Kulmbach
Kommentar

Diskussion um Stromtrasse: Wo waren die Politiker?

Die Mitarbeiter der Firma Amprion bekamen Volkes Zorn geballt zu spüren. Sie wurden ausgepfiffen und ausgebuht. Doch die Leute von Amprion waren eigentlich die falschen Prügelknaben. Sie machen nur ihren Job. Verantwortlich sind hier die großen Politiker, die die Energiewende beschlossen haben. Aber von denen fehlte jede Spur.
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Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa
Die Oberfrankengruppe der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag ließ sich schon im Vorfeld entschuldigen: Plenartag in München. Ein Armutszeugnis. Hier wären die Volksvertreter gefragt gewesen. Nicht in München. Rückhalt erhielten die Menschen von den Kommunalpolitikern - auch aus Reihen der CSU.

Apropos München: Die Hochspannungsleitung dient ausschließlich der Versorgung von Südbayern, dem "Filetstück Bayerns". Sicher ein Grund mehr für die Leute, sich gegen den Leitungsbau zu wehren. Die Oberfranken haben nichts davon - außer der Verschandelung ihrer Landschaft.

Und noch etwas stieß sauer auf: Warum fand die Info-Veranstaltung in der viel zu kleinen Dr.-Stammberger-Halle statt? Hinzu kommt, dass Kulmbach im Vergleich zu anderen Landkreisen nur am Rande betroffen ist. Vielleicht hatte Amprion die Hoffnung, dass viele den weiten Weg nach Kulmbach scheuen.
Doch die Rechnung ging nicht auf.

Ein bisschen beschlich einen am Dienstagabend aber schon das Gefühl, dass gegen den Bau der umstrittenen Süd-Ost-Gleichstrompassage nicht mehr viel zu machen ist. Das ließen die rhetorisch perfekt geschulten Redner bereits durchblicken. Einzig die Frage, ob die Trasse von Münchberg über Bad Berneck und Himmelkron nach Pegnitz verläuft oder einen Haken über Wunsiedel und Marktredwitz schlägt, scheint noch offen.
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