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Gößmannsreuth
Bandporträt

Die "Walkabouts" mögen die Österreicher

Die Cover-Band "Walkabouts" gibt es seit dem Jahr 2000. Zehn Jahre lang waren die Musiker eine reine Männertruppe, letztes Jahr kam Sängerin Sandra dazu. Die steht genauso auf Klassiker der österreichischen Gruppe STS wie ihre vier Jungs.
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Die Walkabouts mit ihrem "Tourbus": Mit dem Fahrzeug von Mitsch (rechts) fährt die Band zu ihren Auftritten. Foto:  Anna Lienhardt
Die Walkabouts mit ihrem "Tourbus": Mit dem Fahrzeug von Mitsch (rechts) fährt die Band zu ihren Auftritten. Foto: Anna Lienhardt
Sie wollten die Eine oder keine. "Wir haben uns gleich alle ineinander verliebt", sagt Gitarrist Peter Reuschlein (41) und grinst breit. Sängerin Sandra Mück (29) meint pragmatisch: "Schleimer", kann sich aber ein Lächeln nicht verkneifen.
"Im Ernst, Sandra passt zu uns. Wir wollten eine Sängerin, die nicht nur singt und danach heim geht. Sondern eine, die beim Auf- und Abbauen mit anpackt und sich eingliedert", betont Michael "Mitsch" Jersch (47), eines der Gründungsmitglieder der Walkabouts.

Rock, Pop, Schlager und Oldies


Die Gruppe spielt Mainstream Rock und Pop, Schlager und Oldies - und in jeder Saison etwas Aktuelles. Momentan sind das zum Beispiel "Fuckin' Perfect" von Pink oder "Mr Rock & Roll " von Amy Mcdonald. Etwa 70 bis 80 Stücke haben sie immer fest im Programm, im gesamten Repertoire 200.
Was aber immer dabei ist: Die Österreicher. Stücke von STS oder Rainhard Fendrich machen die persönliche Note der Band aus. Das kommt an - meistens zumindest: "Als wir einen Auftritt auf einer Silvestergala in Dresden hatten, war innerhalb von einer Minute die Bühne leer", erinnert sich Schlagzeuger Matthias. "Alles, was bayerisch oder österreichisch klang, mochte das Publikum dort überhaupt nicht."

Sandra stammt aus Plauen


Bassist Jochen Glaser (37) fügt hinzu: "Vielleicht hätten wir es leichter gehabt, wenn Sandra schon bei uns gewesen wäre. Dann hätten wir eine Aborigine dabei gehabt." Die Jungs lachen, Sandra auch. Die Sängerin stammt ursprünglich aus Plauen, was man ihr auch noch ein wenig anhört. An die Sprüche hat sie sich gewöhnt, schließlich lebt sie seit zehn Jahren hier. Die Sängerin feuert auch gerne mal verbal zurück. Kurzum: Die Franken-Sachsen-Kombination harmoniert.
Und die Sache mit den Aborigines ist auch nicht so weit her geholt: Der Bandname stammt aus der Sprache der australischen Ureinwohner. "Die Walkabouts sind die Traumpfade der Aborigines", erklärt Mitsch. "Das hörte sich gut an."
Sandra hörte sich auch gut an. "Als sie sich auf unsere Annonce gemeldet und vorgesungen hat, hat es uns aus den Latschen gehoben", sagt Schlagzeuger Matthias. Und Bandkollege Peter will Eines unbedingt loswerden: "So richtig komplett sind wir erst, seit unser Goldkehlchen bei uns ist."

Eine Frauenstimme fehlte


Aber warum haben die Walkabouts nach zehn Jahren reine Männertruppe eine Frau dazu geholt? "Wir wollten unser Spektrum erweitern", erläutert Mitch. "Außerdem sind gerade bei Coverbands Frauen als Sängerinnen wichtig. Danach fragen die Veranstalter."
Wenn es nach den Walkabouts geht, dürften die Veranstalter gerne noch etwas öfter fragen. Zwischen 15 und 20 Auftritte pro Jahr sind das Ziel der Gruppe. Momentan liegen sie bei zehn bis zwölf.
Die Schwierigkeit: Der Preiskampf ist hart. "Entweder wird ein günstiger Alleinunterhalter bestellt. Oder gleich richtig große Künstler. Die sind zwar teuer, aber so bekannt, dass auch das 3000-Mann-Zelt auf dem Dorf voll wird", sagt Mitsch. Er wünscht sich, dass wieder mehr regionale Bands gebucht werden - "natürlich gerne die Walkabouts", wirft Peter ein und lacht.
Wer die Truppe bucht, darf sich sicher sein: Es wird alles live gesungen. Diese Tatsache unterstreichen die Bandmitglieder, mehrmals. Warum? "Viele Coverbands arbeiten mit Halb-Playback", erklärt Mitsch. Ein Teil der Instrumente kommt vom Band, die Musiker spielen dazu. Auch bei den Walkabouts wurde diese Technik bereits mehrmals diskutiert. "Aber unser Musikerstolz ist immer größer. Wir spielen alles selbst und live. Man nimmt dann eben ein bestimmtes Stück nicht mit auf, wenn ein wichtiges Instrument fehlt", sagt Jochen. Solange sie ihre Österreicher spielen können, ist alles gut. Auf die Frage nach dem Lieblingslied kommt sodann auch gleich von Mitsch geschossen: "Weus'd a Herz hast wia Bergwerk von Rainhard Fendrich." Dieser Song ist live eh am schönsten.

Alle Details über die "Walkabouts" lesen Sie in der Bayerischen Rundschau.
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