Kulmbach
Burggeflüster

Ein bisschen Angst machen wir uns gerne selber

Gute Nachrichten sind in diesen Tagen spärlich gesät. Zwischen all den Trump-Twittereien und Asylkonfrontationen bleibt offensichtlich kaum Raum dafür.
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Hadi Susanto/EPA/dpa
Hadi Susanto/EPA/dpa
Wobei wir Deutschen wenn schon nicht den Anspruch auf den Titel Fußball-, so doch wenigstens den auf die Ehrenbezeichnung Angst-Weltmeister anmelden könnten. Denn wenn es einmal gerade keine schlechte Nachricht geben sollte, jagen wir uns halt selber ins Bockshorn.

In dieser Woche beispielsweise lief eine Meldung über die Ticker, es bestehe die Gefahr, dass ab dem Jahr 2050 ein Vulkan in Deutschland ausbrechen könnte. Ein Vulkan? In Deutschland? - Ja, Wissenschaftler bohren gerade in einer Magmakammer im Dreiländereck zwischen Tschechien, Sachsen und Bayern. Und die Untersuchungen zeigten das, was die Forscher bereits vermutet hätten - es brodele unter der Erde.

Nun, was sicher jetzt schon brodelt, ist der Blutdruck des Lesers: "Vielleicht", "könnte", "Anhaltspunkte" - merken Sie etwas?

Komisch (im Sinne von merkwürdig, nicht im Sinne von lustig) ist aber, dass es Situationen gibt, in denen wir Angst haben sollten - sie aber nicht empfinden. Neulich beispielsweise, als mich wieder einmal ein anderer Autofahrer kurz vor einer Kurve - ohne jegliche Sicht auf möglichen Gegenverkehr - überholt hat. Ich hätte Angst, durch ein solches Verhalten einen schweren Unfall zu verursachen - der andere Fahrzeuglenker war da aber offenbar völlig angstbefreit.

Zum Glück ist ihm und anderen Verkehrsteilnehmer bei dem wagehalsigen Manöver nichts passiert. Wobei wir wieder bei wenigstens einer guten Nachricht wären...


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