Neudrossenfeld
Absage

Dieses Haus darf nicht gebaut werden in Neudrossenfeld

Nach langer Diskussion beschloss der Gemeinderat Neudrossenfeld, die Bauvoranfrage für ein abweichend gestaltetes Wohnhaus "Am Obstgarten" abzulehnen.
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Das Haus, das ein Bauherr "Am Obstgarten" errichten wollte, weicht in zahlreichen Punkten von den Gestaltungsvorgaben ab.Repro: Klaus Klaschka
Das Haus, das ein Bauherr "Am Obstgarten" errichten wollte, weicht in zahlreichen Punkten von den Gestaltungsvorgaben ab.Repro: Klaus Klaschka
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An einer Bauvoranfrage am Ende der Straße "Am Obstgarten", parallel zur Kulmbacher Straße, schieden sich im Neudrossenfelder Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend die Geister. Das liegt an der "Örtlichen Bauvorschrift für die Gemeinde Neudrossenfeld vom 12. Dezember 2005. Nach der dürfen zweigeschossige Wohngebäude unter anderem höchstens 6,75 Meter bis zum Dachansatz hoch sein, Hauptgebäude müssen rechteckig und langgestreckt und dürfen höchstens 10,50 Meter lang sein. Das Verhältnis von Länge zur Breite sollte idealerweise 1,4 : 1 mindestens jedoch 1,2 : 1 betragen. - "Dächer sind als symmetrische Satteldächer und einer Dachneigung von üblicherweise über 45 Grad (42-48 Grad) auszubilden, dabei muss die Firstrichtung parallel zur Längsseite des Gebäudes verlaufen. - Alle Fenster und Türen sind in stehendem, hochrechteckigem Format auszuführen, dabei darf die Breite maximal 80 Prozent der Höhe betragen."

In dieses enge Raster passt das Haus nicht, das am Ende der Straße gebaut werden sollte. Zwei Vollgeschosse, ein flacheres Dach, quadratische Fenster und andere Abweichungen von der vor 14 Jahren erlassenen Gestaltungssatzung. Dafür hätte der Gemeinderat zwar eine Ausnahmegenehmigung (Befreiung von den Bauvorschriften) erteilen können; wollte es jedoch nicht. Mit dem möglichen Bauherrn soll noch einmal gesprochen werden, obwohl dieser bereits erklärt hat, dass er seine Bauabsicht zurückziehen wird, falls sein Haus nicht so gebaut werden könne, wie er es sich vorstellt.

Für Gemeinderat Thomas Erlmann (WGW) wäre die bestehende Gestaltungssatzung ohnehin zu modernisieren, denn man baue nicht mehr wie vor 15 Jahren. Man solle sie laut Franz Klatt (SPD) zumindest "im Sinne der Bauwilligen" aufzulockern. Heidemarie Nitsch (FuG) sah in diesem anderen Bau "kein Riesenproblem", denn die weiteren Gebäude entlang der Straße seien ohnehin anders - wie auch das Bauunternehmen daneben, was Björn Sommerer (FuG) anmerkte. Zudem wolle man mit Neubauten ja auch zuerst die Baulücken im Ort füllen, bevor man neue Baugebiete ausweist, so Sommerer.

Damit wäre dann allerdings die Gestaltungssatzung hinfällig, merkte Dritter Bürgermeister Alfred Wirth (FW) an, was Manfred Dörfler (WGW) als weniger gewichtig ansah: "Wenn damit eine Baulücke geschlossen würde sollte man das lockerer sehen." Zumal "wir von den Gestaltungsvorschriften schon Ausnahmen gemacht haben", ergänzte Zweite Bürgermeisterin Manuela Schirmer (SPD).

Für Georg Waldmann (CSU) wäre der beabsichtigte Bau dennoch "ein Klotz" an der dort gewachsenen Struktur mit Satteldächern. Dieser Meinung schloss sich schließlich die Mehrheit des Gemeinderats an und lehnte die Bauvoranfrage mit 10 gegen 7 Stimmen ab.

Keine Probleme oder weiteren Gesprächsbedarf hatte der Gemeinderat mit der Erweiterung des Baugebiets im Ortsteil Fichtelhof. Es wurde um die 90-Grad-Kurve, die in den Ort führt, erweitert und damit auch der Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit zwei Garagen und Pferdestall auf einem Teil der Erweiterungsfläche genehmigt.

Ohne Diskussion genehmigte der Gemeinderat die Aufstockung eines Wohnhauses in Dreschen, drei Dachgauben auf einem Gebäude in Aichen sowie den Bau einer elektrischen Schnellladestation im Gewerbegebiet Unterbrücklein; außerdem die Änderung des Bebauungsplans "Am Weinberg" und in Gräfenthal, so dass dort eine weitere Wohnbebauung möglich sein wird.

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