Bayreuth
Konzert

Die "Toten Hosen" rocken Bayreuth

Die Düsseldorfer Kultband spielte am Freitagabend vor 30.000 begeisterten Fans auf dem seit Monaten ausverkauften Volksfestplatz in Bayreuth.
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Archivfoto eines Tote-Hosen-Konzerts in München aus dem Jahr 2017. Am Freitag spielte die Band im oberfränkischen Bayreuth. Foto: Sven Hoppe/dpa
Archivfoto eines Tote-Hosen-Konzerts in München aus dem Jahr 2017. Am Freitag spielte die Band im oberfränkischen Bayreuth. Foto: Sven Hoppe/dpa

Vier Tage, nachdem sie mit ihrem Anti-Rassismus-Konzert in Chemnitz für Schlagzeilen gesorgt hatten, traten die "Toten Hosen" am Freitagabend in Bayreuth auf. Der Volksfestplatz verwandelte sich dabei in eine große Open-Air-Bühne. 30 000 Besucher kamen. Das Konzert war seit langem ausverkauft.

Die Band um Frontmann Campino gab zweieinhalb Stunden Vollgas, brannte ein wahres Punkrock-Feuerwerk ab, brachte Jung und Alt zum Grölen, Pogen und Abfeiern. Was gerade nach den Vorfällen von Chemnitz viele erwartet haben, ließ nicht lange auf sich warten. Punk war, ist und wird immer politisch sein, und so nahm sich Campino Innenminister Horst Seehofer zur Brust, lieferte die Retourkutsche zu einer seiner heiß diskutierten Äußerungen: "Er hat die Migration als die ,Mutter aller Probleme' bezeichnet. Lieber Herr Seehofer: Passen Sie auf, dass Sie nicht zum Vater der Probleme werden", so der 56-Jährige.

Song gegen Rassismus

Ansonsten lassen die "Toten Hosen" bei ihre "Laune der Natour"-Tour ihre Musik sprechen, und die greift ja gesellschaftliche Probleme auf. So das Lied "Willkommen in Deutschland", in dem es heißt: "Dies ist ein Land, in dem man nicht versteht, dass fremd kein Wort für feindlich ist." Ein Song gegen Rassismus, der zum Pflichtprogramm bei den Konzerten gehört, laut Campino in diesen Tagen aktueller denn je ist. Und so begleiteten dann für einen kurzen Moment auch "Nazi raus"-Rufe den Abend in Bayreuth.

Konfetti-Kanonen

Der war eine Zeitreise durch 36 Jahre Bandgeschichte, in dem Hits wie "Hier kommt Alex" oder auch die Sauflieder "Zehn kleine Jägermeister" oder "Eisgekühlter Bommerlunder" nicht fehlen durften. Textsicher war das Publikum bei "Wannsee", das dann staunte, als bei "Tage wie diese" kurz vor Schluss Konfetti-Kanonen rote und weiße Schnipsel in den Nachthimmel schossen. Mit "Never walk alone" verabschiedeten sich die "Toten Hosen" von ihrem Bayreuther Publikum, das zwei Zugaben bekam, ohne Zugabe einfordern zu müssen.

Im Vorprogramm hatten "Feine Sahne Fischfilet" und "Triggerfinger" mitgewirkt, die auch schon beim Anti-Rassismus-Konzert in Chemnitz gespielt hatten. Auch die Folk-Punk-Rock-Band "Flogging Molly" hatte auf das "Hosen"-Konzert eingestimmt.

Verkehrschaos blieb aus

Zu dem befürchteten Verkehrschaos ist es an dem Abend in Bayreuth dank des Einsatzes von Shuttlebussen übrigens nicht gekommen. Vor und nach dem Konzert lief alles nach Plan, auf dem Festgelände dafür aber nicht alles ganz reibungslos. Vor allem für Frauen, die vor den - offensichtlich zu wenigen - Toilettenhäuschen lange in der Schlange standen und den Konzertabend so nicht gänzlich genießen konnten.



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