Kulmbach
Warnung

Die ganz fiese Masche der falschen Polizisten

Erst geben sich Betrüger am Telefon als Polizisten aus, dann zocken sie ihre Opfer ab - auch im Raum Kulmbach/Bayreuth.
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Eine 78-Jährige ist in Bayreuth dreisten Betrügern auf den Leim gegangen. Symbolfoto: Archiv/Gabriele Hänseler
Eine 78-Jährige ist in Bayreuth dreisten Betrügern auf den Leim gegangen. Symbolfoto: Archiv/Gabriele Hänseler

Bargeld und Wertsachen im Wert von mehr als 120 000 Euro erbeuteten am Donnerstag Betrüger, die sich zuvor am Telefon als Polizeibeamte ausgegeben hatten. Das Fachkommissariat der Kripo Bayreuth ermittelt und bittet alle Personen, die am Nikolaustag Anrufe von vermeintlichen Polizeibeamten bekommen haben, sich zu melden. Die oberfränkische Polizei warnt zum wiederholen Mal vor dieser Betrugsmasche.

Erfundene Geschichten ähneln sich

Im Laufe des Donnerstags erhielten mehrere Personen in den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach Anrufe von einem falschen Polizei- beziehungsweise Kripobeamten. Die erfundenen Geschichten sind immer ähnlich. Beispielsweise wird vorgegeben, dass es zu Festnahmen gekommen sei und bei den Tätern Unterlagen mit Daten der Angerufenen aufgefunden worden seien. Der Anrufer lenkt dabei das Gespräch geschickt auf die Ersparnisse, Konten und Wertgegenstände der potenziellen Opfer, die nun vermeintlich nicht mehr sicher sind.

Immer wieder gelingt es den professionell auftretenden Betrügern letztendlich, die Angerufenen zur Übergabe ihrer Ersparnisse zu bringen. Das passierte am Donnerstag auch einer gutgläubigen 78-jährigen Bayreutherin. Am frühen Nachmittag rief sie ein hochdeutsch sprechender Mann an und gab sich als Polizist aus. Er erzählte der Seniorin einen beunruhigenden Sachverhalt und behauptete, dass ein Einbruch bei ihr bevorstehen würde und keine Wertsachen mehr sicher seien.

Geldübergabe um Mitternacht

Er brachte die Bayreutherin des Weiteren dazu, bei einer Bankfiliale Wertgegenstände abzuholen. Mit fortgesetzten, lang andauernden Anrufen in den folgenden Stunden beeinflusste der Betrüger die 78-Jährige weiterhin so überzeugend, dass sie gegen Mitternacht mit dem Auto in die Furtwänglerstraße fuhr.

Dort machte sich ein Mann bei der Seniorin bemerkbar, dem sie ihr Vermögen, gepackt in eine grüne Tragetasche mit der Aufschrift "Finn Komfort", übergab. Der Mann verschwand zu Fuß in unbekannte Richtung.

Der Abholer wird wie folgt beschrieben: etwa 50 Jahre alt, 175 Zentimeter groß und schlank; er sprach hochdeutsch und trug eine blaue Jacke.

Die Polizei bittet um Mithilfe

Die Beamten fragen:

Wer hat am Donnerstag gegen Mitternacht Wahrnehmungen in der Furtwänglerstraße gemacht?

Wem sind dort verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge aufgefallen?

Wer kann sonst Angaben machen, die im Zusammenhang mit dem Betrug stehen könnten?

Für die Ermittlungen ist es von Bedeutung, dass sich alle Personen, die am 6. Dezember von Polizeibeamten angerufen wurden, die sie unter einem Vorwand über ihre finanziellen Verhältnisse ausfragten, bei der Kripo Bayreuth unter Telefon 0921/5060 melden.



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