende 2010 gingen die Lichter aus.

Gegenwart Seit fünf Jahren steht das Gebäude leer. Die Stadt war immer am Kauf interessiert - mit dem Ziel, die Ruine abzubrechen, weil es in Kulmbach genügend Verkaufsflächen gibt. Aber die komplizierten Kaufverhandlungen zogen sich in die Länge.
Verwandte Artikel

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren