Kulmbach
Umwelt

Die CO2-Fasten-Challenge läuft auch in Kulmbach an

Heute beginnt traditionell die Fastenzeit. Neben den klassischen Möglichkeiten des Verzichts lässt sich auch 40 Tage der CO2-Verbrauch einschränken.
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Die Klimamanagerin Ingrid Flieger vom Landratsamt Kulmbach fährt privat ganz vorbildlich ein Elektroauto, um zum Klimaschutz beizutragen.Mirjam Stumpf
Die Klimamanagerin Ingrid Flieger vom Landratsamt Kulmbach fährt privat ganz vorbildlich ein Elektroauto, um zum Klimaschutz beizutragen.Mirjam Stumpf

Eigentlich ist alles möglich, nur die eigene Bequemlichkeit steht uns manchmal im Weg. Das sagt Ingrid Flieger, Klimaschutzmanagerin am Landratsamt Kulmbach, über die Schwierigkeit des Verzichts in der Fastenzeit. Doch ist die Bequemlichkeit erst einmal überwunden, kann die eigene Anstrengung in diesen Wochen dem Klima besonders zugute kommen.

Die 55-Jährige ist Mitglied des "Initiativkreises der Klimaschutzmanagerinnen und -manager der Metropolregion Nürnberg". In ihrer Fastenaktion "CO2-Fasten-Challenge" ermutigt der Initiativkreis dazu, 40 Tage lang durch kleine Herausforderungen täglich aktiv klimafreundlich zu handeln.

Die Challenge startet in diesem Jahr bereits zum dritten Mal, allerdings mit einer Neuerung. In den Vorjahren waren bisher nur die jeweiligen Klimamanager als Vorreiter an der Aktion beteiligt, "um nicht nur zu predigen, sondern aktiv bei sich selbst anzufangen", erklärt Ingrid Flieger. In diesem Jahr sind aber alle, die möchten, dazu angehalten, mitzumachen.

Über den eigens dafür eingerichteten Blog wird die Aufgabe für den nächsten Tag immer erst am Abend zuvor online gestellt. "Die Schwierigkeit besteht darin, das dann kurzfristig auf die Beine zu stellen", ist Ingrid Flieger selbst gespannt auf die Herausforderungen der kommenden Tage. Aber die Ungewissheit mache die Challenge auch spannend, so die 55-Jährige.

Das eigene Verhalten unter die Lupe nehmen

Mit der ersten Challenge 2017 sei es ihr persönliches Ziel gewesen, einen genaueren Blick auf den eigenen Stromverbrauch zu werfen, erzählt Ingrid Flieger. Durch professionelle Beratung stellte sich heraus, dass sie mi ihrer vierköpfigen Familie überdurchschnittlich viel Strom verbrauche. "Ich dachte immer, die laufenden Rechner meiner Kinder würden den meisten Strom ziehen. Aber die Kombination daraus, abends zu bügeln, die Beleuchtung eingeschaltet zu haben und nebenbei den Fernseher laufen zu lassen, war ein richtiger Energiefresser", weiß die Klimaschutzmanagerin nun ihr eigenes Verhalten besser einzuordnen und zu verändern.

Die Vorschläge für die diesjährig zu bewältigenden Aufgaben wurden von den beteiligten Klimamanagern eingereicht. Dann würde ausgelost, so Ingrid Flieger. Sie selbst wisse somit auch nicht, welche Aufgaben konkret in den nächsten Wochen anstehen werden.

Dies können zwar vergleichsweise größere Herausforderungen sein, wie das Auto am kommenden Tag nicht zu benutzen. "Aber auch Kleinigkeiten, wie beispielsweise die Heizung im eigenen Zuhause leicht zurückzudrehen und dann mit einer niedrigeren Raumtemperatur zurecht zu kommen, kann interessant sein", stellt sie aus den Erfahrungen der letzten Jahre in Aussicht.

Flexibilität ist gefragt

"Ich selbst habe schon immer gerne Neues ausprobiert", sagt Ingrid Flieger über ihre persönliche Motivation zur Challenge. Dies könne auch Spaß machen. Man komme leicht mit neuen Leuten in Kontakt. Durch die Form des Blogs erhalte man Anregungen von anderen, beispielsweise klimaschützende Ernährungstipps. "All das bietet Anreize, Änderungen durch die Vorschläge danach auch selbst weiterzuverfolgen."

Eine Checkliste, die auch über den Blog zu finden ist, hilft dabei, den Überblick zu behalten. Wer diese am Ende der Fastenzeit fotografiert und einschickt, kann zudem klimafreundliche Preise gewinnen.

"Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", ist einer ihrer Tipps, um sich für die Challenge zu motivieren. Man müsse auch nicht jeden Tag zwingend alles erfüllen, das sei nicht das primäre Ziel. Es gehe eher darum, einen ressourcenschonenden Lebensstil zu entdecken. Jeder könne sich in dieser Zeit beispielsweise selbst fragen, ob eine Fahrt mit dem Auto zwingend nötig sei. "Wie flexibel bin ich eigentlich noch? Das ist eine der zentralen Fragen", so die Klimaschutzmanagerin.

Langfristiger Blick

Sie selbst werde in diesem Jahr versuchen, auf den eigenen Wasserverbrauch zu achten, gerade auch im Hinblick auf den zurückliegenden heißen Sommer. Außerdem möchte sie verstärkt auf das Fahrrad umsteigen.

Die Herausforderung über die Aktion hinaus bestehe anschließend darin, langfristig etwas an den eigenen Lebensgewohnheiten zu verändern. "Die Challenge wird jährlich wiederholt, erweitert und angepasst" Diese ständige Wiederholung könne dabei helfen, Veränderungen zu festigen.

Die erste Challenge wird schon am Dienstag Abend feststehen. Sie lautet tatsächlich: "Das Rad fit machen und das Auto stehen zu lassen, soweit es möglich ist."

Zum Blog der CO2-Fasten-Challenge geht es unter www.co2fasten.wordpress.com

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