Limmersdorf
Brauchtum

Die Limmersdorfer Platzpaare sind im Dauerstress

Von Samstag bis Dienstag wird in Limmersdorf wieder die traditionsreiche Kirchweih mit Tanz auf der Linde gefeiert.
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Die Platzpaare sind seit Wochen mit dem Aufbau der Limmersdorfer Kerwa beschäftigt. Foto: Katharina Müller-Sanke
Die Platzpaare sind seit Wochen mit dem Aufbau der Limmersdorfer Kerwa beschäftigt. Foto: Katharina Müller-Sanke
Keine Frage, Limmersdorf ist wieder einmal im Ausnahmezustand. Am Samstag beginnt die Kerwa. Und das ist natürlich nicht einfach irgendeine Kerwa, die Lindenkirchweih steht nicht von ungefähr auf der Liste des immateriellen Weltkulturerbes, denn sie ist alljährlich Anziehungspunkt für Menschen weit über die Region hinaus - und sie ist gelebte Tradition.

Seit mindestens 300 Jahren wird auf dem Platz neben dem Gotteshaus Kirchweih gefeiert. Und vermutlich läuft das Fest heute nicht viel anders ab als damals: Vier Platzburschen - die Plootzer - sind für den reibungslosen Ablauf der Kerwa verantwortlich. Ihnen stehen ihre vier Platzmadla zur Seite, sie kümmern sich um die Bewirtung der Gäste und um alles, was sonst so anfällt.


Tanzübungen am Abend


Wie schon seit langem üblich, haben auch in diesem Jahr die vier Platzpaare den Plootz - den Festplatz - vorbereitet. Dafür haben sich André Tauer, Tobias Hahn, Fabian Ziegler, Ralf Bergmann und ihre Madla Sarah Herrmannsdörfer, Melissa Schiller, Julia Bauer und Nina Reichardt mächtig ins Zeug gelegt. Sie haben sich extra für die Kerwa sowie die Vor- und Nachbereitungen Urlaub genommen.

Alleine der Aufbau der großen Bratwurstbude, des Zeltbodens und der Treppe hoch zur Tanzlinde dauerten mehrere Tage. Die Tanzübungen haben die vier Platzpaare auf den Abend verlegt. Schließlich ist das Tanzen in traditioneller Tracht das absolute Herzstück der Kerwa.

Doch es gibt noch viele weitere Höhepunkte: Die Umzüge durch das ganze Dorf mit Abholung der Platzmadla am Sonntag und der Platzburschen am Montag zum Beispiel. Natürlich ist auch der "Heml" - der Platzhammel - mit von der Partie, und auch der Biersprenger muss mit. Besonders in Limmersdorf ist auch das Kegeln auf der Sandkegelbahn und am Dienstag dann das Eingraben der Lizza, der Stiege hinauf zum Baum. Was das Kulinarische angeht, gibt es heuer eine Neuerung: schwarzes Fleisch am Montagabend.


Musik ist legendär


Die Musik ist in Limmersdorf sowieso legendär. "Hofi" spielt zum Tanz auf der Linde, im Zelt unterhalten die "Safaris", die "Stadelhofner", "Manni und seine Rebellen" sowie die legendären "Telstars". Alleine dafür lohnt sich der Besuch in dem Thurnauer Ortsteil. Generationen von Menschen aus ganz Nordbayern kennen und lieben die Band, die Frontman Peter Stübinger vor mittlerweile 53 Jahren gegründet hat.

Bis heute hat sich die Zusammensetzung schon mehrmals geändert - kein Wunder, schließlich waren einige der aktuellen Bandmitglieder bei der Gründung noch nicht einmal auf der Welt.


Ein besonderer Zauber


Die "Telstars" sind mit Limmersdorf eng verbunden, nicht nur, weil der Gitarrist "Speedy" Reichardt der Vater eines der Platzmadla ist, sondern auch, weil die Band in ihrer Grundbesetzung schon aus mehreren Limmersdorfern bestand. Die Gruppe hält die größten Hits der Rock- und Popgeschichte lebendig.

Die Platzpaare sind stolz darauf, dass die Männer auch in diesem Jahr fast exklusiv bei ihrer Kerwa auftreten, denn sonst ist die Band heute fast nicht mehr zu sehen. Was ihr Erfolgsgeheimnis ist? Da kann Peter Stübinger schnell antworten: "Erstklassige Musiker, die die verschiedenen Stile toll beherrschen, außerdem unser Programm aus Stücken, die Menschen aller Generationen gefallen." Und irgendwie sei es einfach ein besonderer Zauber, der die Band umgebe. Genauso wie die Kerwa ...
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