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Untersteinach
Versorgung

Diskussionen übers Löschwasser im Untersteinacher Gewerbegebiet

Der Brandschutz im Unter- steinacher Industrie- und Gewerbegebiet sorgte im Gemeinderat für Kontroversen.
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Die Untersteinacher müssen im Gewerbegebiet eine Löschwasserzisterne anlegen. Die bisherigen Entnahmestellen reichen nicht.Archiv
Die Untersteinacher müssen im Gewerbegebiet eine Löschwasserzisterne anlegen. Die bisherigen Entnahmestellen reichen nicht.Archiv

Wieder einmal war es das Thema Wasser, das die Mitglieder des Untersteinacher Gemeinderats beschäftigte. Doch diesmal sorgten nicht die Wasserversorgung oder die Kanäle für Diskussionen, sondern die Löschwasserversorgung. Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) legte offen, dass das Landratsamt Kulmbach - nach einem Vor-Ort-Termin - für das zweigeschossige Gebäude der Firma EKA die Bereitstellung von 192 Kubikmetern Löschwasser für mindestens zwei Stunden fordern würde.

Das Gebäude befindet sich eigentlich im sogenannten Gewerbegebiet mit GE-Standard. Für solche Gewerbegebiete ist normalerweise nur eine Löschwassermenge von 96 Kubikmetern pro Stunde über zwei Stunden vorzuhalten. Da das Fabrikationsgebäude allerdings zweigeschossig ist, fordern die Brandschutzexperten und das Landratsamt eine Löschwassermenge, wie sie eigentlich in Industriegebieten nötig ist: 192 Kubikmeter - die Versorgung muss ebenfalls über zwei Stunden gewährleistet sein.

"Der Bedarf ist am 28. Januar festgestellt worden. Uns bleibt nichts anderes übrig, als eine Zisterne zu installieren", erklärte Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD).

Im Gemeinderat entspann sich eine rege Diskussion über den Unterschied zwischen Gewerbegebiet nach GE-Standard und Industriegebiet nach GI-Standard. Gewerbebetriebe im Industriegebiet müssen, so die Bestimmung, durch die höhere Löschwassermenge abgesichert sein. Außerdem wird die höhere Löschwassermenge auch für zweigeschossige Industriegebiete in einem Gewerbegebiet gefordert.

Der Bürgermeister schlug vor, ein geeignetes Grundstück zu suchen, auf dem eine Löschwasserzisterne gebaut werden könne. Die Zisterne solle - so hat das Ingenieurbüro Baur-Consult errechnet - mindestens 200 Kubikmeter fassen und sie soll im Umkreis von 300 Metern zum EKA-Gebäude liegen. Als Kosten veranschlagt das Ingenieurbüro 84 000 Euro für die Zisterne.

Markus Weigel (FW-WGU) trat vehement dafür ein, noch einmal den Kontakt zum Landratamt zu suchen, und betonte, dass ihm die Argumentation hinsichtlich der Vorgaben nicht schlüssig erscheine. Denn die Firma EKA sei ja im Gewerbegebiet und nicht im Industriegebiet ansässig. Zudem gab Weigel zu bedenken, dass das Gewerbegebiet, speziell die Firma EKA, auch mit FWO-Wasser versorgt werden könnte.

Die Firma EKA beschäftigte die Räte noch mit einer anderen Angelegenheit. Denn für den Bauantrag der Firma EKA für eine neue Lagerhalle und eine Überladebrücke wurde eine Abstandsflächenübernahme auf dem Grundstück mit der Flurnummer 1410 beschlossen.

Das geplante Bauwerk, das bereits im vergangenen Jahr genehmigt worden war, hält die geforderte Abstandsfläche von fünf Metern nicht ein. Doch bei dem betroffenen Grundstück der Gemeinde handelt es sich um einen nicht bebaubaren Weg. Deshalb gab es keine Diskussionen über die Abstandsflächen. Außerdem firmiert EKA jetzt unter dem Namen S & H Vermögensverwaltungs GmbH.

Gemeinderat kurz gefasst Tekturplan Für das Grundstück einer ehemaligen Firma am Ortsausgang von Untersteinach reichte die Verwaltungsgemeinschaft Winkler einen Tekturplan ein. Bislang sind in einem Bauantrag Praxisräume und Wohnungen genehmigt worden, jetzt sollen im Unterschoss des Bauwerkes eine Seniorentagesstätte mit angeschlossenem Bürobereich entstehen. Außerdem werden auf einem freien Grundstück Am Bühl 40 Stellplätze für die Tagespflege errichtet. Dieser Plan wurde genehmigt.

Online Mit einer knappen Mehrheit von sechs zu fünf Stimmen beschlossen die Untersteinacher Räte, das "Open Demokratie Tool" opTo auf der Internetseite der Gemeinde zu implementieren. "Wir werden online moderner. Endlich", kommentierte Markus Weigel (FW-WGU), der den Antrag gestellt hatte. Um das Thema entspann sich eine rege Diskussion. Auch langjährige Gemeinderäte informierten sich umfassend über die Möglichkeit, im Internet Anträge zu stellen. Das "Open Demokratie Tool" ist kostenfrei.