Peesten
Brauchtum

Die Peestener Jugend pflegt die Tradition der Lindenkerwa

Wenn die Tanzburschen und -madla durchs Dorf ziehen, wenn sie auf der Linde und darunter tanzen, dann ist klar: In Peesten ist Kerwa.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Tanzburschen und Madla beim Eröffnungstanz auf der Peestener Linde. Katharina Müller-Sanke
Die Tanzburschen und Madla beim Eröffnungstanz auf der Peestener Linde. Katharina Müller-Sanke
+2 Bilder

Die Tradition der Lindenkerwa rund um die Tanzlinde wird in Peesten seit einigen Jahren wieder gepflegt. Die örtliche Jugend legt sich dabei mächtig ins Zeug. Vier Tanzchoreografien haben die 21 Tanzburschen und -madla dafür einstudiert, sie bedienen die Gäste und sorgen für Stimmung rund um die Tanzbruck. Die hausgemachte Musik von örtlichen Blasmusikern auf der Linde und davor komplettierte das Bild und sorgte für ein stimmiges Fest. Am Sonntagnachmittag sorgen "Die Stollmusikanten" für die passende Feststimmung. Auch die Kinder beteiligten sich durch den traditionellen Bändertanz.

Das Organisationsteam ist zurecht stolz auf die Kerwa. Markus Maisel und seine Mitstreiter sind das ganze Jahr über schon mit der Vorbereitung der nächsten Kerwa beschäftigt. "Das Wetter hätte kaum besser sein können", so Maisel. Von jedem Tanzpaar muss mindestens einer aus Peesten selbst kommen und darf sich dann einen Partner oder eine Partnerin von außen dazuholen. 2001 wurde die heutige Tanzlinde nach traditionellem Vorbild wieder aufgebaut. Der Tanzsaal befindet sich in der Baumkrone, zu der eine steinerne Wendeltreppe führt.

Am Samstagabend fanden entspannende Klänge Einzug in das Areal rund um die Linde. Die Posaunenchöre aus Peesten-Azendorf, Buchau und Leonberg-Eltingen haben gemeinsam ein Konzert unter dem Titel "Bunte Sommerklänge zum Entspannen" gegeben. Die Chöre, die unter Leitung von Martin Zahner aufgetreten sind, verbindet eine lange Freundschaft. In der Gemeinschaft sorgten sie für einen kraftvollen und tatsächlich entspannenden Klang, der sich von der Linde übers Dorf zog. Die Musiker und einige Zuhörer saßen oben auf der Tanzbruck der Linde. Viele Zuhörer haben es sich aber auch unter der Linde und rund um den Dorfplatz gemütlich gemacht.

Von der festlichen Feuerwerksmusik Händels über volksmusikaischen Stücken wie "La Montanara" bis hin zu Spirituals wie "Deep River" zeigten die Bläser ein breites Spektrum. Bemerkenswert, dass sich die Bläser für ihr Konzert auf der Linde auch das Stück "Am Brunnen vor dem Thore" ausgesucht haben. Der ursprüngliche Titel dieses Stückes lautet "Der Lindenbaum". In einer bearbeiteten Version ist das Lied schließlich zum Volkslied geworden. Anfang des 19. Jahrhunderts, als der Text geschrieben wurde, galt die Linde als Baum der Liebe. Die Musik, der Baum, das milde Wetter. Alles passt an diesem Abend herrlich zusammen.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren