Guttenberg
Dorfladen

Dorflädchen in Guttenberg ist frühmorgens gut besucht

Zu nachtschlafender Zeit, wenn alle anderen Läden noch geschlossen sind, ist im kleinen Dorflädchen mitten in Guttenberg der größte Ansturm.
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Nach der Nachtschicht oder vor der Frühschicht kauft Michael Knarr aus Neuensorg für die Familie frische Brötchen - und findet das kleine Lädchen einfach wunderbar. Fotos: Sonja Adam
Nach der Nachtschicht oder vor der Frühschicht kauft Michael Knarr aus Neuensorg für die Familie frische Brötchen - und findet das kleine Lädchen einfach wunderbar. Fotos: Sonja Adam
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"Brot, Brötchen und Gebäck täglich frisch ab 5 Uhr" steht auf dem grünen Schild, das seit einiger Zeit auf dem leuchtend gelben Post-Untergrund in Guttenberg prangt. Doch das ist sogar noch untertrieben. Denn Monika Müller, die in dem kleinen Lädchen direkt an der Bushaltestelle in Guttenberg verkauft, ist schon um 4 Uhr morgens da, um all die Sachen, die sie selbst bäckt, vorzubereiten. Schon um diese Uhrzeit kommen die ersten Guttenberger. Insider, die wissen, dass sie zu dieser Zeit schon warme Brötchen bekommen.

"Die Guttenberger sind Frühaufsteher. Die kommen nach der Nachtschicht oder vor der Frühschicht und holen Brötchen für die Familie", erzählt Monika Müller. Viele kommen noch etwas derangiert im Jogginganzug, mit Hausschuhen oder Gartenschlappen vor der großen Morgentoilette. Alle genießen die Nähe des Dorflädchens mitten im Ort.

"Das größte Geschäft geht morgens in aller Herrgottsfrühe bis sieben Uhr - bis die Schüler weg sind", erzählt Monika Müller. Auch die Schüler, die direkt von der Bushaltestelle vor der Tür abfahren, sind gute und treue Kunden. "In den Ferien ist es natürlich ein bisschen ruhiger. Aber wenn die Schule losgeht, geht es morgens wieder richtig rund", sagt Monika Müller. "Ich mag die Mädels und die Jungs, und ich kenne sie fast alle", erzählt Monika Müller mit unverkennbarem Berliner Dialekt. Den hat sie sich bewahrt, obwohl sie schon mehr als vierzig Jahre in Guttenberg lebt.

Monika Müller ist fünf Tage pro Woche im Laden und wechselt sich mit Annemarie Bräutigam ab. Sogar am Sonntag werden von 7 bis 10.30 Uhr Brötchen verkauft.

60 Kunden am Tag

Täglich kommen etwa 60 Kunden, manchmal auch mehr - bei weitem nicht nur Guttenberger. Michael Knarr ist einer der ganz treuen Kunden. Er kauft dutzendweise Brötchen. Oft und regelmäßig. Denn zu Hause warten die Frau, zwei Kinder und der Schwiegersohn auf den Frühstücksservice. "Ich fahre aus Neuensorg hier runter, bei uns gibt's ja nichts mehr. Es ist schön, so ein Laden, und vor allem sind die Öffnungszeiten toll", lobt Michael Knarr das kleine Guttenberger Lädchen.

"Ich komme so drei oder vier Mal die Woche und hole immer etwas Süßes. Man isst ja immer Wurst und Fleisch, aber zum Kaffee brauche ich etwas anderes", erzählt Günter Seidel. Er kommt aus Mainroth und hat beruflich in Guttenberg zu tun. "In Mainroth hat das Lädchen schon lange zugemacht. Man muss solche kleinen Läden unterstützten. Denn die sind vor allem für die Älteren wichtig. Aber die Leute müssen solche Lädchen auch wirklich annehmen", sagt Seidel und hilft auf seine Weise ein bisschen mit.

Die älteren Guttenberger nutzen die Gelegenheit, um täglich frische Backwaren zu bekommen. Und am Samstag wird Großeinkauf gemacht. Auch Wurst und Fleisch können vorbestellt werden. "Die älteren Leute kaufen wirklich am Samstag für die ganze Woche ein und kommen dann unter der Woche, um noch Kleinigkeiten zu holen", erzählt Monika Müller.

Manche kommen in den Laden und sagen gar nicht mehr, was sie wollen. Monika Müller kennt ihre Guttenberger und packt für die stillen Früh-Einkäufer ohne großes Aufhebens Brötchen und Croissants in die Tüte. Wie immer! "Es ist wichtig, dass man die Leute kennt. Das hilft viel", sagt Monika Müller, die viel Spaß an ihrer Arbeit hat.

Ein kleiner Plausch gehört dazu

Schon öffnet sich wieder die Tür. Milena Schott (10) kommt mit ihrer Oma Roswitha Geier aus Maierhof in den Laden und möchte sich selbst ihr Frühstück aussuchen. Sie kennt den Dumler-Laden aus Kupferberg. "Da kann ich auch mal alleine einkaufen", erzählt Milena. Überhaupt wird in dem kleinen Lädchen nicht nur eingekauft, immer wieder nutzen Guttenberger den Laden auch für ein kleines Pläuschchen. "Das gehört doch dazu, und das ist das Schöne", findet Monika Müller.

Auch in Burghaig, Oberpreuschwitz, Kupferberg, Rugendorf und Mainleus gibt es solche Lädchen der Bäckerei Dumler, oft mit Lotto oder Post, die in aller Herrgottsfrühe schon geöffnet haben und den Menschen bis Mittag das Einkaufen ermöglichen.
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