"Ich bin froh, dass endlich eine Entscheidung gefallen ist", sagt Regina Plewe. Denn die Unsicherheit der vergangenen Monate, ob und wenn ja wie es bei Schlecker weitergehen wird, hat an allen Mitarbeiterinnen gezehrt. "Nervenkrieg", sagt die Ludwigschorgasterin. "Horrormonate. Am schlimmsten war es um Weihnachten herum."
Die Mutter zweier acht und 14 Jahre alten Kinder wollte die Hoffnung lange Zeit nicht aufgeben. "Ich dachte, es geht vielleicht doch noch weiter", schildert sie die Hängepartie zwischen Bangen und Hoffen, die für sie besondere Dimensionen angenommen hat, weil die Familie erst vor fünf Jahren in Ludwigschorgast gebaut hat.
Wie es nun - nach 17 Jahren bei Schlecker - für sie weitergeht? Regina Plewe zuckt mit den Achseln, verbreitet aber Zuversicht. "Wer bei Schlecker war, der kann was", sagt sie. Schnellstmöglich will sie sich auf die Suche nach einem neuen Job machen.

"Arbeit hat immer Spaß gemacht"


Ihre Marktleugaster Kollegin Rosemarie Ulbricht gibt sich am Freitagmittag nach außen hin unberührt. Das "Hallo", mit dem sie die Kunden in der Filiale in der Kulmbacher Straße begrüßt, ist freundlich wie eh und je. Auch nach 20 Jahren bei Schlecker, in denen der Konzern schon wegen Mitarbeiter-Bespitzelung und Niedriglöhnen in die Schlagzeilen gekommen war, will sie sich nicht negativ äußern. "Ich bedauere das sehr. Die Arbeit hat immer Spaß gemacht", betont die 61-Jährige, die sich nach der Schließung von 2400 von insgesamt 5400 Filialen im März noch zuversichtlich gezeigt hatte. 12 500 Mitarbeiterinnen hatten damals ihren Job verloren, mehr als 13 000 werden nun nochmals hinzukommen.

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