Kulmbach
Burggeflüster

Die misslungene Wandlung des Tisches

Wenn Sie an einem Durchschnittstag mit offenen Augen durch Ihre Straße laufen, begegnet Ihnen sicher mindestens ein Paketdienst, der Briefträger oder eine Spedition. Warum ist das nur so?
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Foto: Archiv
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Aufschluss mag beispielhaft eine kleine Geschichte geben, sich vor ein paar Jahren ereignet hat.

Meine Frau hatte bei einem Versandhaus einen neuen Tisch für die Terrasse bestellt. Als er geliefert werden sollte, war leider niemand daheim - musste die Spedition also ein zweites Mal kommen.

Als er ausgepackt und aufgebaut an seinem potenziellen Platz stand, durfte auch ich ihn betrachten. "Naja, so oft bin ich ja nicht auf der Terrasse", versuchte ich meine Meinung diplomatisch zu formulieren - den Ausschlag für die Entscheidung, das gute Stück zurückzuschicken, gab aber eher die Tatsache, dass eines der Beine offenbar zu kurz war und der Tisch damit auf ewig gewackelt hätte.

Die Spedition legte einen Abholtermin fest, an dem wieder niemand zu Hause gewesen wäre. "Macht nichts", hieß es dort - "kleben Sie halt einfach einen Zettel ran, dass wir ihn mitnehmen dürfen."

Genau das tat ich, ehe ich am nächsten Tag zur Arbeit ging, vergaß dann allerdings ärgerlicherweise, den Tisch von der Terrasse bis vor die Haustür zu schleppen.

Umso überraschter war am Nachmittag meine Frau, denn einerseits stand der verpackte Tisch nach wie vor auf der Terrasse, andererseits hatte die Spedition eine Nachricht hinterlassen, die Retoure sei "notverpackt" mitgenommen worden. Wir waren ratlos: Was war da wohl mitgenommen worden? Erst recht, als in einem Telefonat mit der Spedition diese Information bestätigt wurde. Ja, und auf der Verpackung habe doch auch die Adresse des Versandhauses gestanden.

"Aha!", dachte ich mir da - und hatte des Rätsels Lösung. Denn offenbar war von einem anderen Paketdienst inzwischen der Austauschtisch geliefert worden, just kurze Zeit vor dem Termin, an dem die Spedition den wackligen abholen wollte. Jetzt durften die ein viertes Mal bei uns vorbeifahren.

Kein Wunder also, dass man in manchen Straßen ständig Paketdiensten und Speditionen begegnen kann.

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