Neuenmarkt

Die Neuenmarkter Kläranlage ist komplett

Das Neuenmarkter Regenüberlaufbecken und der Rückhalteteich sind fertiggestellt. Rund zwei Millionen Euro hat die Gemeinde in die Entlastungsbauwerke investiert. Gerüchte, die im Ort über die Finanzierung gestreut werden, will Werkleiter Karl Pöhlmann nicht kommentieren.
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Der neue Regenrückhalteteich der Gemeinde Neuenmarkt hat ein Fassungsvermögen von rund 3000 Kubikmeter. Fotos: Werner Reißaus
Der neue Regenrückhalteteich der Gemeinde Neuenmarkt hat ein Fassungsvermögen von rund 3000 Kubikmeter. Fotos: Werner Reißaus
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Die Gemeindewerke Neuenmarkt haben sich selbst das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht, nämlich mit der Inbetriebnahme des Regenüberlaufbeckens und dem dazugehörigen technischen Innenleben: "Das ist ein guter Tag für die Umwelt, weil wir jetzt endlich die Kläranlage Neuenmarkt komplettiert haben", freute sich Werkleiter Karl Pöhlmann.

Das, was seit 2005 im Wasserrechtsbescheid des Landratsamts Kulmbach gefordert worden war, ein Regenüberlaufbecken mit einem anschließenden Rückhalteteich als integraler Bestandteil der Kläranlage, ist jetzt Wirklichkeit geworden. Im Laufe dieses Jahres wurden rund zwei Millionen Euro in diese dringend notwendigen Entlastungsbauwerke investiert. Mit der Firma Günther-Bau in Stadtsteinach hatte ein Unternehmen aus der Region den Auftrag erhalten.
Es war ein ehrgeiziges Ziel, das Projekt noch vor dem Jahreswechsel zu schaffen, denn in den letzten Wochen hatte das Wetter den Arbeitern doch sehr zu schaffen gemacht.

Schwarze Schorgast als Vorfluter

Werkleiter Karl Pöhlmann zeigte auf, dass das anfallende Schmutzwasser jetzt über das Regenüberlaufbecken der Kläranlage zugeführt wird: "Es fließt nicht mehr, wie es vorher der Fall war, als Abschlag direkt in den Vorfluter Hutweidbach. Als neuer Vorfluter dient jetzt die Schwarze Schorgast, zu der im letzten Jahr eine Freispiegelleitung gebaut wurde. Die Maßnahme ist die Voraussetzung dafür, dass in Neuenmarkt später wieder Baumaßnahmen auf den Weg gebracht werden können, weil die Abwasserbeseitigung dann in Ordnung ist." Pöhlmann stellte klar, dass Wasserwirtschaftsamt Hof und das Landratsamt Kulmbach unter dem Aspekt des Umweltschutzes diese Maßnahmen als Entlastungsbauwerke für die Abwasserentsorgung zwingend gefordert hatten.

Die Gemeindewerke haben diese Maßnahmen 2014 mit Unterstützung des Planungsbüros IBP in Kulmbach umgesetzt. Pöhlmann dankte besonders Diplomingenieur Erich Hahn für "die ständig gute Unterstützung", ebenso Bauleiter Steffen Groschupp von der Firma Günther-Bau. Weiter würdigte er die Unterstützung aus der Verwaltung mit Sandra Schmidt an der Spitze und die Arbeit von Klärwärter Willi Lauterbach als ausgesprochenem Spezialisten.

Gute Zahlungsmoral

Lobend erwähnte Pöhlmann nicht zuletzt die gute Zahlungsmoral der Bürger von Neuenmarkt und Hegnabrunn: "Wir mussten im Jahr 2014 keinen Kredit aufnehmen und konnten mit dem, was unsere Grundstückseigentümer an Beiträgen eingebracht haben, die laufenden Kosten finanzieren. Dass natürlich im Jahr 2015 noch weitere Kosten über die abschließenden Maßnahmen auf uns zukommen, wissen wir. Mehr brauche ich dazu gar nicht sagen, und auf die Gerüchte, die im Dorf gestreut werden, gehe ich gar nicht ein."

Der Werkleiter würdigte auch die Tatsache, dass beim Betriebsgebäude am Regenrückhaltebecken mit den Firmen Röder, Stumpf und Fischer heimische Firmen vom Generalunternehmer Günther-Bau berücksichtigt wurden.

"Das Schlimmste überstanden"

Zu guter Letzt dankte er den Anliegern für das Verständnis während der Bauzeit: "Die haben viel mitgemacht, vor allem im Schrenkweg, in der Steigengasse und in der Jägerstraße. Den Anliegern kann man sagen, dass das Schlimmste überstanden ist, denn die großen Bewegungen sind erledigt." Nicht unerwähnt ließ der Werkleiter die gegenwärtige Abwassergebühr von 1,66 Euro pro Kubikmeter, die für die nächsten zwei Jahre unverändert bleibe und im Vergleich zu anderen Kommunen sehr günstig liege.

Wie Diplomingenieur Erich Hahn erläuterte, sind 2015 noch einige Restarbeiten zu erledigen. Dazu gehören vor allem die Wiederherstellung der Fahrbahnen und des Durchlasses an der Eisenbahnbrücke, außerdem müssen die Randbereiche des Regenrückhalteteichs humusiert und eingegrünt werden. Hahn: "Es haben alle an einem Strang gezogen, so dass wir dort hingekommen sind, wo wir hinwollten. Am Anfang hat es knapp ausgeschaut, aber im Herbst haben wir die Kurve gekriegt."
Für 2015 kündigte Werkleiter Karl Pöhlmann eine weitere Planungsphase in Bezug auf die Hochwasserfreilegung und die Auswechslung weiterer Abwasserkanäle an. Auch soll das neue Betriebsgebäude am Regenrückhaltebecken noch eine Photovoltaikanlage erhalten.

Bauleiter Steffen Groschupp stellte noch besonders die Zusammenarbeit mit Werkleiter Karl Pöhlmann heraus: "So etwas findet man ganz selten."

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