Trebgast
Saison

Ein Hilferuf der Naturbühne Trebgast

Für die neue Saison werden an der Naturbühne Trebgast noch dringend männliche Darsteller gesucht. Sorgen haben den Verantwortlichen um Siegfried Küspert aber auch neue Instandsetzungsarbeiten gemacht, die nicht aufschiebbar waren und 100.000 Euro verschlingen.
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Der Tod (Benedikt Lehmann) hat Jedermann (Gerd Kammerer) fest im Griff. Unser Bild entstand in der Spielzeit 2013, als es noch genügend männliche Darsteller gab. Die werden jetzt gesucht. Foto: Archiv
Der Tod (Benedikt Lehmann) hat Jedermann (Gerd Kammerer) fest im Griff. Unser Bild entstand in der Spielzeit 2013, als es noch genügend männliche Darsteller gab. Die werden jetzt gesucht. Foto: Archiv
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Die Naturbühne bereitet sich auf die neue Saison vor. "Die ersten Proben haben letzte Woche begonnen", sagt Vorsitzender Siegfried Küspert. Doch noch hat das Ensemble ein echtes Problem: "Es werden dringend noch zwei bis drei männliche Darsteller im Alter von 25 bis 40 Jahren gesucht", so Küspert, der an Theaterfreunde appelliert, "die Lust und Spaß haben, an Deutschlands schönster Amateur-Naturbühne Theater zu spielen", sich bald zu melden (Telefon 09227/5910, Fax 909036, www.naturbuehne-trebgast.de).

Küspert ist trotz des Mangels an männlichen Darstellern zuversichtlich, dass es eine erfolgreiche Saison 2014 mit einem ansprechenden Programm wird: Nachdem in den vergangenen Jahren die Kinderstücke (Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga) die Renner waren, werde diesmal "Alice im
Wunderland" präsentiert.

Kinder spielen Kinder

Das Stück sei speziell für die Naturbühne bearbeitet worden. "Auch diesmal werden wir unserer Linie treu bleiben: Das heißt, Kinder werden von Kindern gespielt." Die Hauptfigur verkörpert Paula Kammerer. Im Volksstück "Ein verrücktes Seniorenhaus" agieren laut Küspert Personen, die seit Jahren, teilweise seit Jahrzehnten mit diesem Genre vertraut sind. Es sei ein Stück, "an dem man sich begeistern und den Alltag vergessen kann". "Charley's Tante" ist vielen in der Verfilmung mit Peter Alexander als Darsteller bekannt. Die neuen Regisseure, Marion Beyer und Hermann J. Vief, haben die Komödie umgeschrieben und auf die Naturbühne zugeschnitten. Der Klassiker ist William Shakespeare gewidmet, dessen Geburtstag sich zum 450. Mal jährt. Auch in der Komödie "Viel Lärm und nichts" wirken viele routinierte Darsteller mit.

Kein Aufschub möglich

Doch auch mit Instandsetzungsarbeiten müssen sich die Verantwortlichen befassen. Obwohl erst im April 2013 der Abschluss von zwei Bauvorhaben gefeiert worden war - insgesamt wurden 550 000 Euro investiert -, musste man sich bereits wieder mit drei nicht geplanten Maßnahmen befassen, die keinen Aufschub geduldet haben. Zuerst sackte laut Küspert auf dem Zufahrtsweg vom Parkplatz zum Bühnengelände in der Kurve vor dem Verwaltungs- und Kassengebäude das Bankett nach rechts weg. "Zur Sicherung wurde der in den Wald abfallende Hang mit 350 Kubikmeter Sandsteinquadern abgestützt, die terrassenförmig in Trockenbauweise verlegt wurden." Weitaus aufwendiger gestaltete sich die Sanierung der Felsenwand an der Rückseite der Naturkulisse. "Eindringendes Wasser von oben hat dazu geführt, dass eine Mittelschicht, in einer Höhe zwischen sieben und neun Meter gelegen, unterspült wurde. Dadurch war der Fels porös, die Mauer instabil und im Extremfall quer über die ganze Breite absturzgefährdet", so der Vorsitzende, der anführt: "Die Lehmschichten und losen Teile dieser bedrohten Schicht wurden bis zu einem Meter tief abgetragen. Die entstandenen Zwischenräume wurden mit Natursteinen ausgemauert, überhängende Brocken verkeilt." Wäre die Mittelschicht runtergebrochen, "wäre praktisch die ganze Bühne gefährdet gewesen. Jetzt ist der Bereich wieder sicher".

Kosten: 100.000 Euro

Außerdem musste das Gelände hinter dem Wirtschaftsgebäude neu gestaltet werden. "Vom Spielerparkplatz bahnte sich bei Starkregen das Wasser seinen Weg den Hang hinunter, drang von der Rückseite her in das Mauerwerk des Gebäudes ein und durchfeuchtete im Laufe der Zeit die Kellerräume." Durch eine Oberflächenbefestigung und neue Trassenführung werde das Wasser jetzt umgeleitet. Alles in allem verursachten die Maßnahmen für den Verein Kosten von rund 100.000 Euro.
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