Kulmbach
Politischer Aschermittwoch

"Die Nachrufe auf die SPD gehören in den Schredder!"

Die SPD holt mal wieder die Kohlen für andere aus dem Feuer - darauf verwies Landtagsabgeordneter Klaus Adelt am Mittwochabend im "Gründla".
Artikel drucken Artikel einbetten
14 Neueintritte verzeichnete die Kulmbacher SPD in den vergangenen Tagen - zwölf davon binnen einer Woche. Das jüngste Mitglied im SPD-Unterbezirk ist Caspar Schweens (links), dem SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Lehmann (MItte) und Landtagsabgeordneter Klaus Adelt beim Politischen Aschermittwoch im "Gründla" das Parteibuch überreichten.Jochen Nützel
14 Neueintritte verzeichnete die Kulmbacher SPD in den vergangenen Tagen - zwölf davon binnen einer Woche. Das jüngste Mitglied im SPD-Unterbezirk ist Caspar Schweens (links), dem SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Lehmann (MItte) und Landtagsabgeordneter Klaus Adelt beim Politischen Aschermittwoch im "Gründla" das Parteibuch überreichten.Jochen Nützel
+1 Bild
Die Sozialdemokraten haben turbulente Tage hinter und spannende vor sich. So war es nur logisch, dass der Hofer Landtagsabgeordnete Klaus Adelt beim Aschermittwoch der Kulmbacher SPD gestern Abend im "Gründla" den ganz großen Bogen spannte: vom Wechsel des Führungspersonals der Genossen in Berlin über das anstehende Mitgliedervotum zum Koalitionsvertrag mit der Union bis hin zu den Streitpunkten mit der CSU im Vorfeld der Landtagswahlen.

Adelt, aus Vilshofen von der zentralen SPD-Kundgebung angereist, machte aus seiner persönlichen Gefühlsachterbahn keinen Hehl. "Der am Wahlabend angekündigte Weg in die Opposition war zu dem Zeitpunkt konsequent und richtig - aber seither hat sich viel getan nach dem Scheitern von Jamaika. Mich haben viele angesprochen, dass wir Verantwortung übernehmen müssen. Jetzt sind wir es wieder, die für andere die Kohlen aus dem Feuer holen sollen. Aber: Die SPD ist da und handelt und sie redet nicht nur, um sich dann aus dem Staub zu machen."

Den Verhandlungen zur GroKo habe er "mit einem gewissen Bauchgrummeln" zugeschaut, sagte Adelt. "Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen, wir haben Milliarden für gute Dinge wie die Kommunen und den Wohnungsbau rausgeholt. Die voreiligen Nachrufe auf die SPD können ab in den Schredder!"

Eins aber sei mit Blick auf die Wahlen im Herbst unabdingbar: "Wir müssen schnellstens im Bund Klarheit haben, inhaltlich wie personell, sonst brauchen wir einen Landtagswahlkampf gar nicht erst anfangen!" Seiner Mitstreiterin Inge Aures jedenfalls traue er zu, "aus dem Stand ein Ministerium zu übernehmen". Apropos Wahlkampf: Ministerpräsident in spe Markus Söder habe bereits angefangen, Kreide zu fressen. "Der weiß mittlerweile sogar, wie ich mit Vornamen heiße", sagte Adelt unter dem Beifall der rund 70 Zuhörer. Der Abgeordnete ist sich sicher, dass Söder alle kritischen Themen vor dem Urnengang abräumt - von der Straßenausbaubeitragssatzung bis hin zu den fehlenden Stellen bei Polizei und in der Pflege.

Aufs Lokale ging Fraktionsvorsitzender Ingo Lehmann ein. Er erinnerte an den SPD-Antrag für einen Wohnungsgipfel vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Uni-Campus' aufs Mietniveau. "Den haben CSU und WGK niedergebügelt - immerhin aber ist er nicht gekippt, sondern nur zurückgestellt." Auch bei den Mehrkosten für die Tiefgarage werde man "genau hinschauen". Schließlich übergab er 14 Parteibücher an Neu-Genossen - zwölf davon waren binnen einer Woche in die SPD eingetreten.
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren