Kulmbach
Jubiläum

Die "T-Jazz" Big Band bereichert die Kulmbacher Jazz-Szene

Die Stadt Kulmbach hat für ihre Größe eine erstaunliche Jazzszene: Mit der Old Beertown Jazzband und mit der Big Band der Städtischen Musikschule.
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Die "T-Jazz" Big Band war gut aufgelegt. Foto: Horst Wunner
Die "T-Jazz" Big Band war gut aufgelegt. Foto: Horst Wunner
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Die Big Band der Städtischen Musikschule kann jetzt auf ihr 30-jähriges Bestehen zurückblicken. Das wurde im urigen Ambiente unter der niedrigen Holzdecke im Saal der Kommunbräu richtig gefeiert.

Drei Stunden Jazz-Marathon so ganz nach dem Geschmack der Zuhörer, die den Raum voll ausfüllten. Kulmbach besitzt eben auch ein Jazz-affines Publikum.

Das nicht schlecht staunte was hier alles schon in diesem Genre bewegt wurde, als Bürgermeister Ralf Hartnack zum Einstieg die Jazzgeschichte im Rückblick Revue passieren ließ. Wo Musikschullehrer Thomas Schimmel, "der Tausendsassa", immer noch an vorderster Front tätig, die Band "Swing Pink" 1989 ins Leben rief, zehn Jahre später die "Foobirds" als Nachfolger auftraten und seit 2018 die Big Band "T-Jazz" mit den Protagonisten Eddy Stübinger und Georg Köstner für Furore sorgt.

Und die montäglichen Jazz-Sessions in einem halben Jahrhundert, seit 2016 in der Kommunbräu, dem Ganzen noch die besondere Note verleihen. Zahlreiche Preise über die Region hinaus erinnern an das Können der Bands.

Und dass man aktuell gut drauf ist, dem Jazz nahezu verfallen ist, machte das große Jubiläumskonzert "It's Jazztime" mehr als deutlich. Echtes Feeling schon nach kurzer Zeit mit "T-Jazz" unter der Leitung von Thomas Schimmel, da pulste das Blut, authentisch und mit Drive kamen die Stücke ans Ohr, es wurde tief in die Jazz-Kiste gegriffen. Nach Herzenslust geswingt, bluesig und rockig, Soli en masse, der Sound von Tenorsaxophon und Trompeten stieg klar akzentuiert in die Höhe, nur die Decke bremste ihn.

Man spürte förmlich den Enthusiasmus und die Begeisterung der 20 Jazzer aus Kulmbach und Umgebung, darf sich auf ihre (Montag) Jubiläumssession in der Kommunbräu ab 19 Uhr unter Beteiligung ehemaliger Big Band-Mitglieder freuen. Die Städtische Musikschule mit ihren Jazz-Schwerpunkten ist aus dem Kulmbacher Musikleben nicht mehr weg zu denken, prasselnder, langanhaltender Beifall belohnte die Interpreten.

Dann ein weiterer Höhepunkt: Die "Lehrer Big Band Bayern", eine Fast-Profi-Gruppe, die schon in Peru spielte und fünf CDs vorweisen kann. Mit dem Leader Hugo Siegmeth bot sie Jazz der Extraklasse, Latin, Hot Jazz, Balladen. Fulminant und exzessiv der Auftritt, an jedem Instrument gut besetzt. "Don't you worry" ließ Wellen der Erregung durch den Saal spülen, ehe es formschön abebbte, "Cantabile" von Johann Christian Bach konzertant klassisch mit Quertönen im ruhigen Fluss, ehe man swingend abschloss.

Herrlich verjazzt das deutsche Volkslied "Am Brunnen vor dem Tore" von Franz Schubert, die Posaunen schräg, schrillig, die Linde wurde erst heftig durchschüttelt, danach liebevoll umarmt. Ein tolles Arrangement.

Bluesige Schwere bei "We'll be together again", in "Yes you can" wirbelten Schlagzeug, Bass und Klavier, der Solist auf der Querflöte war ein Vogelstimmenimitator. Das Salz in der Jazz-Suppe noch Sängerin Barbara Frühwald mit ihrem etwas leicht vibrierenden Mezzosopran, ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. "I love Paris" und "Blue Skies" skandierte sie mit Verve.

Ein schöneres Finale als mit "Jumping at the woodside" von Count Basie hätte es nicht geben können: Improvisationsrausch mit einem bestechenden Hugo Siegmeth am Sopransaxophon und einer Band, die die Herzen ihrer Zuhörer im Sturm eroberte. Sie gab alles an Rhythmik, technischer Raffinesse und tonaler Wucht, Zugaben inbegriffen. Wieder nicht enden wollende Ovationen. Dieser Abend hat Jazz-Fans vereint und geholfen, neue hinzuzugewinnen.

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