Kulmbach
Ehrung

Ehrenamtliche geben dem Landkreis Kulmbach ein Gesicht

Mehr als 50 Prozent engagieren sich im Landkreis ehrenamtlich - absolute Spitze in Bayern und deutlich mehr als der deutsche Durchschnitt von 44 Prozent.
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Karin Schulz, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt, spielte sich ihr Ständchen zur Feierstunde mit ihrem Posaunenensemble "Weibsblech" quasi selbst.Uschi Prawitz
Karin Schulz, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt, spielte sich ihr Ständchen zur Feierstunde mit ihrem Posaunenensemble "Weibsblech" quasi selbst.Uschi Prawitz
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Bei einer Feierstunde im Landratsamt am späten Montagnachmittag würdigte Landrat Klaus Peter Söllner den unverzichtbaren Wert des Ehrenamtes und hatte die ehrenvolle Aufgabe, gleich fünf Personen für ihren jahrelangen Dienst am Menschen auszuzeichnen. "Diese Menschen gestalten unseren Landkreis und geben ihm eine Gesicht", sagte er.

Für ihr persönliches Engagement aus tiefer innerer Überzeugung wurde Karin Schulz aus Trebgast mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. "Das ist auch für mich ein nicht so häufiges Ereignis", sagte der Landrat. Bereits im Alter von zehn Jahren wurde Karin Schulz Mitglied des Posaunenchors in ihrer Heimatgemeinde, ab dem 14. Lebensjahr wirkte sie bei der Vorbereitung von Kindergottesdiensten mit, ab ihrer Konfirmation war sie als Jugendleiterin von CVJM und der Evangelischen Jugend tätig. Sie gründete die Mädchenjungschar und einen Mädchenkreis, übernahm die Verantwortung für Schulungen und Betreuung von Ehrenamtlichen und organisierte Zeltlager und Freizeiten.

"Sie half auch im direkten persönlichen Bereich", sagte der Landrat, "Karin Schulz übernahm zehn Monate lang die ehrenamtliche Betreuung eines Kleinkindes an fünf Werktagen, damit die junge Mutter ihre Lehre beenden konnte". Und solche selbstlosen Dienste habe sie nicht nur einmal geleistet. Karin Schulz baute in Bayreuth eine Beratungsstelle des Bayerischen Mütterdienstes auf, organisierte den Einsatz von Familienpflegerinnen und war Anlaufstelle für Frauen und Mütter in schwierigen Lebenssituationen. "1993 machte sie ihren Abschluss als Ehe-, Familien- und Lebensberaterin und engagierte sich über ihre dienstlichen Verpflichtungen hinaus ehrenamtlich."

2003 wechselte sie zur Krebsberatungsstelle, und in ihrer dortigen Aufgabe beeindrucke sie besonders durch ihren offenen und einfühlsamen Charakter. Doch auch für die Musik findet sie noch immer Zeit. Karin Schulz initiierte 2008 die Bläserinnengruppe "Weibsblech". Mit dieser Formation spielte sie sogar zu ihrer eigenen Ehrung im Landratsamt.

Arzt mit Leib und Seele

Mit dem Ehrenzeichen der Wasserwacht in Gold wurde Herbert Mädl bedacht. Er engagiert sich seit seinem 15. Lebensjahr in der Wasserwacht, die Ortsgruppe Himmelkron hat er 1966 mit gegründet. "Er hat unzählige Sanitätshelfer ausgebildet und ging oft auch unkonventionelle Wege in der Wissensvermittlung", sagte Landrat Söllner. Die langjährige Vorstandsarbeit, seine Tätigkeit als Arzt der Ortsgruppe Kulmbach und Arzt der Kreiswasserwacht sowie Chefarzt des BRK-Kreisverbandes runden sein ehrenamtliches Engagement ab.

Ebenfalls das Ehrenzeichen der Wasserwacht in Gold erhielt Gerhard Spindler. Seit 1965 ist er Mitglied der Ortsgruppe Kulmbach und wurde zu einer der tragenden Säulen in der Wasserwacht. 20 Jahre lang war er Vorsitzender der Kreiswasserwacht. "Man könnte sagen, das war das goldene Zeitalter für die Wasserwachten im Landkreis Kulmbach", sagte Klaus Peter Söllner.

Für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft im BRK wurde Frank Wilzok mit dem Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. "Der Name Frank Wilzok ist eng mit den Begriffen Helfen - Pflegen - Retten verbunden", sagte Landrat Söllner. Der engagierte Fachkrankenpfleger, der 1985 ins Jugendrotkreuz Kulmbach eintrat und seitdem unermüdlich für das BRK im Einsatz ist, erklärte sein ehrenamtliches Engagement mit den Worten: "Der Mensch gibt einem mehr, als der Euro verdienen könnte." Seinem Tatendrang ist es auch zu verdanken, dass Mitte der 90er Jahre die Schließung der sogenannten "Kulmbacher Kolonne" verhindert wurde.

Seit 70 Jahren engagiert

Auf 70 Jahre ehrenamtliche Arbeit im Bayerischen Roten Kreuz blickt Franz Zimmer zurück - dafür erhielt er die Ehrennadel des Deutschen Roten Kreuzes. Nach seinem Militärdienst fand er sein neues Zuhause in Hitzmain und engagierte sich in der Freiwilligen Feuerwehr. Im Alter von 20 Jahren kam Franz Zimmer zum BRK. Es sei beachtlich, so Landrat Söllner, dass sich unser Jubilar selbst 70 Jahre später immer noch einbringe.

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