Kulmbach
Burggeflüster

Die Masche mit dem Mitleid

Mit dem Mitleid der Menschen lassen sich gute Geschäfte machen.
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Symbolbild: Thinkstock
Symbolbild: Thinkstock

Als der Kollege gestern am Marktplatz von einer Frau um Spenden für ein neues Projekt der "Tafel" gebeten wurde, kam ihm das komisch vor. Er meldete sich in der Redaktion. Wir fragten bei der "Tafel" nach - und in der Tat: Es handelte sich um einen Betrugsversuch, den man aus anderen Städten schon kennt.

Die Betrüger rechnen wohl damit, dass es von den Menschen leichter etwas zu holen gibt, wenn man an deren Mitleid appelliert. Zum Beispiel, indem man ihnen eine (erfundene) Geschichte erzählt von einer Suppenküche für Bedürftige, so wie im aktuellen Fall. Eine Rechnung, die leider viel zu oft aufgeht.

Nicht nur auf der Straße. Bei mir landen gerade in der Vorweihnachtszeit viele Spendenaufrufe im Briefkasten. Und nicht alle Absender sind wirklich seriös. Woher die meine Adresse haben? Auch Spendenorganisationen nutzen kommerzielle Adresshändler. Wer hin und wieder an Preisausschreiben teilnimmt oder bei Versandhändlern kauft, wird irgendwann auch von Spendensammlern Post erhalten.

Wer per Post um eine Spende gebeten wird, sollte wachsam sein - und bei Zweifeln an der Glaubwürdigkeit lieber von einer Überweisung absehen.

Vorsicht ist immer dann geboten, wenn die Werbepost keine Daten und Fakten liefert, sondern allein auf Gefühle abzielt. Die Texte sind hoch emotional, die Fotos treiben einem beinahe die Tränen in die Augen? Aber worum es eigentlich geht, steht nirgends? Dann ist der Brief ein Fall für die blaue Tonne.

Ich selbst bin, was Spenden angeht, großzügig, aber sehr konsequent: Für soziale und Naturschutz-Projekte gibt es einen Dauerauftrag, Spenden außer der Reihe nur dann, wenn ich die Organisation kenne.

Was die angebliche "Tafel"-Sammlerin angeht: Die ist ein Fall für die Polizei. Und die ist informiert.

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